Gaspreise explodieren
Netz Burgenland fordert Masterplan gegen steigende Entgelte

Die Anlage in Parndorf soll bereits ab April Biomethan ins burgenländische Gasnetz einspeisen.  | Foto: Netz Burgenland
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  • Die Anlage in Parndorf soll bereits ab April Biomethan ins burgenländische Gasnetz einspeisen.
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Deutlich steigende Gasentgelte, das geplante Aus für fossile Gase und Förderungen im Burgenland: Netz Burgenland fordert klare Vorgaben und einen "Master-Plan" für den geplanten Erdgas-Ausstieg. MeinBezirk erklärt, warum die Gasentgelte heuer steigen und welche konkreten Förderungen es im Burgenland für Private und Unternehmen gibt.

BURGENLAND. Wo ist Gas notwendig, wo verzichtbar? Geschäftsführer von Netz Burgenland, Florian Pilz, erläutert beim Energiepolitischen Hintergrundgespräch des Forums Versorgungssicherheit, Bürgerinnen, Bürger sowie Netzbetreiber brauchen klare Vorgaben, wie der Gas-Ausstieg konkret ablaufen soll.

Im Burgenland gab es mit Jahresende 2024 um 12,8 Prozent weniger Erdgas-Zählpunkte als 2020, im österreichweiten Schnitt betrug der Rückgang rund zehn Prozent. Der Ausstieg aus dem Erdgas sei ökologisch sowie ökonomisch notwendig, doch ein individueller Ausstieg berge Risiken, erklärt Pilz. Denn die Netzkosten bleiben konstant, werden jedoch auf immer weniger Kundinnen und Kunden aufgeteilt. Das Resultat: deutlich höhere Gasentgelte für die verbliebenen Haushalte.

Derzeit sind in Österreich 270 Biogasanlagen in Betrieb, 18 davon im Burgenland.  | Foto: Gaskraft
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Burgenland: Gas-Ausstieg, Alternativen und Klimaschutz

Um hohe Gasentgelte für einige wenige Kundinnen und Kunden zu vermeiden und den Gas-Ausstieg zu fördern, brauche es klare Vorgaben und eine gründliche Aufklärung der Bevölkerung, so Pilz weiter. Derzeit gebe es vielerorts Berührungsängste in der Bevölkerung, wenn es etwa um neue Heiz-Technologien gehe, so der Experte. Um jedoch das Negativ-Szenario von enorm hohen Gasentgelte für einige wenige vermeiden zu können, müssen aber in dem entsprechenden Gebiet ausnahmslos alle Haushalte ihre Energieversorgung umstellen. Alternativen für private Haushalte sind Fernwärme und elektrisch betriebene Wärmepumpen.

"Wir brauchen eine umfassende Energie-Raumplanung. Es braucht klare Vorgaben, welche Gebiete künftig weiter mit Gas versorgt werden sollen und welche nicht. Dabei muss auch geklärt werden, ob die betroffene Region Fernwärmeanschlüsse erhält oder aber zur Gänze auf Wärmepumpen umstellt – in diesem Fall wird häufig das Stromnetz verstärkt werden müssen.“
Florian Pilz, Geschäftsführer von Netz Burgenland

Zudem könne Klimaneutralität durch den Einsatz von Biomethan oder von Wasserstoff erreicht werde. Auch hier braucht es eine strategische Umstellung für klar definierte Regionen. Pilz erklärt ferner, CO2-neutrales Biogas sei nur dort sinnvoll, wo die Produktion in ausreichender Menge und Qualität gewährleistet ist. In jenen Regionen müsse das Gasnetz ausgebaut werden, in anderen stillgelegt. Klimaneutrales Gas müssen insbesondere in Regionen angeboten werden, wo Gewerbe und Industrie versorgt werden müssen, andernfalls riskiere man eine Betrieb-Abwanderung, resümiert Pilz aus diversen Gesprächen mit Großkunden.

MeinBezirk fasst alle Förderungen für dich im Burgenland zusammen.  | Foto: Pixabay
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Die Umsetzung der EU-Erdgas-Binnenmarktrichtlinie (RL 2024/1788) sieht auch die Schaffung eines regulierten Wasserstoffmarkts vor. Wasserstoff komme jedoch für die Raumwärme von Wohngebäuden nicht in Frage, so Pilz. Er komme zunächst für Gewerbe, Industrie und E-Fuels in Verwendung. Pilz hofft also auf rasche Fortschritte beim Gaswirtschaftsgesetz (GWG) sowie beim Gesetz über Erneuerbare Gase (EEG): „Davon hängen hohe Investitionsentscheidung ab, zu langes Zögern kann zu teuren Fehlentwicklungen führen, deswegen wünschen wir uns eine baldige politische Einigung.“

Alternativen zum Gas: Was wird im Burgenland gefördert?

MeinBezirk hat beim Land Burgenland nachgefragt, welche Förderungen im Jahr 2026 rund um erneuerbare Energien und den Ausstieg aus Gas angeboten werden. Im Fokus standen dabei sowohl die verfügbaren Fördermodelle als auch die Voraussetzungen und Kriterien, die Antragstellerinnen und Antragsteller erfüllen müssen.

Sonderförderaktion 2026
    Die Förderung unterstützt Privatpersonen beim Austausch fossiler Heizungen (Öl, Gas, Kohle) durch nachhaltige Systeme wie Fernwärme, Wärmepumpen oder Biomasse. Voraussetzung ist ein Ein- oder Zweifamilien- bzw. Reihenhaus im Eigentum sowie der Nachweis des Heizungstauschs. Gefördert werden 30 Prozent der anrechenbaren Kosten, maximal 2.000 Euro. Für einkommensschwache Haushalte gibt es zudem einen möglichen Sozialbonus.
Speicheranlagen 2026
    Das Land Burgenland fördert 2026 die Nachrüstung und Erweiterung von Stromspeicheranlagen bei bestehenden PV-Anlagen, sofern keine Bundesförderung genutzt wird. Die Förderung beträgt 30 % der anrechenbaren Kosten, maximal 100 Euro pro kWh nutzbarer Speicherkapazität, bis zu einer förderbaren Obergrenze von 20 kWh.
Speicheranlagen 2026
    Das Land Burgenland fördert die Elektromobilität mit einem nicht rückzahlbaren Zuschuss. Unterstützt werden bestimmte Fahrzeugtypen, die je nach Kategorie mit festgelegten Prozentsätzen bzw. Maximalbeträgen gefördert werden.
    • Elektromobilität für Pensionistinnen und Pensionisten und gehbehinderte Personen bei Neuanschaffung: 30 Prozent (bis 400 Euro)
    • E-Mopeds der Klasse L1e und E-Motorräder der Klasse L3e bei Neuanschaffung: 30 Prozent (bis 500 Euro)
    • E-Leichtfahrzeuge der Klasse L6e Neuanschaffung, max. 6 kW Höchstgeschwindigkeit 45 km/h: 30 Prozent (bis 500 Euro)
    • E-Leichtfahrzeuge der Klasse L7e Neuanschaffung, max. 15 kW Höchstgeschwindigkeit 90 km/h: 30 Prozent (bis zu 1.000 Euro)
    • Elektro-Transporträder (max. 600 W, Höchstgeschwindigkeit max. 25 km/h, Zuladegewicht exkl. Fahrer mindestens 60 kG): 30 Prozent (bis zu 300 Euro)
    • Elektro-PKW (Klasse M1) – Neuanschaffung, Anschaffungspreis maximal 50.000 Euro: zehn Prozent (bis zu 2.000 Euro)
    • Elektrische Ladeinfrastruktur (Wallbox, Standsäule, intelligentes Ladekabel): 30 Prozent (bis zu 300 Euro)
Nachhaltige Technologien zur Ökoenergieerzeugung 2026
    Die Förderung „Nachhaltige Technologien zur Ökoenergieerzeugung 2026“ des Landes Burgenland richtet sich an Privatpersonen und soll Energieeffizienz sowie Klima- und Umweltschutz im Wohnbereich stärken. Fördervoraussetzung ist ein Ein- oder Zweifamilien- bzw. Reihenhaus im Eigentum mit überwiegend privater Nutzung und Hauptwohnsitz der Förderwerberin bzw. des Förderwerbers. Unterstützt werden der Tausch mindestens 15 Jahre alter Heizsysteme (Wärmepumpe oder Holzheizung), die Errichtung thermischer Solaranlagen sowie Regen- oder Brunnenwassernutzungsanlagen für private Wohngebäude im Burgenland. Die Förderung erfolgt bis zu festgelegten Maximalbeträgen.
    • Thermische Solaranlage für Warmwasserbereitung: 500 Euro
    • Heizungswärmepumpen (Erd- oder Wasserwärmepumpe): 1.200 Euro
    • Heizungswärmepumpen (Luftwärmepumpen): 1.000 Euro
    • Thermische Solaranlage für Heizungsunterstützung: 800 Euro
    • Hauszentralheizung über Biomasse: 1.200 Euro
    • Fernwärmeanschlüsse: 800 Euro
    • Regen- oder Brunnenwassernutzungsanlagen: 1.000 Euro

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