Neuer Ortschef
Ein holpriger Weg ins Axamer Bürgermeisteramt
- Walter Mair hielt seine erste Rede als Bürgermeister – Gabi Kapferer-Pittracher bleibt 1. Stellvertreterin.
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Walter Mair wurde vom Axamer Gemeinderat mit 11:6 Stimmen zum neuen Bürgermeister gewählt. Der Weg ins höchste Amt war allerdings sehr holprig!
Wie berichtet, war die Neuwahl des Axamer Bürgermeisters durch den Gemeinderat für die Zeitspanne bis zu den GR-Wahlen im Februar nach dem Rücktritt von Christian Abenthung erforderlich. Am Mittwochabend wurde die Kür des neuen Ortschefs vollzogen. Elf Mandatare stimmten für Walter Mair (Liste Gemeinsam für Axams), während Vizebürgermeisterin Gabi-Kapferer-Pittracher, die sich ebenfalls der Wahl stellte, neben den vier Stimmen ihrer Grünen Liste noch zwei weitere Gemeinderäte überzeugen konnte.
(K)Ein Plädoyer
Die 1. Vizebürgermeisterin führte laut Statut auch den Vorsitz. Dass Walter Mair vor der Abstimmung kein Plädoyer halten wollte, überraschte nicht. Aufgrund der Mandatsstärke und wohl im Bewusstsein von "weiterer sicherer Stimmen" waren laut seinem Dafürhalten keine Ausführungen nötig. Seine Widersacherin nützte die Gelegenheit hingegen sehr wohl für eine engagierte "Wahlrede". "Ich verweise auf meine Erfahrung und auf meine Zuverlässigkeit", führte Gabi Kapferer-Pittracher aus. "Ich bin seit zwölf Jahren im Gemeinderat und im Gemeindevorstand, seit fast sechs Jahren 1. Vizebürgermeisterin und Vorsitzende im Verkehrs- sowie im E5-Ausschuss." Stabilität, Kontinuität und Kompetenz nahm Kapferer-Pittracher weiters für sich in Anspruch. Ebenso Erfahrung in regionalen Angelegenheiten durch oftmalige Präsenz im Planungsverband. "Ich stehe für Sachpolitik und will keine Geplänkel. Außerdem möchte ich festhalten, dass ich 2016 bei der Stichwahl fast 40 Prozent der Stimmen bekommen habe. Wichtig ist für mich nur eines: Eine gute Zukunft für Axams."
- Gemeinsames Foto der Kandidatin und des Kandidaten vor einer ungeplant turbulenten Sitzung.
- Foto: Hassl
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Panne beim Wahlvorschlag
Bis zur Stimmabgabe war es dann aber noch ein weiter – und wie erwähnt – holpriger Weg. Die Überraschung war allgemein groß, als Amtsleiter Matthias Riedl lediglich von "einem vorliegenden Wahlvorschlag" berichtete – nämlich jenem von Gabi Kapferer-Pittracher. Jenes Schriftstück, das auch den designierten neuen Bürgermeister Walter Mair als offiziellen Kandidaten ausweisen sollte, war seitens seiner Fraktion "Gemeinsam für Axams" augenscheinlich irgendwo "auf der Strecke geblieben".
Große Diskussion
Die Sitzung wurde unterbrochen, um das Versäumnis nachzuholen. Der Amtsleiter berief sich auf Rücksprache mit der Gemeindeabteilung des Landes, wonach ein – mit den notwendigen Unterschriften versehener – Wahlvorschlag unmittelbar bis vor der Stimmabgabe eingereicht werden könne. Dies sah FP-Vorsitzender Harald Nagl freilich anders. Nach seiner Auffassung hätte der Wahlvorschlag bis vor Beginn der Sitzung oder zumindest zu einem früheren Zeitpunkt eingebracht werden müssen. Nagl vertrat auch die Ansicht, dass die Wahl eines Bürgermeisters durch den Gemeinderat drei Monate vor der "normalen Wahl" nicht gerechtfertigt sei und plädierte, Vizebürgermeisterin Gabi Kapferer-Pittracher bis zum Wahlgang im Februar mit den Amtsgeschäften zu betrauen. Es folgte eine Diskussion, die von der sichtlich vergrämten Vorsitzenden trotz Bedenken persönlich beendet wurde: "Es ist bedauerlich, dass diese Debatte aufgrund von Versäumnissen einer Fraktion überhaupt geführt werden muss. Als Vorsitzende entscheide ich aber, dass die Wahl durchgeführt wird und hoffe, dass diese Vorgangsweise allen Vorgaben entspricht und das Ergebnis dann auch wirklich Gültigkeit hat."
Neuer Bürgermeister
Ihr Unbehagen konnte die Vizebürgermeisterin auch nach der Wahl nicht ablegen. Walter Mair nahm die Wahl zum neuen Bürgermeister an – und hielt im Anschluss auch seine "vorbereitete Dankesrede" (© Kapferer-Pittracher). "Ich habe mich um diese Position beworben, weil man als Bürgermeister etwas bewirken kann", so Walter Mair. "Auch die oft gestellte Frage, ob ich Beruf und Amt vereinbaren kann, möchte ich klar bejahen. Meine Familie steht hinter mir, und in der Leitung der Firma habe ich mit meinem Bruder klare Abmachungen getroffen. In der verbleibenden Zeit sind laufende Projekte abzuarbeiten und es ist auch einiges vorzubereiten. Ich hoffe auf eine gute, demokratische Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat und bedanke mich für das Vertrauen."
Die Sitzung wurde von Gabi Kapferer-Pittracher zu Ende geführt – der neue Bürgermeister wird erst am Donnerstag vom Bezirkshauptmann angelobt.
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