Wunder der Natur: Vögel – Zugvögel – Störche
Der Weißstorch
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Liebe Leserinnen und Leser! Liebe Tier- und Vogelfreunde!
Wusstet Ihr, dass ...
Störche als einzige Familie der Ciconiiformes (Schreitvögel) mit sechs Gattungen und 20 Arten außer der Antarktika auf allen Kontinenten verbreitet sind? ...
Charakteristisch für diese Vögel sind der lange Hals, die langen Beine und der große, oft langgestreckte Schnabel. Alle Störche sind Fleischfresser, die Ernährung variiert aber je nach Art.
Der in Europa bekannteste Storch ist der Weißstorch (Ciconia ciconia).
Weißstörche können ein Alter von 25 bis 35 Jahren erreichen. Sie sind etwa 80 bis 100 cm lang, haben eine Flügelspannweite von etwa 200 bis 220 cm und ein Gewicht von etwa 2,5 bis 4,5 kg. Ein Weißstorch misst vollständig aufgerichtet ca. 150 cm. Das Federkleid ist hauptsächlich weiß, nur die Schwungfedern sind schwarz. Schnabel und Beine sind je nach Alter orangebraun bis rötlich. Männchen und Weibchen sind kaum zu unterscheiden, meist sind die Männchen etwas größer und kräftiger.
Einige Details zu den außergewöhnlichen Eigenschaften und den beachtlichen Flugleistungen der Weißstörche im Überblick:
ZUGVERHALTEN
Weißstörche sind Zugvögel und neben den Schwarzstörchen von den weltweit 19 bekannten Storchenarten die einzigen, die in europäischen Ländern wie Deutschland, Österreich und der Schweiz als heimische Arten brüten. ...
Dazu überwinden sie alljährlich weite Strecken zwischen ihren Brutquartieren in Mitteleuropa und ihren Winterquartieren in Zentral- und Südafrika. Die Distanz von rund 10.000 km legen sie in einem bis eineinhalb Monaten zurück.
Der Flug ins Sommerquartier beginnt in Afrika in etwa Mitte Februar, sie treffen dann bei uns in der Regel Ende März bis Anfang April ein. Der Rückflug Richtung Süden in ihre Winterquartiere wird meist Mitte bis Ende August angetreten, wobei die Jungstörche ein bis zwei Wochen früher als die Altvögel starten.
NAHRUNGSOPPORTUNIST
Der Weißstorch ernährt sich von Kleintieren wie Regenwürmern, Insekten, Schnecken, Fröschen, Froschlurchen, Maulwürfen, Mäusen, Ratten, Fischen, Eidechsen, Schlangen sowie von Aas. Selten frisst er Eier und Nestlinge anderer Vögel. Er ist auf keine Nahrung spezialisiert, sondern frisst Beute, die häufig vorhanden ist und ihm gelegen kommt. Deshalb bezeichnet man den Weißstorch als Nahrungsopportunisten.
BEGRÜSSUNG – VERTEIDIGUNG – BALZRITUAL
Da die Stimme des Weißstorchs nur schwach ausgeprägt ist, verständigt er sich durch Klappern mit dem Schnabel, wovon auch die Bezeichnung "Klapperstorch" herrührt.
Geklappert wird zur Begrüßung des Partners am Nest und zur Verteidigung gegen Nestkonkurrenten. Auch das Balzritual geht mit ausgiebigem Schnabelklappern einher.
NISTPLATZ - BRUTZEIT
Der Nistplatz der Weißstörche wird als Horst bezeichnet. Dabei wählt das früher ankommende Männchen den Standort so, dass sich in rund drei bis fünf Kilometer Umkreis ausreichend große Nahrungsgründe finden.
Der Weißstorch nistet auf Felsvorsprüngen, Bäumen, Gebäuden und Strommasten. Er besiedelt offene wie halboffene Landschaften und bevorzugt wasserreiche Gegenden, wie Flussauen und Grünlandniederungen. Häufig lebt er auch in der Nähe von Dörfern und Feuchtwiesen.
Die Brutzeit erstreckt sich von Anfang April bis Anfang August. Das Gelege besteht aus zwei bis acht Eiern. Die Brutzeit, in der beide Partner abwechselnd brüten, dauert 30 bis 32 Tage, die Nestlingszeit 58 bis 64 Tage.
LOKALE SICHTUNGEN - REGION
In Weigelsdorf und Umgebung (Bezirk Baden, Niederösterreich) sieht man Weißstörche heutzutage sehr selten. Nur in Einzelfällen und wenn der Zufall es will, dann kann man von Weitem einige bei der Nahrungssuche auf den an die Fischa angrenzenden Äckern oder manchmal am Rande von Gewässern und Mooren, wie z.B. in Kaibrünn bei Pottendorf, beobachten.
Dahingegen sind sie im Burgenland, vor allem rund um den Neusiedler See mehrfach vertreten und alljährlich zu Gast. Dort besuchen sie zuverlässig ihre gewohnten Standorte und beziehen ihre angestammten Horste, um sich zu paaren und ihre Jungen aufzuziehen, ... wie beispielsweise auch die mitgebrachten Aufnahmen von Rust in einem eigenständigen Bildbericht zeigen. ***)
Viel Vergnügen und liebe Grüße Silvia
***)
Zusätzliches Leserservice:
Weitere interessante Informationen, Quellen und weiterführende Links (u.a. auch zum Bildbericht "Über den Dächern von Rust") stehen in den beitragserweiternden, ersten Kommentarrubriken zur Verfügung.
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