20.04.2016, 13:10 Uhr

Brennpunkt Bezirk Kitzbühel. Werden unsere Enkel hier noch leben?

Bgm. Klaus Winkler, Georg Wurzenrainer (Bezirksjungbauernobmann), Forum Land Bezirksobmann Andreas Embacher, Bgm. Leo Niedermoser (St. Jakob), Manfred Riedl (Leiter Abt. Landesstatistik und TIRIS), Bezirksbauernobmann LAJosef Edenhauser. (Foto: Forum Land)

Forum Land lud nach Kitzbühel, um über die Zukunft der Region zu diskutieren; Abwanderung und Überalterung droht.

BEZIRK KITZBÜHEL (niko). Zahlreiche Bürgermeister, Gemeinderäte und Interessierte folgten der Einladung von Forum-Land zur Veranstaltung in Kitzbühel, bei der der Leiter der Landesstatistik Manfred Riedl Zahlen, Daten und Fakten zur Zukunft des Bezirkes präsentierte. Werden unsere Enkel hier noch wohnen" war eine der zentralen Fragen. Jedenfalls werde es im Bezirk in den kommenden Jahren einige Hausaufgaben zu erledigen geben, so Riedl.

Für den Statistiker steht fest, dass der Zentralraum in Tirol stark wachsen und durch die Zuwanderung eine junge und internationale Struktur entwickeln wird. „Neben der positiven Geburtenbilanz wird ein starker Außenwanderungsüberschuss für diese Entwicklung verantwortlich sein. "Dieser Zuzug mündet in den großen zentralen Orten. Im restlichen Zentralraum werden die Anteile junger und erwerbsfähiger Personen sinken, die Personengruppe über 65 wird deutlicher als in den Hauptorten zunehmen", so Riedl.

Trends im Bezirk Kitzbühel

Im Bezirk Kitzbühel und manchen Tourismuszentren sieht Riedl hingegen ein geringes Wachstum. „Die einheimische Bevölkerung wandert ab und überwiegend EU-Bürger in größerer Zahl zu. Damit veraltert in diesen Gebieten die Bevölkerung in Zukunft sehr stark –und zwar so stark wie in keinem anderen Bezirk Tirols“, so Riedl. So werde der Geburtensaldo ab dem Jahr 2030 einen negativen Saldo aufweisen.

Riedl gab zu bedenken, dass die gemeindeübergreifende Zusammenarbeit im Bezirk derzeit weit weniger fortgeschritten ist als in manch anderen Bezirken Tirols, wo man bereits jetzt miteinander an Lösungsansätzen arbeite.

Tugenden der Siedlungsentwicklung

Riedl formuliert sieben Tugenden der Siedlungsentwicklung. Während bestehende Bausubstanz intensiver genutzt, ausgebaut, ergänzt und im Falle eines Abrisses zweckmäßig wiederaufgebaut werden sollte, sieht Riedl vor allem in der kollektiven Planung Möglichkeiten positive Entwicklungsakzente zu setzen. „Bestehende Siedlungen können qualitätsvoll verdichtet werden, randlich ergänzt bzw. kann man neue Sieldungen kompakter, verdichteter und mit öffentlichem Raum planen."

Zukunftsfähige Projekte aus dem Bezirk

Auch die Bürgermeister Klaus Winkler und Leo Niedermoser präsentierten gelungene verdichtungs- bzw. Neubauprojekte aus ihren Gemeinden. Wichtig war beiden Bürgermeistern besonders, jungen einheimischen Familien das Wohnen in ihrer Heimat weiterhin zu ermöglichen.
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