„Liebenberg Haus“ als Frauenmuseum? (Mit Umfrage)

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BADEN. "Ich war von den Projekten der Felicitas Thun-Hohenstein, vor allem von ihrem Beitrag für die Biennale 2019 in Venedig, beeindruckt, und so habe ich sie gefragt, ob sie nicht ein Konzept für ein Badener Frauenmuseum erarbeiten möchte." So berichtet Landtagsabgeordnete Vizebürgermeisterin Helga Krismer von den ersten konkreten Schritten zur Realisierung eines Frauenmuseums in Baden. Der Verein Frauenzimmer um Beate Jorda bemüht sich darum schon seit über sechs Jahren.
Im Vorfeld der Begegnung zwischen Helga Krismer und Felicitas Thun-Hohenstein hatte die Stadt auch ein Gebäude gefunden, in dem sich so ein Projekt realisieren lassen können: das „Liebenberg Haus“ in der Marchetstraße 3-5, ein zentral gelegener Bau mit Anbindung ans Kurzentrum, und zudem ein Bauwerk, das dem berühmten Architekten Kornhäusel zugeschrieben wird.
Felicitas Thun-Hohenstein zeigte sich begeistert von der Idee und sagte zu. An ihrer Seite sollen auch die Architektin Andrea Graser (Studio Okular) und die Designerin Katharina Boesch an der Konzepterstellung mitwirken. Die Machbarkeitsstudie soll 74.000 Euro kosten, das Geld dafür ist im Budget reserviert.
„Wir wollen aber auf keinen Fall ein statisches Museum einrichten“, verrät Vizebürgermeisterin Helga Krismer. „Es soll vielmehr ein lebendiger Ort werden, der von regem Austausch sowie von Interaktion und Vielfalt lebt. Durch eine weitreichende Vernetzung mit nationalen und internationalen Institutionen wollen wir die Pionierarbeit und das politische Engagement von Frauen sichtbar, hörbar und erlebbar machen.“
Begeistert, dass nun "endlich was weitergeht", ist die Obfrau des Vereins Frauenzimmer, Beate Jorda. Auch sie ist von den feministischen künstlerischen Arbeiten der Felicitas Thun-Hohenstein überzeugt.
Ein politischer Beirat - besetzt aus Vertretern der ÖVP und der Grünen sowie vom Verein Frauenzimmer - soll das Projekt begleiten. Vorausgesetzt eine prinzipielle Zustimmung zum Projekt "Frauenmuseum" können sich auch Vertreter anderer Fraktionen in diesen Beirat hineinreklamieren, meint die Vizebürgermeisterin auf Nachfrage, warum der Beirat nicht mit allen Parteien besetzt werde.

Seitens der SPÖ erreicht uns folgende Stellungnahme:

Wir finden die Idee des Vereins Frauen.zimmer ein Frauenmuseeum in Baden einzurichten sehr gut, das gibt Baden eine weitere Chance sich von anderen Städten abzuheben. Ich freue mich schon auf hoffentlich viele feministische Ausstellungen, die viele Denkanstöße und frischen Wind nach Baden bringen.
Klar muss aber sein, dass es neben einem Frauenmuseeum auch viele weitere Maßnahmen braucht, um fortschrittliche Frauenpolitik zu machen.
Gerne hätten wir als SPÖ auch an der Umsetzung dieses Projekts mitgearbeitet, leider hat sich die Stadtregierung einmal mehr dazu entschlossen, die Opposition außen vorzulassen. Auch wir haben erst durch Medienberrichte von diesem Vorhaben erfahren.

Die NEOS zeigen sich deutlich skeptischer:

„Beim Thema Frauenmuseum müssen wir über viele Aspekte sprechen und Fragen stellen. Und das zum frühestmöglichen Zeitpunkt“, so NEOS Gemeinderätin Gertraud Auinger-Oberzaucher. Und weiter: „Auch wenn ‚Museum‘ nur ein Arbeitstitel ist und die Institution nicht statisch werden soll, so wird alles andere als ein innovativer oder moderner Zugang vermittelt. Es gibt national wie international bereits großartige Beispiele, wie man Themen aufarbeitet und präsentiert – temporär in Foren, Symposien, Festivals, inkl. digitaler Formate. Dafür braucht es keine permanente Institution, wie sie nun angedacht ist“, so die NEOS Gemeinderätin, die anregt, dass sich Baden als Veranstaltungsort für derartige Formate – zu unterschiedlichen Themen - im Rahmen eines modernen Tourismus- und Marketingkonzeptes positionieren sollte.
„Baden hat eine große Frauengeschichte und – gegenwart mit vielen herausragenden Protagonistinnen, die bewegen und uns permanent begleiten – auch ohne Museum, die Meinung in der Bevölkerung dazu ist allerdings zu befragen“, so Auinger-Oberzaucher. Sie schlägt eine repräsentative Umfrage und Einbindung der in Baden lebenden Menschen vor.
Finanzexperte GR Helmut Hofer-Gruber erinnert: „Solange der erste Schritt eines Museumskonzeptes für Baden nicht gemacht ist, brauchen wir den nächsten Schritt – nämlich die Diskussion über neue Museen – gar nicht überlegen, nicht einmal mit einer Machbarkeitsstudie, die nun in Auftrag gegeben werden soll“.

Zu den Beauftragten:
Univ. Prof. Dr Felicitas Thun-Hohenstein ist Kuratorin, Kunsthistorikerin und Professorin am Institut für Kunst- und Kulturwissenschaften an der Akademie der bildenden Künste in Wien. Sie war Kuratorin des österreichischen Beitrags auf der 58. Internationalen Kunstausstellung La Biennale die Venezia 2019.
Mag. arch. Andrea Graser ist staatlich befugte und beeidete Ziviltechnikerin und gründete 2014 das Architekturbüro Studio Okular. 12 Jahre lang war sie als Design-Architektin und Projektpartnerin in leitender Funktion bei Coop Himmelb(l)au in Wien tätig. Ihr Spezialgebiet heute: Museumsbeleuchtung und Ausstellungsarchitektur. Sie
MAS Katharina Boesch ist Teil des Kurator*innen-Kollektivs section.a für Projekte im Kunst- und Kulturbereich. In den letzten Jahren hat section.a die Kunsthalle Arlberg1800 in St Christoph am Arlberg konzpiert, programmiert und realisiert.

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