Bürgermeister Wahl Paternion
So ticken die Kandidaten ganz privat
- Gemeindeamt Paternion
- Foto: Gde. Paternion
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Am 24. März wird in Paternion ein neuer Bürgermeister gewählt. Wir stellen die vier Kandidaten vor.
Der "Kicker"
In Feffernitz ist Manuel Müller (SPÖ) zu Hause. Zwei Kinder hat er, Bub und Mädchen, vor sieben Jahren bauten sie ein Haus.
Aufgewachsen ist er in einem "Blockhaus", idyllisch, aber anders nennt er es, die vier Wände seines Hauses schätzend. Beruflich findet man Müller in der Bank, einen Job, den er sehr gerne macht, wie er sagt. Als Ausgleich ist er in Vereinen unterwegs, besonders Fußball hat es ihm angetan. Vererbt hat er die Leidenschaft Sohn Elias, er wechselt demnächst in die Fußballakademie in Klagenfurt.
Schmecken tut dem Kärntner vieles, heikel ist er nicht, auch bei der Musik. Das kann Rock 'n' Roll sein, oder Klassik. Der Stimmung entsprechend, wie er meint, "auch wenn Rock immer geht", setzt er mit einem Augenzwinkern hinterher.
Als Haustiere haben die Müllers ein Kaninchen und einen Hamster. Wie er das Bürgermeister-Dasein mit Beruf – Müller hat drei Handynummern – Familie und Hobbys vereinbaren will? "Das evaluiere ich gerade", sagt er. "Aber jedes Spiel wird sich dann wohl nicht mehr ausgehen", lacht er.
Der "Tausendsassa"
Er ist nicht nur Teilzeitpolitiker. Sondern auch Jäger, Imker, Tomaten-Züchter, Sportler, Tischler und – ach ja – Architekt. Geboren 1967 in Paternion, besuchte Johann Pichorner (ÖVP) die HTL, wurde früh Vater, studierte mit seiner heutigen Ehefrau in Graz. Er wurde Architekt, sie leitet ein technisches Büro. Sie bekommen ein zweites Kind, gehen nach Paternion zurück, "einem wunderschönen Fleck Erde".
Der handwerklich geschickte Architekt baut ein Familiennest, stattet es "eigenhändig", wie er erzählt, mit Solar-Paneelen aus.
Sportlich streift er als Jäger nur allzu gerne durch Wälder, liebt Tiere, wie auch seine beiden Hunde.
Seine Frau züchtet Maine-Coon Katzen, bis zu 12 Kilogramm schwere Liebhaber-Tiere.
Pichorner züchtet Tomaten. Und ist Imker, schon seit 20 Jahren. "Die naturverbundenste Tätigkeit, die ich kenne", erzählt er.
Laufen geht er zumeist einmal, manchmal zweimal am Tag, am liebsten Abends, "wenn frischer Schnee liegt".
Der Paternioner ist Mitbegründer eines Chors, dieser hat seine letzte Saison, "die Chorleiterin hört auf", sagt er wehmütig.
Wie er als Bürgermeister das alles unter einen Hut bringen will? "Da werde ich reduzieren. Halbert kann man das nicht machen", sagt er mit einem Lächeln.
Der "Frühaufsteher"
64-dreiviertel ist er jetzt, erzählt Matthias Unterrieder (FPÖ). Im November ging er in Pension, gemeinsam mit seiner Frau, mit der er 40 Jahren lang Seite an Seite arbeitete. Er der Gastwirt, sie im Service. Am Goldeck kennt man ihn. Nun hat das Bergrestaurant ein anderer gepachtet, erzählt Unterrieder, ein wenig wehmütig, vielleicht.
Drei Kinder hat das Paar, alle wohnen in der Nähe, alle haben "handfeste" Berufe erlernt. Auch Enkerln gibt es schon. Der Sohn bekommt nun sein erstes Kind, der Dachstuhl wird gerade ausgebaut. Vier Generationen werden dann in seinem Haus Platz finden, erzählt Unterrieder freudig.
Ausgleich findet der gesellige Pensionist im Windsurfen und Paragleiten. Letzteres erlernte er vor vier Jahren, "um meine Höhenangst zu überwinden". Der Plan ging nicht ganz auf, beim Bergsteigen werde ihm noch immer "schummrig", sagt Unterrieder.
Auch in die Pedale tritt er "sehr" gerne, kam schon bis nach Rom bzw. in den Vatikan zur päpstlichen Ansprache am Karfreitag. Und auch in die Schweiz fuhr er, begleitet von seiner Frau. Ob er die neu gewonnene Freizeit fürs Bürgermeister-Amt "hergeben" will? "Was hergeben? Ich habe auch jetzt ziemlich viel zu tun", lacht er.
Der "Jugendliche"
Bevor er selbst am Morgen seinen Kaffee mit Hafermilch und Zucker trinkt, bekommt Hundedame Maya ihr Frühstück, erzählt David J. Campidell (Grüne). Am Wochenende gibt es noch ein weiches Ei und Schinkenbrötchen dazu, gerne mit Musik. Generell ein Naturliebhaber, spreche an kalten Wintertagen, so Campidell, nichts gegen einen gemütlichen Nachmittag auf der Couch. Wenn draußen, wäre er gerne beim Rodeln oder Snowboarden, wird es wärmer, zieht es den Kärntner dann an den Weißensee. Oder zum nächstliebsten Hobby, dem Bogensport. Er sei ein geselliger Typ, gerne unter Menschen, auch mal im Gasthaus, erzählt Campidell. Gerne wohnt er dem Feistritzer Fasching bei, ebenso dem Villacher Umzug. Seinen Typ beschreibt der 25-Jährige als direkt und ehrlich, nichts übrig hat er für "Oberflächlichkeit und Schlampigkeit". Wie er es mit einem 40-Stunden-Job und dem Bürgermeister-Amt halten will? "Anfangs werde ich mich der Herausforderung sicher Vollzeit widmen."
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