Traumziel NHL: Ein Eishockey-Talent geht seinen Weg

Dominik Unterweger auf der 200 Quadratmeter großen Kunststofffläche, die ihm sein Vater zum Trainieren gebaut hat
  • Dominik Unterweger auf der 200 Quadratmeter großen Kunststofffläche, die ihm sein Vater zum Trainieren gebaut hat
  • hochgeladen von Wolfgang Kofler

VILLACH (kofi). Der junge Mann ist höflich, fast schüchtern. Er spricht leise. Nichts deutet im ersten Moment darauf hin, dass Dominik Unterweger zu Österreichs größten Eishockey-Talenten gehört. Allerdings zeigt der Villacher seine Klasse nicht beim VSV, sondern in der Schweiz, einer der besten Hockey-Nationen Europas.

Das erklärte Ziel: NHL

Das erklärte Ziel des 15-Jährigen lautet NHL. "National Hockey League" also, die nordamerikanische Königsklasse des Pucksports. Die Villacher Michael Raffl und Michael Grabner sind bereits dort, der im Stadtteil Turdanitsch beheimatete Dominik Unterweger könnte der Nächste sein.

Ein Pendlerleben

Um seinen Plan umzusetzen, nimmt Dominik enorme Anstrengungen in Kauf. Nachdem er bei einem Talente-Turnier in Dornbirn entdeckt worden ist, pendelt er seit drei Jahren Woche für Woche zu den Spielen in die Schweiz. Anfangs im Auto von Vater Herbert, zuletzt im Zug. Knapp zehn Stunden jedes Mal. "Freitags bin ich nicht zur Schule gegangen", sagt Dominik, "ich habe den Stoff in den Trainingspausen nachgeholt."
Nach anfänglichen Schwierigkeiten mit der Doppelbelastung schloss er zuletzt die Neue Mittelschule Völkendorf mit Gutem Erfolg ab.

Erstmals bei einer Gastfamilie

In wenigen Tagen beginnt Dominiks vierte Saison in der Schweiz. Erstmals wird er nicht mehr pendeln, sondern in Zürich bei einer Gastfamilie bleiben. Er hat einen Zwei-Jahres-Vertrag, spielt in der "U17 Elite"-Liga. Dort, wo nur die Besten zugelassen sind.
Im Vorjahr hatte es Dominik, der als linker Stürmer aufläuft, auf einen Punkteschnitt von über 1,0 gebracht, hat also in jedem Spiel ein Tor oder einen Assist verbucht. Seine Selbsteinschätzung: "Ich gehöre in der Liga zum obersten Drittel."

Enormer Aufwand

Der Aufwand seither ist nicht nur für den Spieler groß. Jede Saison kostet mehrere tausend Euro. "Aber ich sehe, wie sehr er den Sport liebt. Und irgendwie geht es sich schon aus", sagt Vater Herbert, der seinem Sohn vor Jahren sogar eine 200-Quadratmeter-Kunststoff-Eisfläche mit Banden und Flutlichtanlage für die Sommermonate gebaut hat.
Hier trainiert Dominik so oft es geht. "Drei bis vier Stunden täglich, sechs Tage die Woche", sagt er. Ergebnis dieser Konsequenz: Seine Fitnesswerte überragen jene anderer heimischer Nachwuchsspieler deutlich. So, und vermutlich nur so, kommt man in die NHL.

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