LKH Villach
"Belastung enorm" - mehrere Kündigungen durch Dienstnehmer

Mitarbeiter schildern der WOCHE anonym ihre Sicht der Dinge am LKH Villach. Kabeg gibt Einblick in Statistik. Mehrere Dienstnehmerkündigungen seit Sommer.

VILLACH. Herausfordernde Zeiten im Gesundheitswesen. Laut Informationen der WOCHE rumort es im LKH Villach, sollen mehrere Mitarbeiter – unter anderem aus dem medizinischen Bereich – die Kündigung eingereicht haben.

"Belastung enorm"

Die WOCHE sprach mit mehreren Beschäftigten des LKH Villach. "Es ist für viele zu viel", "die Arbeitsbelastung ist enorm", hört man da etwa. Wobei die Gesprächspartner ebenso sagen: "Es hat sicher was mit der allgemeinen Situation zu tun, durch Corona wurde für das Personal im Gesundheitswesen vieles herausfordernder." Ebenso warte man noch auf rund 500 Euro pro Kopf an Corona-Förderung seitens des Bundes, der zum Zeitpunkt der Gespräche mit der WOCHE-Redaktion (Kalenderwoche 40, Anm.) zwar schon seit Sommer beschlossen, aber noch nicht überwiesen wurde. Weiters wird kritisiert: "Nicht jeder ist für den Job im Gesundheitswesen geschaffen." So würden sich zwar Jobsuchende für einen Job als Krankenschwester umschulen lassen, "die können mit der Arbeit dann jedoch nichts anfangen und sind für uns eher noch mehr Belastung." Auch ein Punkt seien "fehlende Primärversorgungszentren zur Entlastung".

"Aggressive Patienten"

Was jeder der WOCHE-Gesprächspartner – die Redaktion sicherte ihnen Anonymität zu – anmerkte: "Manche Patienten sind sehr aggressiv. Das macht unseren Job umso schwerer." Eine Krankenschwester: "Das ist aber ein gesellschaftliches Problem, das kann man der Kabeg nicht anlasten." Ärzte würden "die Segel streichen" und lieber in Privatpraxen arbeiten.

"Unter Schnitt"

Die WOCHE fragt bei der Kabeg nach. Markus Ertl, Leiter der Abteilung "Personal", gibt Auskunft: Die Fluktuation in den Spitälern der Kabeg würde zwischen fünf und sieben Prozent liegen. Das entspricht laut Ertl "dem Durchschnitt, wie er im Gesundheitsbereich zu erwarten ist". Ertl weiter: "Insofern sind keine Auffälligkeiten bei den Kündigungen im LKH Villach oder einem anderen Haus der Kabeg festzustellen."

19 Kündigungen

Seit 1. Juli dieses Jahres verzeichnete das LKH Villach 19 Dienstnehmerkündigungen. Zehn davon im ärztlichen Bereich. "Damit liegt das LKH Villach unter der durchschnittlichen Fluktuation", merkt Markus Ertl an. Zudem gibt es im selben Zeitraum "137 Neueintritte, davon 19 Ärzte" zu verzeichnen.

Kabeg überwies Prämie

Dass Ärzte in den niedergelassenen Bereich wechseln, sei "ebenfalls durchaus üblich". Zudem habe die Kabeg allen Mitarbeitern zu Beginn des Jahres eine Prämie ausbezahlt. Auf die Prämie des Bundes habe man keinen Einfluss. Was Markus Ertl jedoch ebenso sieht: "Es ist richtig, dass das Aggressionspotenzial der Patienten in den vergangenen Monaten gestiegen ist, was eine enorme Belastung für unsere Mitarbeiter darstellt. Hintergrund ist vor allem das fehlende Verständnis für die notwendigen Corona-Maßnahmen, wie Besuchs- und Zugangsregelungen."

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