27-Jähriger attackierte Bahnfahrer mit Messer

Der Angeklagte im Landesgericht ...
5Bilder

Der Wiener überraschte einen Zuginsassen von hinten mit einem Messer und schnitt ihm über den Hals.

BEZIRK (ip). Es wäre als zweifacher Mordversuch zu werten, wäre der Täter zum Tatzeitpunkt zurechnungsfähig gewesen, erklärte der St. Pöltner Staatsanwalt Karl Wurzer den Geschworenen am Landesgericht, die über seinen Antrag auf Einweisung eines 27-jährigen Wieners in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher zu urteilen hatten.

Fahrgast attackiert

Zu der tragischen Anlasstat kam es am Weihnachtsabend 2018, als der bislang unbescholtene Mann beschloss, mit der Bahn von Wien nach Salzburg in eine Klinik zu fahren. Ein Taschenmesser hatte er bei sich, „um sich zu schützen“, wie er der vorsitzenden Richterin Doris Wais-Pfeffer erklärte.
Auf der Fahrt durch den Bezirk Amstetten habe er einen Befehl bekommen und in der Folge einem Fahrgast von hinten mit dem Messer quer über die rechte Halsseite bis zum Nacken geschnitten.

Panik und Schlafstörungen

„Es gab vorher kein Gespräch, nicht einmal einen Augenkontakt“, schilderte das Opfer, ein 46-jähriger Kremser, der von dem Angriff völlig überrascht wurde und das Weite suchte. Seiner Aussage nach leide er noch immer an Panikzuständen und Schlafstörungen.

Zweites Opfer im Zug

Das Opfer sei „Zufall“ gewesen, meinte der 27-Jährige, und dann „war ich froh, dass der Kampf vorbei war“. Warum er anschließend noch einem 19-Jährigen, den er kurz in ein wirres Gespräch verwickelte, das Messer in den vorderen Halsbereich stach, konnte er nicht erklären. Dem 19-Jährigen gelang es zunächst, die Hand des Angreifers festzuhalten, und im Zuge eines Gerangels habe der 27-Jährige geschrien, dass er ihn umbringen werde.
Mit dem Messerstich wurde laut Gerichtsmediziner die Halsschlagader freigelegt, zum Glück aber nicht geöffnet.

Das sagt der Gutachter

Sein Mandant leide an einer sehr schwerwiegenden psychischen Erkrankung, „Umbringen wollte er aber niemanden“, erklärte Verteidiger Wolf Mazakarini, der für den Betroffenen auch als Sachwalter fungiert.
Für den forensischen Gutachter Dietmar Jünger handelt es sich dabei um eine paranoid-halluzinatorische Schizophrenie. Schon als Jugendlicher habe der Wiener Cannabis konsumiert, aufgrund seiner Erkrankung sei er bereits mehrfach stationär in Psychiatrien behandelt worden.

Das ist das Urteil

Die Krankheit, die das gesamte Denken und Handeln des Mannes präge, äußert sich, laut Betroffenem, durch Stimmen, vor allem aber durch Halluzinationen, wobei er sich von anderen Personen verfolgt und verhöhnt fühlt. Einstimmig fiel das Urteil der Geschworenen aus.
Demnach kam es rechtskräftig zur Anstaltseinweisung, wobei es, wie Wais-Pfeffer erklärte, aufgrund des Zustandes des Betroffenen derzeit auch keine Alternative gebe.

Du möchtest kostenlos einen Fortsetzungsroman lesen und wöchentlich solche oder ähnliche Infos aus deinem Bezirk bekommen?

Dann melde dich für den meinbezirk.at-Newsletter an.

Gleich anmelden

Kommentare

?

Du möchtest kommentieren?

Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.

Weitere Beiträge aus dem Bundesland

Einfach unseren Newsletter abonnieren & mit etwas Glück, kannst du diesen Frühling mit diesem E-Bike herumdüsen.
5

Gewinnspiel
Newsletter abonnieren & ein E-Bike gewinnen!

Newsletter abonnieren zahlt sich jetzt wieder doppelt aus. Neben den wichtigsten Nachrichten, verlosen wir unter allen aufrechten Newsletter-Abonnenten ein E-Bike "KTM Macina Style 620" im Wert von 3.699€ von Fahrrad Denk aus Wilhelmsburg!  Zum GewinnDein Hobby ist das Fahrradfahren, aber dein altes Fahrrad hast du so sehr geliebt, dass es bald auseinander fallen wird? Dann mach' unbedingt bei unserem Newsletter-Gewinnspiel mit. Denn wir verlosen ein nigelnagelneues E-Bike Modell: "KTM Macina...

Aktuell

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Du möchtest selbst beitragen?

Melde dich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Foto des Tages einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen