Am Weg zum Eisernen Tor
Wanderung endete in Treibjagd
- hochgeladen von Gabriela Stockmann
BEZIRK BADEN. Die Silvesterwanderung aufs Eiserne Tor (Sinawarte) hat in der Region Tradition. So freute sich auch Anja Thomsen am letzten Tag des Jahres auf den Aufstieg. Von der Cholerakapelle aus wollte sie gemeinsam mit einer Gruppe von Freunden "hinauf", das Wetter war prachtvoll.
Doch dann: "Auf halbem Weg zum Eisernen Tor wurden wir auf brüske Art und Weise lauthals zum Umdrehen angehalten. Der Grund war eine Treibjagd. Fragen, ob das Ziel - das Schutzhaus Eisernes Tor - anderweitig zu erreichen sei, wurden erneut mit der verbal aggressiven Aufforderung sofort umzudrehen beantwortet. Wir sind dann verärgert über diese Behandlungsweise wieder zurückgegangen und am Wegerl im Helenental weitergewandert. Wir hätten uns den vergeblichen Aufstieg ersparen können, wenn wenigstens am Beginn des Weges Informationen angebracht gewesen wären, dass diese Treibjagd stattfindet. Und warum diese ausgerechnet am letzten Tag des Jahres, wo bekanntermaßen viele Leute in dem Gebiet wandern, stattfinden musste, erschließt sich uns auch nicht", berichtet Anja Thomsen.
Das sagt ein Jäger zu dem Fall
Die Bezirksblätter befragten einen ortskundigen Jäger zu dem Vorfall. Er war nicht bei dieser Treibjagd dabei, und versteht auch nicht warum die Treibjagd nicht wenigstens im Tal angekündigt wurde, um Wanderer zu warnen. Er wies uns darauf hin, dass am 31.12.2019 die neun Jahre dauernde Jagdpacht auslief. "Vielleicht wollten da einige noch schnell ein Silvesterjagderl veranstalten."
Es könnte aber auch sein, so der Jäger, dass eine Wildschweinrotte im Revier gesichtet wurde und sich die Jäger schnell auf eine Treibjagd verständigten, um ihre Abschussvorgaben zu erfüllen.
"Eine Treibjagd kann ganz schnell organisiert werden, sicher innerhalb einer Stunde per Telefon. Kennzeichen einer Treibjagd ist laut Jagdgesetz, dass mindestens zehn Personen im Einsatz sind, Jäger und Treiber. Treiber bringen das Wild vorsichtig in Bewegung, sodass es von den Jägern gut getroffen werden kann." Wildschweine können - mit Ausnahme der trächtigen Bachen - das ganze Jahr über bejagt werden.
Warum dauert eine Jagdpacht immer exakt neun Jahre? Der Jäger: "Das hat seinen Grund in der Natur. Ein Hirsch braucht neun Jahre Pflege ehe er schließlich reif zum Abschuss ist."
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