22.03.2016, 15:49 Uhr

"Jeder Tag ist eine Herausforderung"

Zu Besuch im WOCHE-Büro: Leibnitz AK-Chef Manfred Schwindsackl, WOCHE Leibnitz-Redaktionsleiterin Watraud Fischer und AK-Präsident Josef Pesserl. (Foto: KK)

Die AK Außenstelle Leibnitz leistet für die Arbeitnehmer wertvolle Arbeit. Im Rahmen einer Bezirkstour zogen Präs. Josef Pesserl und AK Leibnitz-Chef Manfred Schwindsackl Bilanz im WOCHE-Büro.

Nicht nur vor der letzten AK-Wahl war Präsident Josef Pesserl fleißig im Einsatz. "Seit der Wahl im April 2015 haben wir rund 160 Betriebe in der Steiermark besucht", rechnet Pesserl vor, wobei die Stimmung in den Betrieben aufgrund der aktuellen Situation unterschiedlich ist. Während viele Betriebe den Blick nach vorne gerichtet haben und positiv gestimmt sind, klagen andere Unternehmer über eine schlechte Auftragslage.

Bilanz der Außenstelle Leibnitz

Auf ein arbeitsreiches Jahr 2015 blicken die neun Mitarbeiter der Außenstelle Leibnitz unter der Leitung von Manfred Schwindsackl zurück.
Insgesamt wurden 4.732 Rechtsauskünfte erteilt, davon 3.121 persönlich. Der Löwenanteil der Rechtsauskünfte entfiel dabei mit 3.836 auf arbeitsrechtliche Angelegenheiten. "Jeder Tag ist eine Herausforderung, und mittlerweile sind in Leibnitz vier Personen um beste Beratung bemüht", unterstreicht Schwindsackl. "Ohne einen Generalverdacht zu schöpfen", ist es für Schwindsackl bemerkenswert, "mit welcher Ignoranz manche Unternehmer an die Sache herangehen": "Auf Schreiben wird einfach nicht reagiert. Dabei haben wir schon unsere 'Stammkunden', wobei bei uns im Grenzbereich nicht das Hotel- und Gastgewerbe an erster Stelle steht, sondern vielmehr das Baugewerbe mit den Baunebenbereichen." Sehr auffällig seien vor allem Situationen, in denen es immer wieder ums liebe Geld geht (Änderungskündigungen, etc.). Schwindsackl berichtet aus Erfahrung: "Das größte Manko haben wir, wenn die Leute ohne Aufzeichnungen und Unterlagen kommen. Damit sind uns leider die Hände gebunden, um aktiv helfen zu können."
Präsident Josef Pesserl sieht die Arbeit der AK auch als Schutz für jene Betriebe, die sich an die Spielregeln halten und ist ein großer Befürworter eines Betriebsrates.
Auf dem Interventionsweg erreichten die Mitarbeiter der AK Außenstelle Leibnitz in Arbeitsrechtssachen (inklusive Jugendschutz) 311.579 Euro. Von 435 angelegten Akten wurden 162 zur Klagsführung weiergeleitet. Hauptverfahrungsgründe waren Entgeltstreitigkeiten, Sonderzahlungen und Urlaubsersatzleistungen. Mehr als 21.000 Euro wurden in Konsumentenschutzsachen erstritten. Neben ihrer Tätigkeit in Leibnitz hielt die Außenstelle 34 Sprechtage in Bad Radkersburg ab.

13 Außenstellen in der ganzen Steiermark

Die AK Steiermark hat im Vorjahr knapp 43 Millionen Euro in Arbeits-, Insovlenzrechts- und Konsumentenschutzangelegenheiten für ihre Mitglieder erstritten. Einen wesentlichen Beitrag zur Erfolgsbilanz der AK lieferten die insgesamt 13 Außenstellen der AK. Von den rund 11,8 Millionen Euro, die die AK steiermarkweit in ihrer "Kernkompetenz" Arbeitsrecht für ihre Mitglieder herausholte - sei es durch Intervention oder auf dem Gerichtsweg - entfiel mit 5,76 Millionen Euro rund die Hälfte auf die Außenstellen. Neben der Beratung und Intervention in Arbeitsrechts- und Sozialrechtssachen, Insolvenz-, Jugendschutz-, Arbeitnehmerschutz- und Konsumentenschutzangelegenheiten gehören Lehrbetriebserhebungen, Preiserhebungen und die Revision von Betriebsratsfonds zu den Aufgaben der AK Außenstellen. Zusätzlich sind die Leiter der AK Außenstellen oder deren Mitarbeiter in zahlreichen Gremien tätig, beispielsweise beim AMS. Darüber hinaus wird eng mit ÖGB und Gewerkschaften kooperiert. Manfred Schwindsackl: "Auch im Computerzeitalter werden wir um persönliche Beratung nicht umhinkommen."
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