20.07.2016, 14:13 Uhr

Mayrhof: Die kleinste Gemeinde, die am schnellsten wächst

Johann Blümlinger, Mayrhofs Bürgermeister, verfolgt einen harten Sparkurs für die Gemeinde – mit Erfolg.

Von 251 auf 310 Einwohner in nur zehn Jahren – ein kräftiger Schub für das kleine Mayrhof.

MAYRHOF. Die Gemeinde im Pramtal wächst und wächst und ist überdies die viertjüngste Kommune Oberösterreichs – Durchschnittsalter 37,4 Jahre. Überrascht ist Johann Blümlinger darüber nicht. "Bei uns passt einfach alles und wir sparen wo es geht." Aber wie macht die Gemeinde das? Die BezirksRundschau hat nachgefragt.

BezirksRundschau: Herr Blümlinger, würden Sie Mayrhof als Vorzeigeort unter den kleinen Gemeinden in Oberösterreich bezeichnen?
Blümlinger: So möchte ich das nicht sagen, aber wir bemühen uns anständig zu arbeiten?

Inwiefern?
Mayrhof hat mehr zu bieten als eine schöne Landschaft. Wir sorgen für schöne, aufgeschlossene und leistbare Baugründe und viele Aktivitäten für Familien. Außerdem sparen wir an allen Ecken und Enden. Mayrhof konnte bisher immer den Haushalt ausgleichen und hat im Gegensatz zu den meisten Gemeinden im Land keine Schulden.

Wie schaffen Sie das?

Wir haben eine schlanke Verwaltung. Die Verwaltungskosten pro Einwohner liegen bei 206 Euro, der Landesschnitt ist 480 Euro. Außerdem führen wir die Gemeinde sehr sparsam. Wir haben etwa keinen Bauhof und kooperieren mit dem Maschinenring. Und: Bei uns gibt es sehr viel Freiwilligkeit und Eigeninitiative. Die Dorfgemeinschaft pflegt etwa den Spielplatz. Der Verschönerungsverein kümmert sich um den Dorfplatz.

Und warum der harte Sparkurs?

Als kleine Gemeinde haben wir wenig Finanzkraft aufgrund geringer Kommunalsteuereinnahmen. Das bedeutet aber nicht, dass die Mayrhofer arm dran sind. Sondern, dass es keine Großverdiener in der Gemeinde gibt beziehungsweise die Landwirtschaft relativ wenig verdient.

Wie helfen Sie als Bürgermeister beim Sparen?
Ich verrechne etwa kein Kilometergeld, wenn ich zu Terminen fahre. Denn eines ist klar: Wenn eine kleine Gemeinde sparen muss, dann muss auch ihr Bürgermeister sparen. Außerdem helfen ich und die Fraktionsobmänner aus eigener Tasche bei der Vereins- und Musikförderung mit.

Von der Politik wird eine Zusammenlegung kleiner, nicht rentabler Gemeinden gefordert. Wäre das für Mayrhof denkbar?
Auf gar keinen Fall. Ich sage immer, bei uns gibt es drei Kulturkreise – Eggerding, Andorf und Lambrechten. Mit einer Zusammenlegung mit einer der drei Gemeinden könnte man es nie allen recht machen. Und zum Vorwurf, kleine Gemeinden seien nicht rentabel – wir beweisen täglich das Gegenteil.

Zu welchem Kulturkreis gehören Sie?
Zu Eggerding (lacht). Aber als Bürgermeister bin ich natürlich neutral. Wir passen auf, dass alles gerecht verteilt und keine Seite bevorzugt wird.

Sie haben angekündigt, die Amtszeit nicht zu vollenden. Nach etwa drei Jahren soll an voraussichtlich an Vizebürgermeister Mario Gierlinger übergeben werden. Können Sie sich eigentlich vorstellen nach 22 Jahren nicht mehr Bürgermeister zu sein?

Ja das kann ich. Ich sehe das Amt des Bürgermeisters als Job, den ich ordentlich ausführe. Danach wird sich sicher wieder eine neue Aufgabe finden.

Was möchten Sie in ihrer Amtszeit unbedingt noch schaffen?

Noch heuer steht ein großes, wichtiges Projekt an: Ein LTE-Sendemasten aufgestellt. Der Internetausbau ist enorm wichtige für eine Gemeinde. Ansonsten soll Mayrhof anständige Baugründe mit gescheiter Aufschließung aufweisen. Dabei sind wir auf einem guten Weg.
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