07.06.2016, 10:40 Uhr

"Verbringe viel Zeit in Admont"

Barbara Petritsch ist seit 1999 Mitglied des Ensembles am Wiener Burgtheater. (Foto: Jim Rakete)

Die WOCHE Ennstal hat ein Interview mit Nestroy-Preisträgerin Barbara Petritsch geführt. Die gebürtige Schladmingerin ist in Admont aufgewachsen und steht seit mittlerweile 50 Jahren auf der Bühne.

Sie verkörpern oft "kantige" Charaktere. Warum liegen Ihnen diese Rollen so sehr?
Mich interessieren Rollen, die Menschen in ihrer Vielfalt zeichnen. Menschen, die Handlungen begehen, die ich zum Teil schwer nachvollziehen kann und die sich mir, durch den Versuch mich ihrer Gedankenwelt und ihrer Emotionen, ihrer Sicht der Welt und ihrer Lebenssituation anzunähern, irgendwann erschließen. Wenn das eingetreten ist, versuche ich diese Personen so genau wie möglich auf die Bühne zu bringen.

Sie gelten als Vielspielerin. Sind Sie ein Mensch, der nur schwer zur Ruhe kommen kann?
Ja, ich spiele viel und zum Glück sehr viel Unterschiedliches, aber ich kann auch immer wieder wunderbar zur Ruhe kommen.
Wenn Sie auf Ihr berufliches Leben zurückblicken, haben Sie Ihre Ziele erreicht?
Ja, ich habe seit langer Zeit die Möglichkeit, an den sogenannten großen Häusern, mit interessanten Menschen meinen Beruf ausüben zu dürfen.

Was war Ihre Lieblingsrolle?
Die eine Lieblingsrolle gibt es für mich nicht, aber es gibt eine Unzahl von schönen, herausfordernden Rollen, unter anderem, Dona Rosita, Fräulein Julie oder Maria Stuart, die ich gespielt habe. Diese waren im Moment als ich sie spielte, dann eben meine Lieblingsrollen.

Sie sind in Schladming geboren und in Admont aufgewachsen. Was verbinden Sie heute noch mit Ihrer alten Heimat?
Mit Schladming verbinden mich vor allem die Erzählungen meiner Eltern.
Seit ich denken kann wusste ich durch diese Schilderungen, wie großzügig, herzlich, hilfsbereit die Bevölkerung in Schladming, speziell im Untertal und in Rohrmoos ist. Menschen, die selber kaum genug für ihr eigenes Leben besaßen, teilten das Wenige und gaben uns das Gefühl willkommen zu sein. Mit Admont verbindet mich, dass dort Menschen leben mit denen ich von Kindheit an vertraut bin, dass mein Vater dort unter anderem lange Zeit Bürgermeister war und dass der Ort immer noch Treffpunkt unserer Familie und Freunde ist.

Gibt es einen Lieblingsplatz im Bezirk Liezen?
Ja, den Platz auf unserer Terrasse mit Blick auf Admont.

Fehlt Ihnen nicht manchmal "das einfache Landleben?"
Mein Mann und ich verbringen viel Zeit in unserem Haus in Admont und gestalten eben dort in unregelmäßigen Abständen Lesungen im Festsaal des Stiftes. Es hat sich erfreulicherweise ein Stammpublikum gebildet, durch gegenseitigen Gedankenaustausch erfahren wir, dass es weder das einfache Landleben noch das einfache Stadtleben gibt, sondern Herausforderungen, die es da wie dort zu bewältigen gibt.

Was halten Sie von Roggenkrapfen mit Steirerkas?
Am liebsten esse ich sie zu den Klostertagen in Admont, gebacken von Familie Schweinberger aus Hall.
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