Coronavirus
Österreichischer Experte: "Entwickler brauchen 18 Monate für Impfstoff"

Für einen Impfstoff gegen das Coronavirus (Covid-19) braucht man um die 18 Monate.
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Für einen Impfstoff gegen das Coronavirus (Covid-19) braucht man etwa 18 Monate. Dies sagt der Wiener Virologe Otfried Kistner im Interview mit RMA-Redakteurin Anna Richter-Trummer. Zu große Sorgen brauche man sich daher nicht machen. Die Zahl der Todesopfer in China hat sich mittlerweile mehr als verdoppelt.

ÖSTERREICH. Kistner ist auch Lehrender an der Universität für Bodenkultur (Boku) in Wien und  war beim Pharmakonzern Baxter maßgeblich an der Entwicklung für neuartige Impfstoffe gegen virale Erreger beteiligt. Arzneimittel zur ursächlichen Behandlung von Covid-19-Erkrankungen und natürlich Impfstoffe zur Verhinderung einer weiteren Ausbreitung wären dringend notwendig. Der Wiener Experte im Interview mit RMA-Redakteurin Anna Richter-Trummer: "Dass man in 18 Monaten einen Impfstoff findet, halte ich für wahrscheinlich. Eine Behandlung für bereits infizierte Patienten bedeutet dies aber nicht." Für den klassischen Weg der Entwicklung müsse zunächst das Virus als Ursache identifiziert sein. Danach müsse man es isolieren und die genetische Information entschlüsseln. Das ist für dieses Virus bereits geschehen. Schließlich brauche man eine Plattform, mit der man das Virus vermehrt, reinigt und aufarbeitet.

"Habe keine Angst"

Der Wiener Virologe hat auch selber keine Angst vor dem Coronavirus. "Es gibt immer Leute, die sich fürchten, und andere nicht. Tatsächlich stellt jede Viren-Epidemie eine potentielle Bedrohung dar,  allerdings sieht das Vorgehen der chinesischen Behörden meiner Meinung nach koordiniert aus", äußert sich der Experte im Interview optimistisch. Und weiter: "Wie lange die Epidemie andauern wird, das kann man nur äußerst schwer abschätzen. Das fällt in die Kategorie 'Glaskugel lesen'. Aber vorsichtig würde ich meinen, dass erfahrungsgemäß schon mit etwa einem Jahr zu rechnen ist."

Bis zu 18 Monate

Kistner stützt seine Expertise auf seine lange Erfahrung beim Pharmakonzern Baxter. "Baxter wurde ehemals von der US-Regierung für die Entwicklung eines SARS-Impfstoffes unterstützt. Wir haben von der Basisarbeit bis zur Präklinik, also bis zur möglichen Erprobung in Klinischen Studien in Menschen, 18 Monate gebraucht." Das SARS-Virus ist verwandt mit Covid-19. 

Austrochinesin sitzt in abgeriegelter Stadt fest

Ein neuer technischer Weg könnte laut Kistner eine Revolution darstellen. Kistner: "Das könnte eine RNA-Vakzine sein. Dazu wandelt man die genetische Information des Erregers in für einen solchen Impfstoff geeignetes RNA-Konstrukts um. Die RNA wird injiziert und bietet die Vorlage für die 'Produktion' der gewünschten Virusbestandteile durch die Zellen. Das Immunsystem reagiert dann mit dem gewünschten Aufbau einer entsprechenden schützenden Immunantwort. Der Körper des Geimpften stellt damit erst die Vakzine her", sagte Kistner.

Zahl der Todesopfer mehr als verdoppelt

Wi der ORF berichtet, hat sich in China die Zahl der neu nachgewiesener Todesopfer durch das Coronavirus in der besonders schwer betroffenen Provinz Hubei im Vergleich zum Vortag mehr als verdoppelt. Die Zahl der neu nachgewiesenen Infektionen verneunfachte sich dort sogar. Die Zahl der nachgewiesenen Infektionen stieg um 14.840 auf nun 48.208 bekannte Fälle. Am Vortag waren in Hubei 97 Todesopfer und 1.638 neue Infektionen gemeldet worden.

Leondinger berichtet aus der Geisterstadt
Autor:

Anna Richter-Trummer aus Wien

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