Hohe Kosten in der Landwirtschaft
Bauern im Bezirk stehen unter Druck

Die Wiedereinführung des Agrardiesels würde zur Wettbewerbsgleichheit unter den europäischen Ländern beitragen.  | Foto: privat
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Bäuerliche Betriebe im Bezirk stehen unter Druck: Steigende Dieselpreise treffen die Landwirtschaft hart.

BADEN/BEZIRK. Der Konflikt im Nahen Osten bringt nicht nur die Weltwirtschaft ins Wanken, sondern auch die Existenz der Bauern in Niederösterreich. Die Kosten steigen, Entlastung fehlt. Der NÖ-Bauernbund fordert rasches Handeln für faire Wettbewerbsbedingungen.

Die Lage spitzt sich zu

Mit dem Auslaufen der Agrardieselmaßnahmen 2025 (siehe "Zur Sache" rechts) zahlen Betriebe im EU-Vergleich besonders hohe Treibstoffkosten. Gleichzeitig steigen die Preise für Energie und Betriebsmittel, während die Erlöse etwa bei Milch, Fleisch und Getreide sinken. LKNÖ-Präsident Johannes Schmuckenschlager betont: "Österreichs Bauern bezahlen im internationalen Vergleich zu viel für den Diesel. Diese Situation ist eine bäuerliche Existenzfrage." Auch NÖ Bauernbunddirektor Paul Nemecek warnt: "Fallende Preise bei steigenden Kosten können nicht lange gut gehen. Wir müssen jetzt die Wettbewerbsfähigkeit sicherstellen."

Handlungsbedarf sehen auch die Bauern im Bezirk Baden, wie Bezirkskammerobmann Johann Krammel erläutert. "Die Preise für landwirtschaftliche Produkte sind aktuell etwa auf dem Niveau von vor 10 Jahren. Die Kosten für Löhne, Betriebsmittel und Treibstoffe sind jedoch besonders in den letzten 4 Jahren massiv gestiegen. Dadurch waren unsere landwirtschaftlichen Betriebe bereits gezwungen, Kosteneinsparungen und Optimierungen vorzunehmen. Die bestehenden Einsparungsmöglichkeiten sind kaum noch vorhanden", so Krammel. Die Preise können auch nicht an den Konsumenten eins zu eins weitergegeben werden. Der Bezirk zeichnet sich durch eine kleinteilige Struktur der Anbauflächen aus.

Pflege des Kulturgutes

"Die Landwirte sorgen auch für die Pflege und den Erhalt des Kulturgutes. Es ist zu befürchten, dass die Anbauflächen nicht mehr rentabel sind und weniger werden." Im Agrardiesel sieht er nicht die "Lösung für alle Probleme. Aber er würde zur Wettbewerbsgleichheit unter den europäischen Ländern beitragen. Deswegen unterstützte ich die Forderungen nach einer raschen Wiedereinführung des Agrardiesels." Die immer strengeren Anforderungen beim Verzicht von Pflanzenschutzmitteln führen, so Krammel, zu zusätzlichen Überfahrten, um Kulturen durch mechanische Maßnahmen zu schützen. Und diese Maßnahmen verbrauchen zusätzlichen Diesel, der kaum noch leistbar ist." Hinzu kommt, dass Betriebsmittel wie Dünger oder Pflanzenschutzmittel aus Erdöl- oder Erdgasprodukten bestehen. "Dort schlagen höhere Preise ungebremst durch. Ein nachhaltiger landwirtschaftlicher Ansatz muss über die Dieselkosten hinaus betrachtet werden."


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