22.09.2016, 10:34 Uhr

Es führt doch ein Weg zurück

Gesucht und gefunden: Wolfgang Pietsch und das Monument aus 1835.

Der Geist des Hammer-Purgstall lebt nicht nur in Schloss Hainfeld.

Er war der Begründer der Orientwissenschaft in Österreich. Ein Sprach- und Literaturforscher, Historiker und Dichter. Er förderte die Wissenschaften, bereiste die halbe Welt, stand als einer der wenigen seiner Zeit vor den Pyramiden von Gizeh. Joseph von Hammer-Purgstall liebte auch seine Heimat, die Steiermark, und insbesondere ein Schloss in Leitersdorf. Er erbte Hainfeld 1835 und verbrachte viele Sommermonate dort.
Das Schloss ist mittlerweile für das "gemeine Volk" geschlossen, der neue Eigentümer hat lieber seine Ruhe. Das kulturelle Vermächtnis dieses bedeutungsvollen Mannes rückt damit in unerreichbare Sphären. "Stimmt, aber nur zum Teil", vermag Professor Wolfgang Pietsch zu beruhigen. Der pensionierte Philologe und gebürtige Feldbacher kennt Hammer-Purgstall gut. Er weiß, wo dieser seine Spuren hinterlassen hat.
Und diese finden sich nur wenige Zeilensprünge vom Schloss entfernt. Dort ließ Hammer-Purgstall einen Wanderweg anlegen, der hinauf zum Steinberg führte. Ein großartiger Ausblick, nebenbei angemerkt. 40 Tafeln stellte der Naturliebhaber entlang des Pfades auf, 23 davon im und um das Schloss. Außerdem setzte er Landmarken. "Bei der Wasserquelle eine dreiseitige, etwa 1,5 Meter hohe Pyramide mit drei Inschriften aus grauem Marmor", berichtet Pietsch. Die Pyramide gibt es noch, im Dickicht versteckt, zugewuchert und vermoost. "ariston men hydor" – das Beste aber [ist] das Wasser – steht auf einer der wenigen Platten, die noch erhalten sind. Sie ist im Freilichtmuseum Trautmannsdorf verwahrt, könnte aber bald an ihren Ursprung zurückkehren.

Gedenkweg in Planung

Wolfgang Pietsch möchte zusammen mit der Gemeinde Feldbach einen Hammer-Purgstall-Gedenkweg errichten. Die Grundeigentümer hätten ihre Zustimmung, so Josef Ober, bereits erteilt. Angedacht sei laut Pietsch, die Pyramide freizustellen und zu sanieren, außerdem sollen etliche der verlorenen Tafeln rekonstruiert werden. Die Textinhalte kennt Pietsch, denn Hammer-Purgstall hielt kurz vor seinem Tod sämtliche Zitate und Widmungen in einer Broschüre fest. Es wird also doch noch ein Weg zurückführen, zum Geist von Hammer-Purgstall.
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