Prozess um Serieneinbrüche in Tulln

Innerhalb von fünf Tagen soll ein 46-jähriger Rumäne 16 mal zugeschlagen haben
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TULLN (ip). Innerhalb von fünf Tagen soll ein 46-jähriger Rumäne in einem begrenzten Stadtteil von Tulln 16 mal zugeschlagen haben. Laut Staatsanwältin Angelika Fraisl sei der Beschuldigte bereits am 15. Dezember 2011 in ein Gartenhaus eingebrochen, Verteidiger Roland Schöndorfer hat von seinem Mandanten die Information, dass er erst am 18. Dezember nach Österreich gekommen und daher für die Einbrüche zuvor nicht verantwortlich sei.

Bereits 15 Jahre hinter Gittern

„Ich weiß nicht wie viele“, erklärte der Angeklagte auf die Frage des St. Pöltner Richters Markus Grünberger nach der Anzahl seiner Vorstrafen, die ihn bereits 15 Jahre hinter Gitter gebracht haben. Als er 2008 in St. Pölten zu acht Jahren Haft verurteilt worden war und diese in Rumänien absitzen sollte, wurde er bereits am 6. Dezember 2011 bedingt entlassen. „Warum?“, wunderte sich Grünberger. Man habe damals den Wechsel in ein demokratisches System vollzogen, so der Rumäne.
Dass er wenige Tage später wieder in Österreich gelandet war, erklärte der Beschuldigte damit, dass er nur 25 Euro für die Fahrt nach Belgien zu seinen Verwandten gehabt habe und damit nicht weit gekommen sei. Eigentlich habe er nur Geld stehlen wollen. Dafür habe er aus der Gartenhütte, wobei der Tatzeitpunkt in einer fortgesetzten Verhandlung noch zu klären ist, auch Werkzeug mitgenommen.
Laut Anklage vermissten die Opfer, in deren Räumlichkeiten er eingebrochen beziehungsweise eingeschlichen sei, unter anderem aber auch Schmuck, Handys, Notebooks, Schuhe und Handtaschen samt Inhalt, wobei er Führerscheine, Bankomatkarten und Ähnliches später wieder weggeworfen habe. Den Wert der Beute bezifferte Fraisl mit rund 14.000 Euro, der Sachschaden beläuft sich auf etwa 10.000 Euro.
Zu Details befragt, gab der Rumäne an, dass er es nicht so genau wisse. „Ich war so in Panik“, behauptete er, was Grünberger etwas gereizt kommentierte: „Wie viele Einbrüche haben Sie in Ihrem Leben schon gemacht? Erzählen Sie mir nichts von Angst!“

Warnschüsse nicht gehört

Beim letzten Einbruch dieser Serie am 19. Dezember 2011 weckte er die Bewohner, die per Notruf die Polizei verständigten. Mehrere Beamte durchsuchten die Gegend, einer von ihnen entdeckte den Mann im Gebüsch eines Gartens. Er kam zunächst mit erhobenen Händen hervor, flüchtete danach aber Richtung Gartentor. Dabei soll er eine Beamtin mit beiden Armen von sich gestoßen haben, weshalb ihm auch versuchter Widerstand gegen die Staatsgewalt vorgeworfen wird. Trotz Warnschüssen, die er nicht gehört haben will, versuchte er seine Flucht durchzuziehen. Im Jänner 2012 konnte er in Deutschland festgenommen und wegen ähnlicher Delikte zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt werden.

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