1906 kam Martina auf die Welt.
Martina Hinterberger war die Riesin von Pfaffstätt

Martina Hinterberger hörte erst auf zu wachsen, als sie angeblich 2,64 Meter groß war.
2Bilder
  • Martina Hinterberger hörte erst auf zu wachsen, als sie angeblich 2,64 Meter groß war.
  • Foto: Innviertler Kulturkreis
  • hochgeladen von Gwendolin Zelenka

PFAFFSTÄTT (gwz). Die wohl größte Frau Österreichs, wenn nicht sogar der ganzen Welt, lebte in Pfaffstätt. Martina Hinterberger wurde am 7. Jänner 1906 als Tochter des Zimmerer-Ehepaares Jakob und Franziska Hinterberger geboren.
Dass die Frau überdurchschnittlich groß war, zeigte sich bereits in der Volksschulzeit, als sie ihre Klassenkameraden eindeutig überragte. Im Alter von 17 Jahren war sie bereits über zwei Meter groß, ganz genau waren es 2,31 Meter. Damit zog die junge Dame ständig Blicke auf sich. Im Haus konnte sie nie aufrecht stehen. Ihr Vater musste ihr ein Spezialbett mit Überlänge zimmern, tragen konnte sie nur Extraanfertigungen der örtlichen Schneiderin. Angeblich wuchs Martina, bis sie 2,64 Meter erreicht hatte. Laut Angaben ihrer bereits verstorbenen Nichte Franziska Ehart blieb es jedoch bei den 2,31 Metern Größe.
Die Pfaffstätterin erregte stets Aufmerksamkeit mit ihrer Größe. Die ständigen Blicke und auch Hänseleien machten sie unglücklich und führten zu Komplexen. So hatte sie auch keinen Kontakt zum anderen Geschlecht und blieb bis an ihr Lebensende unverheiratet.

Zur Schau gestellt

Deutsche Zeitschriften wurden sofort auf die Dame aufmerksam, als sich die damals 17-Jährige auf einer Fahrt nach London für ein paar Tage in Berlin aufhielt. Deutsche Zeitschriften brachten Berichte sowie Fotos über sie.
Österreichische Agenturen nahmen erst gute fünf Jahre später Notiz von ihr, unter anderem das Varieté Westend, dessen Inhaber Gustav Zwicker in einem Brief vom 10. September 1928 an den Vater von Martina schrieb. In dem Schreiben ging es um die Bitte, sich das Angebot von drei- bis viertausend Schilling im Jahr noch mal zu überlegen. Zu diesem Zeitpunkt hatte Martina jedoch schon andere Pläne. Als sie eine Aufführung des Zirkus Krone in Mattighofen besuchte, schlug ihr der Entfesselungskünstler Tom Jack vor, mit Auftritten in der ganzen Welt Geld zu verdienen. So zog die Frau für etwa ein Jahr mit dem Zirkus Krone durch Europa, wo sie unter anderem in Berlin, London, Wien und sogar in den Vereinigten Staaten auftrat.

Trautes Heim

Glück empfand sie bei dieser Arbeit jedoch nicht, da sie es leid war, ständig wie ein Ausstellungsstück behandelt zu werden. Die Sehnsucht nach ihrem Zuhause trieb sie am 13. Februar 1929 wieder zurück nach Pfaffstätt, wo sie wieder bei ihrer Familie sein konnte.
Kaum zu Hause angekommen, wurde sie einen Monat später wieder von Agenturen angeschrieben, die sie für sich gewinnen wollten. Davon wollte die 23-Jährige nichts mehr wissen, sie blieb ihrem Heimatort treu. Sie wollte so leben wie ihre Freunde und Bekannten es taten. Zwei Jahre arbeitete sie noch beim Krieshauser-Bauern als Bauerndirn. Leider steckte sie sich mit Typhus an und erlag ihrer Krankheit mit 25 Jahren im Jahr 1931 im Krankenhaus Braunau.
Martina wurde damals in Braunau am Inn beerdigt, ihr Grab wurde jedoch aufgelassen und ist nicht mehr auffindbar. Eine Gedenktafel, die ihre Nichte an der Kirchenmauer im Pfaffstätter Friedhof anbringen ließ, erinnert noch heute an die Riesin.

Martina Hinterberger hörte erst auf zu wachsen, als sie angeblich 2,64 Meter groß war.
Gedenktafel am Friedhof in Paffstätt.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen