27.09.2016, 15:39 Uhr

Wenn die Hitze im Büro steigt

Ein verschmitztes Lächeln hier, eine nette Geste dort: Nicht immer ist ein Flirt am Arbeitsplatz etwas Unverfängliches, er kann auch zum Problem werden, wenn er nicht gut durchdacht ist. (Foto: Bilderbox)

Dr. Philip Streit erklärt, wann Flirten am Arbeitsplatz erlaubt ist.

Ein Blick über den Bürotisch, eine kleine Berührung beim Kaffeeautomaten und schon ist er da, der Flirt am Arbeitsplatz. Doch was ist verboten und was ist in Ordnung? Schadet eine Affäre dem Betriebsklima? Soll man sie verheimlichen oder den Kollegen mitteilen?
Familienflüsterer Dr. Philip Streit bekräftigt, was hinlänglich bekannt ist: Der Arbeitsplatz ist die beste Partnervermittlungsbörse. Dort begegnet man sich tagtäglich, lernt sich kennen und hat ausreichend Gelegenheit, den anderen zuvorkommend zu behandeln. Weiters kann man problemlos miteinander in unverbindlichen Kontakt treten. Da passiert es gar nicht so selten, dass es zu Affären kommt. Flirten am Arbeitsplatz ist gesetzlich nicht untersagt, aber wann kann es schädlich sein?

Flirt erkennen

Zunächst gilt es herauszufinden, worauf beide Seiten aus sind. Es gibt die sogenannten "Acts of Kindness" – kleine nette Gesten –, welche gegenseitige Wertschätzung zum Ausdruck bringen und wechselseitige Resonanz erzeugen. Diese Gesten können ein gutes Betriebsklima fördern. Bei einem Flirt kommt dann allerdings eine ganz klare Absicht dazu, weil eine körperliche Anziehung dahintersteckt.

Betriebsklima beachten

Zu Problemen kann es kommen, wenn das Betriebsklima durch den Flirt nachdrücklich negativ beeinflusst wird. Das ist dann der Fall, wenn die Regeln der Diskretion im Umgang miteinander nicht gewahrt werden oder wenn Liebesbeweise öffentlich kundgetan werden. Sollte das Flirtverhältnis zwischen im Betrieb hierarchisch unterschiedlich gestellten Mitarbeitern stattfinden, wird es auch schwierig, wenn andere Kollegen durch die öffentliche Austragung der Affäre herabgesetzt werden. Tratschereien im Pausenraum können weitreichende Folgen haben und auch der eigene Job kann in Gefahr sein, sollte der Flirt sich nachhaltig negativ auf das Betriebsklima auswirken. Wenn der Flirt jedoch unvermeidlich ist, dann sollte bespielsweise darauf geachtet werden, dass Privates und Berufliches getrennt bleiben.

So gehen sie am besten mit der Flirtgefahr im Betrieb um:
1. Checken Sie sich selbst. Um was geht es Ihnen bei Beziehungen im Betrieb – anderen zu begegnen oder einen Vorteil daraus zu ziehen? Zweckbeziehung oder echte Begegnung?
2. Offenheit. Versuchen Sie, Ihren Kollegen und Kolleginnen im Betrieb offen zu begegnen und einen Beitrag zum guten Betriebsklima zu leisten. Machen Sie das nicht zweckorientiert, sondern um der Sache selbst.
3. Danke sagen. Geizen Sie nicht mit Komplimenten, kleinen Akten der Anerkennung und kleinen Dankeschöns. Seien Sie nachsichtig und können Sie verzeihen.
4. Respekt zeigen. Diskutieren Sie mit anderen wertschätzend, aktiv, konstruktiv, schätzen Sie den Beitrag des anderen. Akzeptieren Sie seine Haltung.
5. Gutes Klima. Tragen Sie mit Momenten der positiven Resonanz im Betrieb bei. So entsteht ein gutes Betriebsklima.
6. Diskrepanz wahren. Sollte es einmal funken, was durchaus sein darf, seien Sie diskret und vornehmend zurückhaltend.
7. Nachdenken ist wichtig. Reflektieren Sie sich während der Affäre.
8. Dem Chef mitteilen. Sollte etwas Ernsteres daraus werden, tragen Sie dafür Sorge, dass Ihr Chef nicht als letzter davon erfährt.
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