Unterschriftenaktion gestartet
Bahnübergänge werden geschlossen: Streit um neue Straße
- Die SPÖ-Fraktion hat sich mit den Grünen zusammengetan und eine Petition ins Leben gerufen.
- Foto: SPÖ
- hochgeladen von Christine Steiner-Watzinger
SPÖ-Fraktion und Grüne wollen eine Straße durch die Au verhindern. Sie sammeln Unterschriften.
TIMELKAM. Hohe Wellen schlägt die geplante Schließung der beiden beschrankten Bahnübergänge in Leidern und Unterau an der Westbahn in den nächsten Jahren. Sie sind die letzten ihrer Art in Oberösterreich.
Der Verkehr in Mühlfeld, in der auch die Energie AG liegt, wird über Stöfling umgeleitet, zusätzlich soll eine Fußgängerunterführung in Leidern kommen. Darüber sind sich die Fraktionen einig. Über die Anbindung der Ortschaften Oberau und Unterau ist hingegen ein Streit entbrannt. Hier gibt es drei mögliche Varianten: Variante eins, für die es vor ein paar Jahren einen mehrheitlichen Gemeinderatsbeschluss gab, führt vom jetzigen Bahnübergang die Bahn entlang und über eine neu zu bauende Vöcklabrücke und das Retentionsbecken nach Kalchofen. Die Kosten betragen rund 4,5 Millionen Euro. "Das ist die vernünftigste Lösung", ist Bürgermeister Johann Kirchberger überzeugt. "Es geht um die Frage, was uns die Natur wert ist."
Biber und Eisvogel
Denn Variante zwei ist mit geschätzten Kosten von 1,5 Millionen Euro zwar billiger, die Strecke nach Kalchofen führt jedoch auf einer Länge von rund 60 Metern durch die Au. Dagegen sprechen sich die Grünen und auch die SPÖ aus: Sie haben kürzlich gemeinsam eine Unterschriftenaktion für den Schutz der Leiderer Au gestartet. "Es ist ein Naherholungsgebiet, Tiere wie Eisvogel und Biber leben hier", erklärt SPÖ-Vizebürgermeister André Reichart. Die fünf Meter breite Straße und eine 17 Meter lange Brücke über den Ampflwangerbach wären zu große Eingriffe, die Straße hätte in einem Bereich 14 Prozent Steigung.
"Alle drei Varianten sind Eingriffe in die Natur. Dies ist die kürzeste und günstigste Variante", kontert VP-Vizebürgermeisterin Petra Kastinger. Es brauche jedoch Renaturierungsmaßnahmen.
Parteipolitik spielt mit
Variante drei würde von der Leiderer Au nach Mühlfeld führen. Sie ist die günstigste, wäre für die Anrainer jedoch mit dem größten Umweg verbunden – nur Reichart kann ihr etwas abgewinnen. Kirchberger wartet nun auf den Bericht der ÖBB – die 50 Prozent der Kosten tragen wird – zu Variante eins. Kastinger ortet in der Petition den Wahlkampf. Sie wird bei der Bürgermeisterwahl im Gemeinderat am 31. Oktober gegen Reichart antreten.
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