02.10.2016, 15:10 Uhr

Ein unkomplizierter „Tag der Begegnung“

"Tag der Begegnung" in Niklasdorf

Erfolgreiche Integration ist keinesfalls einfach. In Niklasdorf wird aber hart daran gearbeitet.

NIKLASDORF. Nicht einmal das strahlend schöne Spätsommerwetter konnte über die doch deutlich spürbare Nervosität aller Beteiligten am ehemaligen Gelände der Baufirma Hinteregger im Osten von Niklasdorf hinwegtäuschen. Der Grund dafür war ein sogenannter „Tag der Begegnung“. Zum ersten Mal bot sich für interessierte Niklasdorfer die Gelegenheit, die seit Juni dieses Jahres am früheren Firmengelände untergebrachten 45 unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge vor Ort zu besuchen und sich darüber zu informieren, wie es denn dort „überhaupt zugeht“.

Anspannung zu Beginn

Die Anspannung zu Beginn der Veranstaltung dauerte aber nur kurz. Die Organisatorinnen- Standortleiterin Heike Wolts und Vbgm. Margot Stummer- wurden aber mit jedem eintreffenden Besucher gelassener und ruhiger. „Wir konnten das Interesse der Bevölkerung ja absolut nicht einschätzen“, erzählt die Vizebürgermeisterin sichtlich erfreut über die zahlreichen Besucher. Nach jeweils kurz gehaltenen Begrüßungen durch die Projektverantwortlichen wurden die Gäste von den Flüchtlingen mit einem Lied-natürlich in unserer Landessprache-und einem Referat über Österreich willkommen geheißen. Anschließend wurde gemeinsam gegessen, geplaudert und natürlich auch miteinander gespielt. „Die Jugendlichen kommen zum überwiegenden Teil aus Afghanistan. Wir haben aber auch Somalier und Pakistani bei uns“, erklärt Heike Wolts und erzählt weiter: „Unsere Schützlinge werden rund um die Uhr von einem Team aus Psychologen, Pädagogen und Lehrern betreut und haben dadurch einen geregelten und ausgefüllten Tagesablauf!“ Josef Missethon, der Mastermind des Projekts, zeigt sich auch zufrieden und verrät: „Unsere Arbeit ist keineswegs immer einfach. Aber wir lernen dazu und werden immer besser!“

Das Projekt

Beim Projekt in Niklasdorf geht es darum, dass die unbegleiteten und minderjährigen Flüchtlinge im Anschluss an die Ausbildung in Niklasdorf eine Lehre in einem sogenannten Mangelberuf beginnen können. Unter Mangelberuf versteht man Berufsgruppen, die aufgrund fehlender Lehrlinge keine bzw. zu wenige Facharbeiter hervorbringen. Im ehemaligen Arbeiterwohnheim der Firma Hinteregger werden 45 Asylwerber aus den Ländern Afghanistan, Pakistan und Somalia von Fachleuten rund um die Uhr betreut und müssen unsere Sprache auf dem Niveau A2 beherrschen, um zukünftig in der Berufsschule bestehen zu können. Ein weiterer wichtiger Faktor ist das Erlernen heimischer Sitten und Gebräuche sowie österreichischer Umgangsformen. Um diesbezüglich die Unterschiede zu ihren Heimatländern herauszuarbeiten, gehören neben Psychologen, Pädagogen und Lehrern auch sogenannte „Muttersprachler“ zum Betreuerteam. Diese Personen können kulturelle Unterschiede zu den Heimatländern am besten aufzeigen. Gegenwärtig sind rund um Standortleiterin Heike Wolts 12 Personen mit der Betreuung und Ausbildung der Jugendlichen in Niklasdorf beschäftigt.
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