30.09.2014, 12:21 Uhr

Kneipp-Traditionshäuser setzen auf TEM

Reflexologie wird laut Elisabeth Rabeder weltweit nur von den Marienschwestern durchgeführt. (Foto: Wolfgang Reisinger)
BAD MÜHLLACKEN (reis). Die Kneipp-Traditionshäuser Bad Kreuzen, Bad Mühllacken und Aspach haben die Traditionelle Europäische Medizin (TEM) in ihr Therapieprogramm aufgenommen.

Mensch als Ganzer
In Bad Kreuzen haben der Orden den Marienschwestern, die kurärztliche Leitung und externe Experten aus der Vielfalt der TEM (Traditionellen Europäischen Medizin) ein Konzept erarbeitet, in dessen Mittelpunkt der Mensch als Ganzes steht, nicht ein einzelnes Organ. Als Ganzes bedeutet, dass Arzt oder Therapeut den Gesundheitszustand auf den Ebenen „Körper-Geist-Seele“ beurteilen oder alle diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten der Medizin miteinbezogen werden. In der Ganzheitsmedizin ist die Schulmedizin mit ihrem gewaltigen Fortschritt ein wichtiger Faktor. Dazu gehört aber auch ein ausführliches Gespräch mit den Menschen und eine traditionelle Untersuchung mit der Hand. Das kostet allerdings Zeit, die aber belastete Menschen immer öfter einfordern.

Gesund oder krank
Studien zeigen auf, dass es von mehreren Faktoren abhängt, ob ein Mensch gesund bleibt oder krank wird. Z. B. davon, wie ein Mensch genetisch veranlagt ist, ober er in einer gelingenden Beziehung lebt und einer erfüllenden Arbeit nachgeht und wie sein Lebensstil ist. Um einen Heilungsprozess in Gang zu setzen, muss mit Arzt oder Therapeuten das Umfeld beleuchtet werden. Im ersten Zentrum (TEM) für Traditionelle Europäische Medizin in Bad Kreuzen, im TEM Kollegium der Marienschwestern in Linz und ab 2015 auch in den Kneipp Traditionshäusern Bad Mühllacken und Aspach gibt es einen Neustart für belastete Menschen auf Ebene des Körpers, der Seele und des Geistes. Schlafen, fasten, baden, schweigen, behandeln mit Kräutern, Gespräche mit Priestern und Philosophen über Leben und Spiritualität aus dem Prinzip der „Diaita“ der alten Griechen sind da Vorbild.
Um die Vorgänge im Körper, im Geist und in der Seele des Menschen darstellen zu können, wurde das verlorene Modell der vier Säfte wiederbelebt. Das Gleichgewicht von gelber bzw. schwarzer Galle, Schleim und Blut wird bestimmt. Diese Säfte werden vier Temperamenten zugeordnet, die alle Stärken und Schwächen haben: Sanguiniker, Choleriker, Phlegmatiker und Melancholiker.

Neue und bewährte Methoden
Bad Mühllacken bleibt den unter Betriebsleiterin Elisabeth Rabeder entwickelten Bereichen natürlich dem Fasten, der bewussten Ernährung und der Gewichtsbalance treu. In der TEM erhält in Zeiten der Überfülle der bewusste und freiwillige Verzicht auf Nahrung eine neue Dimension. Zur TEM spielt die Auswahl des Essens aufgrund der individuellen Verfassung und der aktuellen Lebenssituation eine wichtige Rolle. Ab 2015 wird archetypische, also wesensgerechte Ernährung, vom Küchenteam um Martin Thaler in Bad Mühllacken angeboten. Wer will, kann sich vom klösterlichen Lebensrhythmus der Marienschwestern für das eigene Leben inspirieren lassen

Einzigartige Reflexologie
Neu ist in allen Häusern der Marienschwester auch die „Reflexologie“. Authentische manuelle und physikalische Therapien aus dem Mittelalter konnten mit Forschern von „ArchAnime – Arche der Seele“ aus Klosterhandschriften rekonstruiert werden. Die „Vier-Temperamente-Behandlung“ versucht die „Säftelehre“ auf den Biorhythmus des Menschen zu übertragen. Möglich ist das durch Textilmassage mit Seide, Leinen, Baumwolle oder Jute, Rücken- und Bauchmassage mit mit mittelalterlichen Griffen und Ölen sowie Reflexpunkt-Behandlungen mit warmen Metallstäben, Stäben usw.
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