17.10.2016, 13:39 Uhr

Holz bis an die Ofentür liefern

Mit der Anzündholzmaschine hat der Verein schon wieder einen neuen Trumpf im Ärmel.

Gewinner Tiroler Regionalitätspreis 2016 – Kategorie Verein/ Institution / Behörde

18 Waldbauern bieten als Verein ein ganz besonderes Abo: Sie bringen in ganz Tirol Ofenholz bis an die Haustüre und manchmal auch noch weiter.

Das Brandenbergtal ist nicht nur ein Naturjuwel, sondern auch ein riesiger Energiespeicher. Wenige wissen das mehr zu schätzen als Reinhard Gruber. Der Aschauer ist Obmann des Vereines „Tiroler Ofenholz“ und darf sich in diesem Jahr gemeinsam mit seinen Mitgliedern über den Regionalitätspreis 2016 freuen.
Im Frühjahr 2013 wurde der Verein rund um ein Pilotprojekt der Landwirtschaftskammer und Energie Tirol gegründet, elf Waldbauern waren es damals. „Wir müssen uns von den anderen abheben“, wusste Gruber schon damals. Regionalität, Nachhaltigkeit und die richtige Vermarktung bildeten die Eckpunkte des Erfolges, den der Verein mittlerweile verbuchen kann. Heute sind es 18 Waldbauern, die in ganz Tirol für wohlige Wärme in den Wohnzimmern sorgen. Mit dem Ofenholzabo bietet der Verein einen Service, der bisher im Umkreis unvergleichlich geblieben ist. „Unser Kundenkreis ist bunt gemischt, da gibt es Alte und Junge, Städter und Bauern. „Viele sind froh, dass ihnen das Holztragen erspart bleibt“, erklärt Gruber, „und natürlich werden sie auch zum richtigen Heizen mit Holz beraten. Manche haben die passenden Geräte und die Übung nicht mehr, da würde es schon auch gefährlich im Wald!“

Mit Zünder, Infos und allem Drum und Dran

„Wir alle verwenden nur regional gewachsenes Holz aus unseren Wäldern, kaufen nichts zu. Und wir garantieren für die optimale Energieausbeute, denn wir kennen die richtigen Lagerzeiten. Unser Holz braucht eine Restfeuchte von rund 20 Prozent“, erklärt der Landwirt, „damit heben wir uns von der Konkurrenz ab“. Das Holz hat dann zwei Jahre lang gelagert, bringt genau die richtige Restfeuchte mit, um verheizt zu werden.

Der Service, den die Vereinsmitglieder ihren Kunden bieten, kann sich sehen lassen. Das Feedback der Abonnenten spricht für sich: „Seit ich angefangen habe, ist noch nie ein Kunde abgesprungen“, freut sich Gruber auch über die Loyalität in der Region. Mittlerweile versorgen in beinahe ganz Tirol Mitglieder des Vereines zufriedene Kunden mit dem passenden Ofenholz für jeden Zweck.

In den Kartons, in denen das Brennholz zu den Abonnenten geliefert wird, finden sich nicht nur – je nach Gusto und Bedarf – Hart- oder Weichhölzer, sondern auch Anzündhilfen, die die Lebenshilfe in mehreren regionalen Werkstätten in Tirol produziert. „Die Zündhilfen funktionieren richtig gut“, ist Gruber überzeugt. Zudem konnten sich die Vereinsmitglieder heuer eine Neuanschaffung leisten, die sich bereits mehr als bezahlt gemacht hat: Die Anzündholzmaschine spaltet große Stücke in leicht brennbare Zunder-Stücke. Mit ihnen und den richtigen Tipps von den Holzprofis geht das Anheizen des heimischen Ofens dann wie im Nu. Die Spaltmaschine ist fix auf einen Anhänger montiert und kann so quer durchs Land zu den Waldbauern reisen, um alle Abonnenten zu versorgen. Der Clou: es ist erst die dritte Maschine ihrer Art in Österreich, wie Obmann Gruber nicht ohne Stolz feststellt.

Buche, Ahorn, Fichte und Tanne

Auch an der Auswahl sollen beim Verein Tiroler Ofenholz keine Einheizgelüste zu kurz kommen. Sowohl die Länge der Scheite als auch die Holzarten können je nach Bedarf ausgewählt werden. „Wir verwenden von den Harthölzern hauptsächlich Buche, Ahorn und manchmal Eiche. Weichholz stammt meist von Fichten, Tannen und hin und wieder auch von Lärchen“, so der Aschauer.

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