Ganz offiziell: Stadtmauer und Kasematten "einzigartig"

Die Stadt Wiener Neustadt führte gemeinsam mit dem Bundesdenkmalamt bauhistorische Untersuchungen an der Stadtmauer sowie den Kasematten durch. Die Ergebnisse sind eindeutig: Die Anlage in Wiener Neustadt ist österreichweit einzigartig und soll durch restauratorische Maßnahmen erhalten und erlebbar gemacht werden.

Bürgermeister Mag. Klaus Schneeberger zum Umgang mit den Ergebnissen: „Wir sind uns unserer historischen Bedeutung natürlich voll bewusst und gehen hier mit äußerster Sorgfalt um. Gemeinsam mit dem Bundesdenkmalamt werden wir die richtigen Schritte setzen, um diese einzigartigen Denkmäler für die Nachwelt zu erhalten. Ich bin stolz, ein derartiges Juwel in unserer Stadt zu haben.“

Ergebnisse der bauhistorischen Untersuchungen
Die bisher durch die jüngeren Bebauungen mit Gebäuden und Baracken der Stadtgartenverwaltung verstellten historischen Mauerzüge im südlichen Bereich der Wiener Neustädter Kasematten bilden ein bedeutendes Bauensemble. Dieses Ensemble kann durch Freistellung, in Absprache und mit Genehmigung des Bundesdenkmalamtes – Landeskonservatorat für Niederösterreich, die Funktion der einzelnen Bauteile in singulärer Weise veranschaulichen.

Drei Elemente bestimmen das Baugefüge:
Die aus der Zeit der Stadtgründung im späten 12. Jahrhundert stammende Stadtmauer mit einem der vier Ecktürme ist im betreffenden Bereich sowohl in ihrer ursprünglichen Substanz als auch mit den Aufzonungen aus dem zweiten Viertel des 13. Jahrhunderts, aus dem späten 15. sowie aus der Mitte des 16. Jahrhunderts erhalten. Damit zeigt die Stadtmauer in diesem Abschnitt auf engstem Raum ihre komplexe Entstehungsgeschichte.

Einzigartig ist aber vor allem die Tatsache, dass vor der südwestlichen Stadtmauer auch noch die Zwingermauer mit Zinnenabschluss aus dem frühen 13. Jahrhundert steht – ein bedeutendes Dokument einer der frühesten Zwingerbefestigungen im deutschsprachigen Raum.

Die hochmittelalterliche militärische Befestigung Wiener Neustadts ist damit an dieser Stelle besonders authentisch erhalten geblieben. Die räumliche Beengtheit eines Zwingers ist in dieser Anlage gut veranschaulicht.

1551 entstanden die heute noch vorhandenen Reste der vor die Stadtmauer gestellten Bastion bestehend aus einem Geschützhof zum Bestreichen der Mauer, aus der geböschten Flankenmauer der Bastion und dem Ansatz der geböschten Face. In der Stadtmauer sind die vermauerten Portale auf die Bastei und in den Geschützhof erhalten.

Durch die Freistellung dieser Bauelemente kann das renaissancezeitliche Bastionärsystem, das in Wiener Neustadt nach dem Vorbild Wiens konzipiert wurde, von dem in Wien jedoch keine derartigen Bauteile mehr erhalten sind, österreichweit einzigartig erleb- und nachvollziehbar gemacht werden.

In Kombination mit der dahinter befindlichen Strada Coperta und den drei Röhren der Kasematten kann für den Besucher die Funktionsweise einer Bastion vollständig veranschaulicht werden.

Das gemeinsame Ziel der Stadt Wiener Neustadt und des Bundesdenkmalamts ist es, diese einzigartigen historischen Bausubstanzen erlebbar zu machen und durch geeignete restauratorische Maßnahmen in ihrer Erscheinungsform und technischen Qualität zu erhalten.

Die enge Zusammenarbeit mit den Experten des Bundesdenkmalamtes und den seitens der Stadt Wiener Neustadt beauftragten Fachleuten (Restauratoren, Bauforschern, Archäologen) sind der Garant für den Erhalt der einzigartigen Denkmäler in unserer Stadt.

Autor:

Bianca Werfring aus Mattersburg

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