23.10.2016, 00:47 Uhr

Laufbericht Piestingtal-Halbmarathon 2016

Wirklich edel - die Finishermedaille vom Piestingtallauf!
Gutenstein: Bahnhof | Liebe LauffreundInnen,

der Piestingtallauf ist einer der landschaftlich schönsten Halbmarathons in unserer Gegend. Und so bildet er für mich einen Fixpunkt im Jahresprogramm (wenn ich nicht gerade beim Wolfgangseelauf bin mit dem er leider kollidiert - aber das soll ab nächstem Jahr anders werden). Er führt zunächst vom Bahnhof Gutenstein leicht bergauf in den Ort, dann geht es über die Piesting und überwiegend auf kleinen Nebenstraßen talabwärts nach Pernitz. Knapp nach Pernitz überquert er wieder die Piesting und führt auf dem Radweg entlang des Flusses bis in´s Ziel am Firmengelände der Firma Baumit in Wopfing.

Vor 2 Jahren habe ich dort meinen persönlichen HM-Rekord mit 1:26:22 aufgestellt. Letztes Jahr ging´s zwar nicht ganz so gut, meine 1:27:54 reichten aber für den 2. Klassenrang. Heuer möchte ich diese Zeit auf jeden Fall wieder unterbieten. Ich bin zwar in den letzten Monaten keinen Halbmarathon gelaufen aber ich fühl mich topfit - die Strapazen des Schneeberg-Trails sind vergessen, der Badener Meilenlauf und der Harzberg-Sprint letztes Wochenende haben sehr gut geklappt und als Zusatz-Motivation hab ich mir ein paar neue extra-leichte Straßenlaufschuhe geleistet: Die Adidas Adizero Takumi SEN 3. Einziges "Manko" dieser Schuhe: Die Farbe - Neon-Rosa ... aber es gibt sie nur so oder garnicht ;-) Und wenn schon denn schon, damit sie auch so richtig zur Geltung kommen wähle ich als Leibchen das von Piestingtallauf 2014 in einer Art Bundesheer-Grüngrau.

Bei optimalem Laufwetter - kühl, bewölkt, um die 10° treffe ich mit Patrick und Martin als Betreuer und Fotografen knapp vor 10 Uhr im Startbereich ein, begrüße wie üblich zahlreiche Freunde und Bekannte, noch ein wenig aufgewärmt und - 3 - 2 - 1 - LOS!

Unglaublich, wie leicht sich die Takumis laufen - so muß sich Hermes in seinen Flügelschuhen fühlen ;-) Völlig mühelos "fliege" ich ein wenig hinter der Spitzengruppe auf der Bundesstraße in den Ort hinein, schau beim 1.Km auf die Uhr und bin baff: 4:03 ... du spinnst ja, viel zu schnell, brems dich sofort ein! Mach ich, auch wenn´s schwer fällt. Im Ort geht es links über die Piesting und dann leicht bergab Richtung Pernitz. 2.Km und 8:17 ... schon besser. Ich schlage ein lockeres Lauftempo um die 4:05Min/Km ein und denk mir "Ist noch immer etwas zu schnell aber probier´s mal und schau wie es dir in Pernitz nach 10Km geht, dann sehen wir weiter". Martin Binder, der mich schon beim Velo-Run im Mai im Helenental "verfolgt" hat schließt zu mir auf und wir kommen in´s Plaudern. Nicht zu fassen, entspannt ziehe ich mit Martin im 4:05er Tempo durch die Gegend, plaudere gemütlich, überhol dabei noch andere Läufer und ein Zuschauer meint "Wollts net lieber rennen statt zu tratschen?". "Ist doch ein Genußlauf, oder?" ruf ich ihm zu und weiter geht´s ;-)

Aber - was ist das? Ich spür ein leises Ziehen im Schienbeinbereich ... ??? Verflixt, was soll das? Km4 ... das Ziehen wird stärker, mein gerade noch lockerer Laufstil wird schwerfälliger, das Abrollen funktioniert nicht mehr, der Vorderfuß platscht auf den Asphat. Klapp - klapp - klapp komm ich daher. Km5 ... noch ist es zwar kein Problem das Tempo zu halten und auch mit Martin kann ich noch plaudern aber ich mach mir Sorgen. War es doch zu riskant, mit einem neuen, sehr flachen Schuh gleich aus der Schachtel in´s Rennen zu gehen? Was mach ich wenn es noch ärger wird? Barfuß weiterlaufen? Ich nehm ein kleinwenig Tempo raus, versuche möglichst weich und rund zu laufen ... Km6 ... hmmmm, schlimmer ist das Ziehen nicht mehr geworden, im Gegenteil, es lässt nach ... also geb ich vorsichtig wieder Gas. Ja, das geht ... das Ziehen wird immer schwächer ... und nach einem weiteren Kilometer läuft es bei mir wieder so rund als ob nichts gewesen wäre. Erstaunt und erleichtert nehme ich das zur Kenntnis, lasse Martin hinter mir und hole in Pernitz noch ein paar Läufer ein. Auch den Michael Sonnleitner der mich letztes Jahr noch knapp vor dem Ziel überholt hat. Diesmal bin ich schneller, wechsle ein paar Worte mit ihm und mach mich aus dem Staub. Immer wieder warten meine beiden "Paparazzi" am Straßenrand auf mich, schießen Fotos und Videos und ich ruf ihnen zu: Alles Bestens, mir geht´s super! Mit 40:50 gehe ich über die 10Km - Marke, sehr gut, besonders weil alles im grünen Bereich ist. Nichts schmerzt, nichts stört, wenn das so bleibt dann bin ich nicht nur problemlos schneller als letztes Jahr, dann kann ich sogar meine Bestzeit aus 2014 angreifen!

Vorbei geht es an den Cheerleaderinnen beim Start zur 10Km-Strecke, dann über die Straße und eine Brücke rüber auf den Radweg auf der rechten Seite der Piesting. Der Weg ist hier stellenweise sehr feucht - jetzt wird es interessant, wie haften die Takumis bei Nässe? Hervorragend stelle ich sehr bald fest, kein Rutschen, der Abdruck bleibt sauber und präzise, die scheinen sich richtig mit dem Asphalt zu verkrallen! Bald laufe ich auf eine Gruppe von 4 Läufern auf, es geht über die sehenswerte "Hangbrücke" in der Talenge bei Quarb. Hoppla, aufpassen, auf den nassen Holzstufen und Brettern der "Brücke" rutschen die Takumis doch - aber das kann ich verschmerzen, am Asphalt sind sie wieder in ihrem Element und in Miesenbach bin ich an den 4 Läufern vorbei. Noch immer sehr entspannt wink ich wieder einmal Patrick und Martin zu und fliege mit Kilometerzeiten zwischen 4:00 und 4:05 weiter, neben dem Fluß dahin, mit den Wellen um die Wette, über die kleinen Brücken, ... 15Km in knapp über 1:01 ... mal links und mal rechts der Piesting ... einfach nur dahinfließen ... und aufwachen!

Erstens sind da vorne wieder zwei Läufer und zweitens kommt jetzt die kleine Steigung hinauf nach Waldegg! Am Fuß der Anhöhe hab ich die beiden eingeholt, bergauf schalt ich aber ein wenig zurück, ich will den Puls nicht unnötig hochtreiben. Oben auf der Kuppe sofort wieder Gas auf - ein Läufer bleibt gleich zurück, den zweiten hab ich wenig später. Auch wenn ich jetzt allmählich die Belastung spüre, nicht mehr ganz frisch bin - innerlich beginne ich bereits zu Jubeln. Einfach so weiter in´s Ziel laufen und ich hab eine neue persönliche Bestzeit, das ist sicher! Jetzt kann nichts mehr passieren ... Km19 ... in der Ferne seh ich wieder einen Läufer ... Peisching, dann die große Wiese entlang ... Km20 ... der Läufer (Ernst, der letztes Jahr die 50er Klasse klar vor mir gewonnen hat) ist deutlich näher gekommen ... jetzt rechts ab, die letzten paar hundert Meter die Piesting entlang ... ich hör schon die Leute und den Platzsprecher ... eine kleine Kuppe und vor mir liegt das Zielgelände! Ernst ist 50m vor mir, ganz schön viel für das kurze Stück aber ich reiß das Gas voll auf, Zielsprint! Da geht noch ordentlich was weiter, ich komme rasend schnell näher, das Ziel aber auch ... und ... BINGO! Haarscharf zisch ich vor Ernst durch den Zielbogen, mit einer Zeit von 1:25:57!!! Wahnsinn, super, jippieeee, mein bisher schnellster Halbmarathon und die 1:26 auch noch geknackt, einfach fantastisch!

Jetzt bin ich wirklich außer Atem, schüttle zahlreiche Hände und schnaufe nur "Wahnsinn, toll, ich pack´s nicht ...". Patrick und Martin, meine Fotografen, verabschieden sich nach dem Zielfoto und die Zeit bis zum Aushang der Ergebnisse vertreib ich mir mit den zahlreichen Freunden die da sind - Walter, Mike, Hans und noch ein paar aus dem Dunstkreis des Anninger TrailRunning Teams, Ralf, Andreas und weitere Wienerwaldschnecken, Thomas, Martin, Philipp undundund - ein gemütliches Läufer-Happening und sogar die Sonne kommt nun heraus. Dann ist es soweit - die ersten Ergebnisse ... und ... verflixt, 4. Platz in meiner Klasse! Den Sieg holt sich ganz überlegen Wolfgang Wallner (na gut, der ist aus einem anderen Läufer-Universum), dann folgen mit den beiden "Jung-Fuffzgern" Michael und Christian, mir und Ernst 4 Leute innerhalb von 1 1/2 Minuten, dann kommt wieder lange niemand ... OK, das ist kein Beinbruch, viel wichtiger ist mir meine Bestzeit und daß ich die erreicht habe ohne an´s Limit zu gehen. Sowas macht hungrig ... verdammt hungrig auf eine 1:24er Zeit ... ;-) Und damit ich nicht ganz ohne Pokal heimkomme bringt mir Walter die wunderschöne Granit-Trophäe für den 3. Klassenrang beim Stanzer Speedtrail mit die ich vor ein paar Wochen gewonnen habe und über die ich mich auch riesig freue - aber das ist eine andere Geschichte.

Soweit meine Erlebnisse beim Piestingtal-Halbmarathon,

bleibt´s gesund und bis zum nächsten Lauf

Hans

P.S.: Großes Lob wieder einmal an die Veranstalter - eine tadellose Organisation, eine abwechslungsreiche Strecke, Cheerleaderinnen, eine Musikkapelle, genug Labestationen, ein tolles Laufsackerl (besonders das schöne langärmelige Leibchen und die Nudeln in Läufer-Form ;-) und eine edle Finisher-Medaille ... ein Lauf den ich uneingeschränkt empfehlen kann! Und daß er nächstes Jahr NICHT mit dem Wolfgangsee-Lauf zusammenfällt (der auch ein MUß ist) macht die Sache für mich noch leichter :-)
Die Gesamtwertung gewinnt Stefan Lakinger vor Wofgang Wallner und Wolfgang Mangold. Die drei sind eine Klasse für sich und distanzieren den Rest des Feldes um 3 Minuten und mehr. Bei den Damen siegt haushoch Lisa Hütthaler vor Anita Hollaus und Nathalie Birli. Weitere Info´s, Ergebnisse und viele Bilder gibt es auf www.piestingtallauf.com/

P.P.S.: Bleiben noch ein paar Worte über meinen neuen Schuhe, die Adidas Adizero Takumi SEN 3: Abgesehen von dem Ziehen im Schienbeinbereich zwischen Kilometer 3 und 8 (keine Ahnung woher das gekommen ist, ob von den Schuhen oder von sonstwas) für mich ein Traum. Mit 175g sehr leicht, liegen an wie eine zweite Haut, rollen wunderschön ab, wirken spritzig und direkt und haften sowohl auf trockenem wie auch auf nassem Asphalt hervorragend. Und wem die 6mm Sprengung zu wenig sind der kann ja die etwas "bequemeren" Takumi REN mit 9mm probieren. Ach ja, die Farbe ... Rosa ... ich liebe Rosa ;-)
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.