14.04.2016, 09:30 Uhr

Moderne Lauftrainings nur Mogelpackungen?

Helmut Lautner war jahrelang selbst für den CLR Sauwald als Leistungssportler im Einsatz.

Wie sieht das Lauftraining der Zukunft aus? Der diplomierte Body- und Vitaltrainer Helmut Lautner weiß es.

ST. ROMAN (ebd). Im Interview spricht Lautner über neueste wissenschaftliche Erkenntnisse und was das familiäre Umfeld mit dem Training zu tun hat.

BezirksRundschau: Herr Lautner, Was verstehen Sie unter einem modernen Training?
Lautner: Ein modernes Training ist immer dynamisch und aktuell an die Gegebenheiten sowie an das Umfeld des Athleten angepasst. Egal ob kurzfristige Termine, Überstunden oder eine Verkühlung die Umsetzung des Trainings unmöglich machen – durch diese Dynamik wird der Trainingsplan sofort an die Umstände angepasst.

Warum?
Weil dadurch der Sportler immer die Gewissheit hat, das Richtige zu tun.

Wie sieht so ein Training aus?
Wichtig ist eine Umfeldanalyse – also bei einem ganzheitlichem Training mein Umfeld wie Familie, Beruf oder ehrenamtliche Tätigkeiten zu berücksichtigen. Und natürlich muss der aktuelle Trainingszustand wie etwa Trainingshäufigkeit, Intensität erhoben werden. Dann gehören die persönlichen Ziele festgelegt und an das persönliche Umfeld angepasst.

Was benötige ich dafür?
Das Training kann über verschiedene Parameter gesteuert werden, die gängigsten dafür sind beim Laufen und Radfahren die Herzfrequenz, die Geschwindigkeit oder die Wattmessung. Hier wird die aktuell erbrachte Leistung gemessen. Zudem sollte man bei jeder Trainingseinheit genau wissen, welche Eigenschaft meines Körpers ich heute trainieren möchte. Und ganz wichtig: Jede Planung sollte eine bestimmte Dauer an Belastung mit anschließender Erholung enthalten. Damit kann der Körper die Trainingsreize verarbeiten und besser werden. Eine goldene Regel besagt: Besser wird man in der Pause.

Welche zusätzlichen Faktoren beeinflussen den Erfolg?
Jeder sollte sich schon im Vorfeld mit den mentalen Herausforderungen eines geplanten Wettkampfes auseinandersetzen, denn nur so kann ich mir Werkzeuge zurechtlegen, um mein Ziel leichter zu erreichen. Unterstützung findet man meist beim Trainer oder einem Mentalcaoch. Die Ernährung ist der Treibstoff des Körpers. Gebe ich ihm das falsche, kann er nicht richtig funktionieren. So gibt es für jede Trainingseinheit Ernährungsvorgaben, die mich mein Ziel schneller erreichen lassen.

Wie groß ist eigentlich der Einfluss neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse?
Die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse und Trainingsmethoden finden ihre Anwender vorrangig im Leistungs- oder Hochleistungsport. Grundsätzlich muss sich ein Sportler erst einmal die Basics jeder Sportart aneignen. Erst dann können mit neuen Trainingsreizen weitere Leistungssteigerung erzielt werden. Es macht für Läufer keinen Sinn, hochintensives Intervalltraining zu machen, wenn sie nicht in der Lage sind, überhaupt eine Stunde durchzulaufen.

Und wie sieht nun der zeitliche Ablauf einer modernen Trainingseinheit aus?
Etwa 2,5 Stunden vor dem Training sollte die letzte Mahlzeit eingenommen werden. Während des Trainings aufwärmen, trainieren und schließlich regenerieren. Dann den Energiespeicher durch richtiges Essen wieder auffüllen – nach der Faustregel: Nach einem 90-minütigen Training sollte man in den 90 Minuten nach dem Training die verbrauchte Energie wieder zuführen. Mehr dazu: www.lautner-training.com
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