07.09.2016, 08:00 Uhr

Ein Löffel für die Kunst

"Die Holasek" – unter diesem Künstlernamen wurde Petra Holasek bekannt. Die Grazerin ist gerne in der Innenstadt unterwegs, wo sie auch ihre Galerie hat (Färbergasse 5). (Foto: prontolux)

Die Künstlerin Petra Holasek über Herzen, Löffel und warum der Dompfarrer abends an sie denkt.

Sie sind eigentlich Juristin. Was hat Sie in die Kunst verschlagen?
Ich habe Jus fertig gemacht und danach sogar ein Jahr beim Strafreferat in Bruck an der Mur gearbeitet. Aber ich habe schon während meines Studiums Schaufenster dekoriert und gemerkt, dass mich das interessiert. Ich sag immer: Als Juristin habe ich die Regeln unserer Gesellschaft gelernt und als Künstlerin die Gesetze des Herzens.

Denken Sie, dass in jedem Menschen ein Künstlerherz schlägt?
Ich glaube schon, nur werden wir in der Schule so verbogen und es heißt immer, wir sollen etwas "Gescheites" machen. Aber das ist schade. Ich habe letztens einen Pensionisten getroffen, der meinte, jetzt macht er das, was er gerne macht. Aber das kann es doch nicht sein, dass wir erst nach zwei Dritteln unseres Lebens das machen, was uns Freude bereitet, oder?

Ihnen bereitet Ihre Arbeit aber nach wie vor Freude.
Auf jeden Fall. Gerade jetzt im Sommer habe ich meine Schaffensphase. Es kann gar nicht heiß genug für mich sein. Wasser und Hitze, das sind meine Energiequellen. Ich arbeite auch gerne in Venedig. Einmal sind eine Freundin und ich mit elf Koffern im Gepäck angereist. Wir haben wahrscheinlich ausgeschaut wie richtige Tussis, dabei war alles voll mit Malsachen (lacht). Wenn ich gewusst hätte, wie viel Arbeit das Transportieren von Graz bis ins Atelier nach Venedig ist, hätte ich es mir vielleicht noch einmal überlegt. Wobei, wenn ich mir etwas in den Kopf setze, ziehe ich es auch durch.

In Ihren Bildern spielen Sie mit Formen und Figuren. Was inspiriert Sie zu Ihren Werken?
Ich habe zwei Themen beim Malen: das Abstrakte und die Herzen. Diese entstehen zum Beispiel eher im Winter. Inspirieren kann mich ein netter Spruch, den ich wo lese oder einfach, was mir gerade in den Sinn kommt, da bin ich sehr intuitiv. Dann male ich drauf los. Ich werde dann nicht vom Kopf, sondern vom Unterbewusstsein gesteuert. Im Allgemeinen sind meine Bilder sicher großteils weibliche Bilder, von den Figuren her oder auch der Farbwahl. Wobei sich dann doch überraschend viele Männer dafür interessieren, wie zum Beispiel unser Dompfarrer Toni Faber.

Toni Faber hat Kunst von Ihnen bei sich zu Hause?
So ist es. Eines meiner Bilder hängt bei ihm im Büro. Und ich habe eine Zeit lang Eisenlöffel mit Herzen versehen, davon gibt es zum Beispiel sieben nebeneinander mit dem Spruch "Ein Löffel Liebe für jeden Tag". Die hat Toni Faber zu Hause über seinem Bett hängen. Daher hat er einmal scherzhaft gesagt, er denkt an mich abends vor dem Einschlafen und morgens nach dem Aufstehen.

Ihre Kunst ist sehr vielfältig, Sie malen und kreieren seit Neuestem auch Ringe. Wo können Sie sich zwischendurch wieder erholen?
In Graz funktioniert das gut. Ich schätze die Stadt sehr. Hier habe ich meine Galerie, kann gut zur Ruhe kommen und arbeiten. In Wien bin ich dann auf den größeren Veranstaltungen unterwegs, wobei auch die Grazer Kunstszene wächst.

Wie lange brauchen Sie für ein Werk?
Das ist sehr unterschiedlich, aber oft sind die schnellsten Bilder die besten.

Ist Kunst für Sie der Einblick in eine andere Welt?
Ja, das beschreibt es gut. Durch die Kunst ist für mich irgendwie ein Fluss des Lebens da.

Kunst bedeutet für mich ... Leben.
Das letzte Mal richtig laut gelacht habe ich ... ständig. Lachen bedeutet für mich auch Leben.
Auf einen Kaffee gehen würde ich am liebsten ... in Graz mit meinen Herzensfreunden.
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