Berufs-WM in Shanghai
Fabian Spitzer will erste CNC-Medaille für Oberösterreich holen
- Der 20-jährige Altheimer Fabian Spitzer vertritt Österreich bei den World Skills 2026 im CNC-Drehen.
- Foto: WKOÖ
- hochgeladen von Anja Kern
Wenn sich im Herbst die besten Nachwuchsfachkräfte der Welt in Shanghai
messen, tritt mit Fabian Spitzer ein junger Zerspanungstechniker an, der Geschichte schreiben will. Der 20-Jährige aus Altheim vertritt Österreich im CNC-Drehen – einer Disziplin, in der bislang noch kein Oberösterreicher Edelmetall erobern konnte.
ALTHEIM, SHANGHAI. 48 Teilnehmer entsendet Österreich zu den World Skills nach China – dort treffen sie auf rund 1.400 Fachkräfte aus aller Welt, die sich in 64 Disziplinen messen. Vier Tage lang geht es im National Exhibition and Convention Center (NECC) um Präzision auf höchstem Niveau. Einer, der sich dort behaupten will, ist Fabian Spitzer. Der 20-Jährige aus Altheim tritt im CNC-Drehen an – einer Disziplin, in der noch nie ein Oberösterreicher Edelmetall gewinnen konnte. Österreichweit gelang das bisher nur einem Teilnehmer: 2001 holte Michael Blum aus Vorarlberg Gold für Rot-Weiß-Rot.
Wie schwierig die Medaillenmission ist, weiß auch Spitzer:
"Ich fahre hin, um vorne mitzumischen. Aber die Konkurrenz ist extrem stark. Vor allem die asiatischen Länder sind perfekt auf den Wettbewerb vorbereitet."
Training im und abseits des Jobs
Das nötige Know-how holt sich die heimische Medaillenhoffnung vor allem in der Praxis: Spitzer arbeitet bei der Faschang Werkzeugbau GmbH in Weng im Innkreis. Dort steht er täglich an der Maschine, programmiert Bauteile und arbeitet mit höchster Präzision. Gleichzeitig übernimmt er Verantwortung im Betrieb:
„Ich darf auch Lehrlinge betreuen und ihnen mein Wissen weitergeben.“
Unterstützt wird er von Experte Dieter Geisberger vom Ausbildungszentrum Braunau, der ihn gezielt auf die Anforderungen des Wettbewerbs vorbereitet. Im Vorfeld der WM investiert das Duo mehrere Hundert Stunden ins Training. Geiersberger erklärt:
„Wir lassen nichts unversucht, üben jedes erdenkliche Werkstück und gehen unterschiedliche Szenarien durch. Wir versuchen auch, uns mental auf diese Ausnahmesituation vorzubereiten.“
"Will der Beste sein"
Was Spitzer antreibt, sich vor Hunderttausenden Menschen zu messen, beschreibt er so:
„Meine Motivation ist, die Chance zu nutzen, in meinem Beruf der Beste zu sein.“
Auch die Leidenschaft für seinen Beruf spiele eine große Rolle:
„Mich begeistert immer wieder, was man mit CNC-Maschinen alles fertigen kann und wie unterschiedlich jedes einzelne Teil ist.“
- Beim Drehen entstehen aus Rohteilen exakt gefertigte Bauteile.
- Foto: Smarterpix/nd3000
- hochgeladen von Anja Kern
Genau diese Kombination aus Technik und Präzision macht für ihn den Reiz aus.
Der Weg zur WM führte Spitzer klassisch über die Ausbildung in der Region bis hin zur Spezialisierung im Betrieb. Erste Wettbewerbserfahrung konnte er bereits sammeln – nun folgt die nächste Stufe auf internationaler Bühne. Dass er als erster Medaillengewinner im CNC-Drehen oberösterreichische Geschichte schreiben könnte, ist ihm bewusst. Von solchen Statistiken lässt er sich jedoch nicht beeindrucken:
„Ich gebe mein Bestes – und dann wird man sehen, was möglich ist.“
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