Gemeindereportage Finkenstein
Gemeinsam die Zukunft gestalten und Großes erreichen
- Claudia Tonder vom Biohof Tonder hat uns einen spannenden Einblick in ihren Alltag am Biohof gegeben.
- Foto: MeinBezirk.at
- hochgeladen von Chiara Kresse
Für die Gemeindereportage Finkenstein mit dem Schwerpunkt Nachhaltigkeit hat MeinBezirk.at unter anderem Claudia Tonder vom Biohof Tonder zum Interview getroffen und mir ihr ein spannendes Gespräch geführt.
FINKENSTEIN. Seit zehn Jahren betreiben Claudia und ihr Mann Michael den Biohof Tonder. Seit drei Saisonen sind sie nun schon am Aichwaldsee, wo sie ihre Produkte anbauen und im dortigen Bauernladen unter anderem vertreiben. "Die Natur ist uns ein großes Anliegen und daher haben wir uns für den Biohof entschieden. Bio bedeutet für mich dabei, mit der Natur im Einklang zu arbeiten und das ohne Spritzmittel oder schweren Maschinen." Den Bioladen betreibt die Familie seit drei Jahren. "Wir haben nicht damit gerechnet, dass unser Laden so gut ankommt und die Bauern aus der Region ihre Produkte bei uns verkaufen wollen. Die Nachfrage ist aber immer weiter gestiegen und mittlerweile verkaufen wir 90 Prozent Bauernprodukte und natürlich auch unsere eigenen."
Viel Arbeit ist gut
Den Biohof führen Claudia und ihr Mann Michael zu zweit. "Wir haben eigentlich immer sehr viel zu tun, aber wenn es nicht so wäre, hätten wir wahrscheinlich etwas falsch gemacht", schmunzelt sie im Interview.
Mit der Natur gemeinsam
Auf die Frage, was für sie Nachhaltigkeit bedeutet, muss sie nicht lang überlegen. "Nachhaltigkeit heißt für mich, mit der Natur arbeiten. Wir bauen wirklich nur das an, was funktioniert, also von Feldgemüse über Kräuter bis hin zu Beeren." Der Biohof verwendet weder Dünge- oder Spritzmittel noch schwere Geräte. "Wir versuchen, minimal in die Natur einzugreifen. Unsere Biomulchfolie beispielsweise besteht aus Biomaisstärke und zerfällt nach zehn Monaten. Dann haben wir automatisch einen Dünger für unsere Kulturen und können so einfach das Nutzen, was wir haben und damit Ressourcen schonen."
Umdenken muss stattfinden
Damit die Nachhaltigkeit mehr in das alltägliche Leben eingebunden werden kann, sieht Claudia Tonder ein Umdenken als notwendig. "Wenn die alten Denkstrukturen aufgebrochen werden und das Thema rund um die Nachhaltigkeit und Regionalität mehr in den Alltag eingebunden wird, gewöhnt man sich daran. Vor allem für die Kleinsten gehört es dann automatisch dazu." Für sie und ihre Familie ist dieser Gedanke kein Mehraufwand, wie sie uns im Interview bestätigt. "Für uns ist es aktuell sogar so, dass wir unsere Preise halten können, da wir weder Sprit- noch Erhaltungskosten haben."
Herausforderung Wetter
Die größte Herausforderung für die Familie am Biohof ist eher ein anderer Aspekt, nämlich die aktuellen Wetterverhältnisse. "Da können wir leider nichts dagegen tun, nehmen das Wetter aber so wie es ist. Einige Kulturen wachsen heuer bedauerlicherweise nicht, dafür gibt es wieder andere, die das aktuelle Wetter bevorzugen. Wir machen einfach das Beste aus der Situation und das klappt so weit auch ganz gut für uns."
Mehr Gemeinschaft, weniger Konkurrenz
Ein großes Anliegen von Claudia Tonder ist die Aufklärungsarbeit bei den jüngeren Generationen. "Wir haben jedes Jahr einige Klassen, die uns am Hof besuchen und praktisch, vom Samen bis zum Endprodukt, lernen, wie das bei uns so funktioniert. Wenn man schon im Kindergartenalter damit anfängt und den Kindern vieles zeigt, nehmen sie das im Alltag auf und werden künftig viel bewusster und nachhaltiger leben." Neben der Aufklärung ist Claudia Tonder auch der generelle Zusammenhalt enorm wichtig. "Es gehört unter den Bauern eine größere Gemeinschaft. Wir sitzen ja alle im selben Boot, warum nicht zusammenarbeiten anstatt gegeneinander. So können wir auch einen Teil dazu beitragen, die Zukunft unserer Kinder positiv zu gestalten." Als Einzelkämpfer kommt man laut Claudia Tonder nicht weit. "Nur gemeinsam können wir etwas bewegen und das muss einfach mehr bewusst werden."
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