04.04.2016, 17:11 Uhr

Migration bewegt auch die Museen

Der 24. Steirische Museumstag stand unter dem Thema Migration und Mobilität.

"Der Steirische Museumstag ist ein Wanderzirkus und alljährlich zentraler Treff der Mitarbeiter", erklärte Evelyn Kaindl-Ranzinger vom Veranstalter Musis. Im Vorjahr fand der Museumstag in Graz zum Thema Mobilität statt, heuer wählte man die Ottersbachmühle als Veranstaltungsort und "Migration und Mobilität im Spiegel von Museumssammlungen" als Thema. "Die Ottersbachmühle ist zwar kein Museum, hat aber musealen Charakter und ist mit Rudolf Strohmeier und seinem Team ein großartiger Partner", so Kaindl-Ranzinger weiter. Mit dem Leitthema wollte man nicht auf aktuelle und akute Situationen eingehen, aber einen tieferen Blick in die Sammlungen werfen.

Werte vermitteln
Leitvorträge, eine Diskussionsrunde und vier Arbeitsgruppen bestimmten das ganztägige Programm des Museumstages.
"Wir wollten weg von der aktuellen Situation und stellten uns die Frage, was in den Sammlungen drinnen ist", so Johann Köck von Musis. Als Hauptreferenten holte man Michael Weese, den wissenschaftlichen Leiter des Landesmuseums Burgenland in die Ottersbachmühle. "Wir beschäftigen uns schon seit einigen Jahren mit diesem Thema", so Weese. Das Burgenland ist historisch stark von Zu- und Abwanderung betroffen. Er verweist auf die starke Abwanderung von Burgenländern nach Amerika und die Flucht der Ungarn im Jahr 1956. Innerhalb der Neuaufstellung des Landesmuseums wurden auch Begriffe wie kulturelle Vielfalt, Pluralität und Diversität zur Diskussion gestellt. "Wir sind auch gefordert, Werte zu vermitteln", so Weese.

Orte der Begegnung
Heute finden in Museen auch Begegnungscafés und Deutschunterricht statt. "Eine Sprache kann man in einem Museum auf spielerische Art erlernen", betonte Eva Fürstner vom Museum der Wahrnehmung in Graz. Dort hat man auch viel Erfahrung mit Schülergruppen und Mitarbeiter mit Migrationshintergrund.
Ein Best-Practice-Beispiel steuerte am Museumstag David Kranzelbinder vom Pavelhaus mit dem Projekt "Lebenswege - Zivljenjske poti" bei, in dem das Thema "Slowenische Gastarbeiterinnen in der Steiermark" aufgearbeitet wurde.
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