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Appell an Betriebe: "Schmeißt die Leute nicht raus!"

Massen-Arbeitslosigkeit: Wirtschaftskammer Präsident Harald Mahrer und ÖGB-Chef Wolfgang Katzian appellieren an die Betriebe, sich das Modell der Kurzarbeit nochmals anzuschauen.
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  • hochgeladen von Maria Jelenko-Benedikt

Wirtschaftskammer-Präsident Harald Mahrer und ÖGB-Chef Wolfgang Katzian haben am Donnerstag in der ZiB 2 in einem dramatischen Appell die Unternehmer in Österreich aufgefordert, das Corona-Kurzarbeitsmodell anzuwenden um möglichst keine Mitarbeiter zu entlassen.

ÖSTERREICH. 74.000 Menschen sind bisher seit dem Maßnahmen arbeitslos gemeldet worden, obwohl die Regierung ein eigenes Kurzarbeitsmodell entwickelt hat. Viele Arbeitnehmer seien unter Druck gesetzt worden, um einvernehmliche Kündigungen zu erreichen, bestätigte Katzian. Er appellierte an die Arbeitgeber, sich das Kurzarbeit-Modell anzusehen. "Es gibt überhaupt keinen Grund, die Leut´  rauszuschmeißen", polterte der Gewerkschaftschef.

"Mit den 38 Milliarden Euro ist ein riesen Paket geschnürt worden. Es kann nicht sein, dass da viele Betriebe schauen, dass sie möglichst viel Geld von dem Kuchen kriegen, und gleichzeitig  die Leute rausschmeißen. Das versteht und akzeptiert niemand. Da wird es in der Republik einen riesen Wickel geben, wenn das jemand macht. So ein attraktives Modell hat es nie gegeben. Es gibt gar keinen Grund, die Leute nicht in die Kurzarbeit zu schicken. Ich hoffe sehr, dass es uns gelingt, jetzt mit dieser Informationsoffensive mit dem nachgeschärften Modell, dass Unternehmen sich das noch einmal zu überlegen." Katzian bezeichnete diese Vorgehensweise als "schäbig".

Mahrer bestätigte: "Es ist ein Drama, wir würden uns wünschen, dass viel mehr Arbeitgeber dieses Modell anwenden. Das ist ein tolles, unbürokratisches, hochflexibles Modell", so Mahrer. Auch er appelliert an die Unternehmen, sich das Modell nochmals anzuschauen, und ihre Entscheidung gut zu überdenken.

So sieht das Kurzarbeit-Modell aus

Bundesministerin Margarete Schramböck erklärte die neue Kurzarbeit im Gespräch mit RMA-Chefredakteurin Maria Jelenko so:

"Die "Corona-Kurzarbeit" ist ein neues Modell, das wir gemeinsam mit den Sozialpartnern vorgestellt haben. Erstmals gibt es Kurzarbeit für kleine und mittlere Unternehmen sowie kleine Dienstleistungsunternehmen, und nicht nur für große Industrieunternehmen... Neu ist, dass die Wartezeit nicht sechs Wochen beträgt, sondern nur 48 Stunden. Ansuchen können die Unternehmen diese beim zuständigen AMS. Mit diesem Modell können Mitarbeiter kürzer arbeiten, und werden weiter bezahlt. Erstmals ist es auch möglich, dass phasenweise die Arbeitszeit ausgesetzt wird. Die Kurzarbeit ist vorerst für drei Monate angedacht, anschließend eventuell nochmals drei Monate. Die Zuschüsse betreffen sowohl Sozialversicherungen als auch Gehälter. Es gibt dabei bestimmte Gehaltsstufen und -gruppen. Es geht um eine starke Entlastung bei Personalkosten, wenn keine Aufträge da sind. Der Vorteil: Die Unternehmen können bei Ausfall der Auftragslage ihre Mitarbeiter behalten und müssen sie nicht beim AMS anmelden. Das in dieser Zeit bezogene Gehalt sind sogenannte "Nettoersatzraten", die je nach definierten Gehaltsgruppen bezahlt werden. Das Modell ist sowohl für die Mitarbeiter, als auch für die Unternehmen attraktiv, um ihre Mitarbeiter nicht zu verlieren."

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