20.03.2017, 14:23 Uhr

Ein Tag mit dem Amtstierarzt

BEZIRK BADEN. Erinnern Sie sich an Zirkusbär "Dima", der 2013 in einem Schrott-Lkw Richtung Ukraine fuhr? An Salmonellenfälle in Großküchen? Verfolgen Sie aktuell die Geflügelpest? Alle Fälle haben eines gemeinsam: Der Amtstierarzt von Baden, Dr. Kurt Sasshofer, ist dann der Mann, der gefragt ist. Wir begleiteten ihn an einem Tag bei seiner überaus vielfältigen Arbeit.
9 Uhr früh, Klein Mariazell: Der Amtstierarzt kommt zur Blutabnahme in die Rinderzucht Gadinger. So kontrolliert er regelmäßig stichprobenartig den gesundheitlichen Zustand der Tiere.
10 Uhr, Kottingbrunn: Dr. Sasshofer kommt zur Pferdeabfertigung. Zwei Tiere werden hier ins Ausland transportiert. Der Arzt kontrolliert Transportbedingungen und Zeugnisse der Tiere.
11 Uhr, Pottendorf: Es gab - und das kommt sehr häufig vor - eine Anzeige gegen einen Hundehalter. Der Hund hat schon zweimal jemanden gebissen und verletzt. Bei der Erstkontrolle stellte sich heraus, dass der Hund ängstlich und nervös war. Ein Hundetrainer hat den Hund - es war kein so genannter "gefährlicher Hund" - begutachtet. "Ich habe dem Hundehalter vorgeschrieben, einen Hundeführerschein zu machen", so Sasshofer. "Dem Hund wird von der Gemeinde Leinen- und Maulkorbpflicht vorgeschrieben, das muss man nachkontrollieren."
13 Uhr, Furth: Screening nach Rückstandskontrollverordnung. Dabei werden bei landwirtschaftlichen Nutztieren Proben (Harn, Blut, Milch) auf diverse Rückstände, wie Arzneimittel und Pestizide, untersucht.
14.30 Uhr, Baden: Kaum im Büro auf der Bezirkshauptmannschaft zurück, läutet Sasshofers Telefon. Spaziergänger melden, dass in einem Auffangbecken neben dem Wr. Neustädterkanal bei der Oetker-Fabrik ein verletzter Biber gefangen ist. Zusammen mit der Tierrettung wird das Tier geborgen und zum Tierarzt gebracht. Leider überlebt der Biber nicht.
16.30 Uhr, Baden: Wieder zurück im Büro, findet Dr. Sasshofer im Computer einen Antrag auf Genehmigung eines Agilty-Turniers vor. "Auch hier muss ich dann überprüfen, ob alles nach dem Tierschutzgesetz abgewickelt wird."
Der Tag gibt Einblick in einen kleinen Teil der Arbeit des Amtstierarztes. "Etwa 60 % meiner Tätigkeit betreffen Einsätze nach dem Tierschutzgesetz, das seit 2004 ein Bundesgesetz ist." Sasshofer ist schon seit 30 Jahren "im Amt". Manchmal ist er nicht willkommen, wenn etwa Tiere nicht artgerecht gehalten werden. "Im Notfall muss ich mit der Polizei anrücken", erzählt er. An diesem Tag war das zum Glück nicht der Fall.

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