Schlaraffen in Vöcklabruck
"A lustige Eicht" in der Burg der Paixhanslia

Zeremonienmeister Ritter Schlummerl, Ritter Spitzfeder,  Oberschlaraffe Ritter Contra-Fey sowie Ritter Murxl (v.l.).
  • Zeremonienmeister Ritter Schlummerl, Ritter Spitzfeder, Oberschlaraffe Ritter Contra-Fey sowie Ritter Murxl (v.l.).
  • Foto: Jungwirth
  • hochgeladen von Alfred Jungwirth

Bei den Vöcklabrucker Sippungen der "Schlaraffia Paixhanslia an der Vechlapruggen" regieren feinsinniger Humor, Kunst und Freundschaftspflege.

VÖCKLABRUCK (ju). Glock 8 des Abends ertönt das Tam-Tam und der regierende Oberschlaraffe eröffnet die Sippung in der Burg. Zuvor hatte es eine Atzung gegeben und die Sassen sind mit Lethe oder Quell versorgt. Soll heißen: Um 20 Uhr beginnt mit einem Gong-Schlag die Zusammenkunft im Vereinslokal. Zuvor haben die Mitglieder ihr Essen zu sich genommen und sich mit Wein oder Bier versorgt.

"Lulu" ist ein Gruß

Wie alle Schlaraffen haben die Mitglieder des Reyches "Paixhanslia an der Vechlapruggen" ihre eigene Sprache. "Lulu" sagen sie beispielsweise zur Begrüßung, zum Abschied oder als Beifallsruf. Diese Abkürzung steht für "Ludum ludite!", was soviel heißt wie "Spielt das Spiel!". Ehrenmitglied war übrigens auch Mundartdichter Franz Stelzhamer, der die Verse von "A lustige Eicht" 1862 der Paixhanslia gewidmet hat.

Jeden Montag von Oktober bis April treffen sich Ritter, Junker und Knappen in ihrer originellen Burg im Kellergewölbe der Stadtplatz-Hauses 22. "Wenn ich hier hereinkomme, vergesse ich den ganzen Alltagsstress", verrät ein Ritter. Der Abend, der als ritterliches Spiel abläuft, steht unter dem Motto "In arte voluptas" – "In der Kunst liegt das Vergnügen". Und bei der Paixhanslia geht es tatsächlich ausschließlich um Humor, Kunst und Freundschaftspflege. "Alles, was die religiösen, politischen und sittlichen Gefühle eines Schlaraffen verletzen könnte, ist ebenso tabu wie berufliche und geschäftliche Angelegenheiten", betont Ritter Emsig.

Vielfältige "Fechsungen"

Auf den amtlichen Teil folgen nach einer Pause die Vorträge, "Fechsungen" genannt. Sie reichen von einer humorvollen Gegenüberstellung von "Kas oder Käse" bis zu einem Klavierstück von Chopin. Hauptsache unterhaltsam. Nach rund zweieinhalb unbeschwerten Stunden verkündet das Tam-Tam das Ende der Sippung und der Oberschlaraffe wünscht einen guten "Heimritt".

Zur Sache

Schlaraffia ist eine 1859 in Prag gegründete deutschsprachige, weltweite Vereinigung zur Pflege von Freundschaft, Kunst und Humor. Die Schlaraffen – ausschließlich Männer – treffen sich einmal pro Woche zu ihren Sippungen.
Die Vöcklabrucker "Paixhanslia an der Vechlapruggen" wurde 1855 gegründet und 1949 in den Weltbund Schlaraffia aufgenommen.

Autor:

Alfred Jungwirth aus Vöcklabruck

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