Trockenheit und Dürre
Bauern im Bezirk Baden verlieren bis zu 70 Prozent ihrer Ernte
- Johann Krammel, Obmann der Bezirksbauernkammer Baden begutachtet die Auswirkungen der Dürre.
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Die anhaltende Trockenheit und die extreme Hitze stellen die Landwirtschaft vor enorme Herausforderungen und eine der schwierigsten Situationen der vergangenen Jahrzehnte. Der Bezirk Baden ist einer der stärkst betroffenen Bezirke in Niederösterreich.
BEZIRK BADEN. Seit Monaten fehlt es an ausreichend Niederschlägen, die Böden und Wasserreserven sind zunehmend ausgetrocknet. Die Trockenheit ist längst nicht mehr nur ein Wetterproblem - sie wird zunehmend zu einem existenziellen wirtschaftlichen Problem für unsere bäuerlichen Betriebe. Wir bräuchten eine Woche durchgehend Landregen, um die Situation zu entschärfen. Der letzte Niederschlag von 10mm war in kürzester Zeit durch die hohen Temperaturen schnell verdunstet.
- Auf den Sonnenblumenfeldern sieht es traurig aus.
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Johann Krammel, Obmann der Bezirksbauernkammer Baden erklärt: "Von der Trockenheit betroffen sind mittlerweile alle landwirtschaftlichen Sparten. Bei Herbstkulturen, wie Getreide, haben wir schon teils erhebliche Ertragseinbußen. Bei Frühjahreskulturen, wie Hackfrüchten, wird mit einem Totalausfall oder einem Minus von 60 - 70% gerechnet. Mais zum Beispiel leidet zunehmend massiv unter Trockenstress. Oftmals wurden unzureichend Maiskolben ausgebildet. Das Schadenausmaß verschlechtert sich mit jedem Hitzetag. Zuckerrüben stellen bei den Temperaturen ihr Wachstum weitgehend ein. Die Ertragserwartungen außerhalb der Beregnungsgebiete deuten auf eine der schlechtesten Ernten der letzten Jahrzehnte hin."
Besonders dramatisch ist die Situation beim Grünland
Die Futtererträge sind deutlich zurückgegangen, wodurch die Futterversorgung der Tierhalter zunehmend schwieriger und teurer wird. Der 1. Schnitt fiel regional deutlich kleiner aus, der 2. Aufwuchs ist vielfach stark reduziert oder gar nicht vorhanden. Ein 3. Schnitt bleibt ganz aus. Das hat unmittelbare Folgen für die Tierhaltung: weniger Grünland bedeutet weniger Heu und Silage und damit eine zunehmende Futterknappheit.
- Johann Krammel: "Besonders dramatisch ist die Situation beim Grünland. Die Futtererträge sind deutlich zurückgegangen, wodurch die Futterversorgung der Tierhalter zunehmend schwieriger und teurer wird."
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Viele Betriebe greifen jetzt schon auf die Winterfutterreserven zurück oder müssen Futter zukaufen. Das ist schwierig und teuer, weil die Trockenheit weite Teile Österreichs und Europas betrifft. Als letzte Konsequenz sehen viele Bäuerinnen und Bauern die Abstockung des Tierbestandes, weil die Futterversorgung der Tiere nicht mehr sichergestellt werden kann. Das verschärft die Marktsituation zusätzlich und Erlöse sinken, da es zu viel Angebot gibt.
Wein-Obst und Gemüsebau
Die Trockenheit macht auch vor Wein- Obst und Gemüsebaubetrieben nicht halt. Bewässerung kann Erträge stabilisieren, ist aber mit hohen Kosten verbunden und kann nicht, durch fehlende Infrastruktur, überall eingesetzt werden bzw. ist mancherorts nicht möglich. Besonders betroffen sind unbewässerte Anlagen, schwächere Standorte, junge Weingärten und flachgründige Böden.
- Mais zum Beispiel leidet zunehmend massiv unter Trockenstress. Oftmals wurden unzureichend Maiskolben ausgebildet.
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Beim Weinbau können kleinere Beeren Sonnenbrandschäden und geringere Saftausbeute die Folge sein. Über die endgültige Erntemenge und Qualität lässt sich derzeit noch keine abschließende Aussage treffen. Entscheidend wird der weitere Witterungsverlauf sein.
Die Forstwirtschaft trifft es nicht weniger hart. Sie ist mit zu geringen Winterniederschlägen in die Frühjahrsaufforstung gestartet. Der ausbleibende Regen verschärft die prekäre Situation.
"Wir Bäuerinnen und Bauern arbeiten mit der Natur und in der Natur. Wir sind von ihr abhängig und spüren ihre Veränderung als Erste", betont Krammel.
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