05.10.2017, 04:00 Uhr

"Viele Junge wollen wieder eigenes Sacherl"

Viel Zeit verbringen die Schüler bei praktischen Aufgaben im Freien sowie bei diversen Betriebsbesuchen. (Foto: LWBFS Waizenkirchen)

Viele junge Menschen wollen sich etwas Eigenes aufbauen. Das "Sacherl" wird wieder modern.

BEZIRKE (fui). Landwirt werden, liegt wieder im Trend. Auch heuer stellte die Landwirtschaftliche Berufs- und Fachschule (LWBFS) Waizenkirchen einen neuen Schülerrekord auf und musste einige Interessierte abweisen.
"Ich denke, dass immer mehr junge Menschen einen eigenen Betrieb wollen. Die Landwirtschaft liegt da wieder sehr im Trend, und zu uns kommen viele, die vorher weniger Berührung mit dem Leben als Bauer hatten. Vom Friseur bis zum Firmeninhaber ist bei unseren Schülern alles vertreten. Was alle verbindet, ist der Wunsch, etwas Eigenes aufzubauen – ein kleines Sacherl, wie man so sagt", erklärt Mathias Märzendorfer, Lehrer an der LWBFS Waizenkirchen. Waren es früher vor allem die Kinder etablierter Landwirte, die diesen Schultyp besuchten, ist das Spektrum der Schüler nun wesentlich breiter geworden. Die Ausbildung zum Landwirtschaftlichen Facharbeiter bildet die Grundvoraussetzung zur Übernahme oder Gründung eines Betriebs: Ohne diese Qualifikation sind Grunderwerb und Ansuchen um Förderungen unmöglich. Außerdem vermittelt die Fachschule die wesentlichen praktischen Werkzeuge, um einen Betrieb erfolgreich zu führen: "Die Ausrichtung auf Landwirtschaft ist bei uns sehr breit gefächert und liefert das Basiswissen über Anbau, Tierhaltung und natürlich auch Betriebswirtschaft", sagt Märzendorfer.

Neue Herausforderungen

Gleichzeitig unterliegt auch die Landwirtschaft einem Wandel: "Wir arbeiten mit der Natur, und da verändert sich viel – etwa durch den Klimawandel, neue Züchtungen oder Krankheiten. Darauf müssen sich die Lehrer einstellen", so Märzendorfer. Hinzu kommen auch veränderte Betriebsstrukturen, wodurch viele Landwirte ein zweites Standbein brauchen.

Zweites Standbein

Aus diesem Grund bietet die LWBFS Waizenkirchen auch das Modell "Land und Wirtschaft" an. In der fünf Jahre dauernden Ausbildung wird der Landwirtschaftliche Facharbeiter mit einem zweiten Lehrberuf kombiniert, beispielsweise mit einer Lehre zum Metalltechniker. "Viele junge Landwirte brauchen einfach ein zweites Standbein. Entweder ist der Betrieb zu klein oder die Eltern sind noch zu jung, um den Hof zu übergeben. Darum haben wir in Kooperation mit Unternehmen die Möglichkeit geschaffen, in fünf Jahren zwei Lehrberufe abzuschließen", erläutert Märzendorfer.
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