Thaya: 500 Jahre altes Wirtshaus wird zum Nahversorger

Eduard Köck vor dem ehemaligen Gasthaus Hauer. Hier soll der neue Nahversorger der Gemeinde entstehen.
  • Eduard Köck vor dem ehemaligen Gasthaus Hauer. Hier soll der neue Nahversorger der Gemeinde entstehen.
  • hochgeladen von Peter Zellinger

THAYA. Dass im Gasthaus Hauer einst heiße Partys gefeiert wurden, kann man sich heute kaum mehr vorstellen. Doch in Thaya sind die Geschichten vom einstigen In-Lokal noch präsent - sogar einen Wurlitzer gab es damals. Vor etwa 30 Jahren sperrte das Gasthaus aber zu und seit etwa zehn Jahren ist das Gebäude unbewohnt. Der Zahn der Zeit hat an dem historischen Gemäuer aus dem 16. Jahrhundert genagt und seitdem verfällt das ehemalige Szene-Lokal am Hauptplatz in Thaya zusehends.

Nicht nur das verfallende Haus macht Probleme, auch die Nahversorgung steht auf dem Spiel, denn mit Jahresende wird die Betreiberin der Greißlerei in Pension gehen.

Mit einer rettenden Idee wollen die Thayinger jetzt diese beiden Fliegen mit einer Klappe schlagen: die Gemeinde kaufte unlängst das ehemalige Gasthaus und den dazugehörenden Grund. Hier soll ein neues Nahversorger-Zentrum für die Gemeinde entstehen, wie Bürgermeister Eduard Köck beim Vorort-Besuch der Bezirksblätter berichtet.

Etwa 500.000 bis 600.000 Euro will die Gemeinde dafür noch heuer in die Hand nehmen. Noch in der nächsten Woche sollen die Planungsarbeiten vergeben werden, bevor es an die Ausschreibungen geht. "Wir wollen auf jeden Fall so bald es die Witterung zulässt mit dem Bau beginnen", so Köck. Zuvor muss aber noch ein Teil des alten Gebäudes abgerissen werden. Die linke Hälfte des Hauses muss aber auf jeden Fall bestehen bleiben, darunter befinden sich nämlich für das Waldviertel unübliche Kreuzgewölbe und diese stehen unter Denkmalschutz. Diese könnte man später einmal für Ausstellungen oder ähnliches nutzen, so Köck. Der Neubau soll aber ins Ortsbild der bekannten Thayinger Bürgerhäuser passen, verspricht der Orts-Chef.

Zum Gelände gehört auch noch ein rund 12.000 Quadratmeter großes Grundstück. Wie diese genutzt werden, ist aktuell noch nicht fix. "Wir überlegen noch. Platz haben wir ja genug", so Köck.

Betreiber willkommen!

Zwar gibt es aktuell Interessenten und mit der Firma Kienast wurde bereits ein Großhänder gefunden, dennoch will man in Thaya Interessenten für das Geschäft Willkommen heißen. "Mögliche Betreiber können sich gerne melden", so der Bürgermeister.

Die Zeit drängt, denn am 31. Dezember 2017 schließt die derzeitige Greißlerei. Bis dahin soll das neue Nahversorger-Zentrum stehen.

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