"Auffassungsunterschiede"
Burgenlands Medizin-Uni soll trotz namhafter Kündigung im Zeitplan bleiben

Als es offenbar noch keine Auffassungsunterschiede gab: Professor Christian Joukhadar (l.) bei einem Gespräch mit Landeshauptmann Hans Peter Doskozil und Nikolaus Schermann im Herbst 2025 | Foto: Landesmedienservice Burgenland
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  • Als es offenbar noch keine Auffassungsunterschiede gab: Professor Christian Joukhadar (l.) bei einem Gespräch mit Landeshauptmann Hans Peter Doskozil und Nikolaus Schermann im Herbst 2025
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Dieser Tage herrscht Wirbel um die geplante Medizin-Uni in Pinkafeld: Der erst im Spätsommer des Vorjahres für die Akkreditierung der Privatuni engagierte Professor Christian Joukhadar wurde überraschend gekündigt. Das Ziel, den Studienbetrieb in spätestens drei Jahren aufzunehmen, bleibt aber aufrecht

PINKAFELD/EISENSTADT. Mit großen Vorschusslorbeeren war Professor Christian Joukhadar erst im Oktober der Öffentlichkeit vorgestellt worden (wir berichteten). Als Top-Mediziner und ausgewiesener Experte der akademischen Medizin werde er "den Aufbau unserer Med-Uni maßgeblich mitgestalten", sagte ein damals "sehr stolzer" Landeshauptmann Hans Peter Doskozil. Auch für Nikolaus Schermann, dem Geschäftsführer der Medizinischen Privatuniversität Burgenland GmbH, galt die personelle Verstärkung als "zentraler Schritt auf dem Weg zur Akkreditierung durch die AQ Austria". Man habe mit ihm eine "hochqualifizierte Persönlichkeit" gewonnen, die wissenschaftliche und organisatorische Kompetenz in idealer Weise verbinde. Das Know-how des Professors sei ein großer Gewinn für die Gründungsphase der Uni, so Schermann. 

Kündigung vor wenigen Wochen

Doch acht Monate später scheint nun alles anders: Wie der Kurier zuerst berichtete, wurde der Professor vor wenigen Wochen gekündigt. Landesholding-Sprecher Matthias Schrom erklärt dies auf Anfrage von MeinBezirk mit "Auffassungsunterschieden in mehreren Bereichen". Nähere Ausführungen zu den Gründen der Trennung könne man aus arbeitsrechtlichen Gründen nicht machen. "Grundsätzlich ist es normal, dass es beim Personal in einer Start-up Phase immer wieder zu Veränderungen kommt, gerade wenn eine Universität sich im Aufbau befindet", so Schrom. Der Aufbau der Medizin-Uni und der entsprechende Akkreditierungsprozess seien mit umfangreichen Anforderungen verbunden, die Geschäftsführer Schermann nun vorantreiben werde. Ob die Position des gekündigten Professors nachbesetzt wird oder auch eine Kooperation mit einer anderen Uni forciert wird, sei noch offen, so Schrom sinngemäß. "Ziel ist es jedenfalls, den Studienbetrieb innerhalb der nächsten drei Jahre aufzunehmen." 

Am neuen Campus der Hochschule Pinkafeld soll die Medizinuniversität untergebracht werden. Als Studienstart wird der Herbst 2028 anvisiert. | Foto: Pichler & Traupmann Architekten
  • Am neuen Campus der Hochschule Pinkafeld soll die Medizinuniversität untergebracht werden. Als Studienstart wird der Herbst 2028 anvisiert.
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Professor Christian Joukhadar war für MeinBezirk vorerst nicht erreichbar. Gegenüber anderen Medien sprach er von einer "völlig überraschenden" Kündigung, für die man ihm auch keine Gründe genannt habe. Er werde daher auch vors Arbeitsgericht ziehen. Schrom bestätigte gegenüber MeinBezirk ein bevorstehendes Verfahren. Man werde sehen, ob man sich darin einvernehmlich trennen werde können. 

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