"Aufklauben und 70 Euro Strafe"
Wie die Waste Watcher den Reumannplatz sauber halten
- Die Waste Watcher halten Ausschau nach Personen, die ihren Müll liegen lassen. Jüngst haben sie den Reumannplatz besucht – und Strafen verteilt.
- Foto: Andreas Pölzl/MeinBezirk
- hochgeladen von Nathanael Peterlini
Die Waste Watcher haben eine Schwerpunktaktion am Reumannplatz ausgeführt. Mehrere Aufpasser waren vor Ort und informierten Politik und MeinBezirk über das Vorgehen. Auch ein paar Strafen wurden vergeben.
WIEN/FAVORITEN. Ein Zigarettenstummel wird vom Wind über den Reumannplatz geweht, abseits auf einer Wiesenfläche liegt ein Plastiksackerl, ein "Tichy"-Eisbecher ist auf einer Parkbank liegengeblieben. Gerne beschweren sich Favoritnerinnen und Favoritner über den zugemüllten Bezirk.
Aufräumen geht die Magistratsabteilung 48. Die Verantwortung tragen oft die Menschen im Bezirk, die ihre Resterl nicht in die Tonne hauen, sondern ein paar Meter weiter liegen lassen. Die MA 48 hat im Jahr 2008 eine Behörde gegründet, die solche Taten kontrolliert und straft. Am Mittwoch waren die "Waste Watcher" am Reumannplatz vor Ort – und MeinBezirk war mit dabei.
"Einmal aufklauben bitte"
Sie tragen dunkelblaue Westen, auf der Brust klebt ein Wappen der Stadt Wien, auf dem Rücken steht fett gedruckt "Waste Watcher". Meistens ziehen sie in Zweierteams durch die Straßen und halten Ausschau nach Personen, die ihren Müll liegen lassen. "Wenn wir jemanden sehen, informieren wir ihn, wir sind vom Magistrat. Dann bitten wir die Person um ihren Ausweis", erzählt eine Mitarbeiterin.
Die Daten werden notiert, anschließend wird die Person darum gebeten, ihren Müll wieder aufzuklauben. Ein paar Tage später flattert ein Strafzettel ins Postfach: "Die Personen müssen für das Vergehen 70 Euro bezahlen. Wenn sie sich uns gegenüber nicht korrekt verhalten, kann es auch zur Anzeige kommen", so die Waste Watcherin.
"Keine Toleranz"
Am Reumannplatz trafen sich rund zehn Beamte der Stadt Wien mit Umweltstadtrat Jürgen Czernohorszky und Favoritens Bezirksvorsteher Marcus Franz (beide SPÖ), um über ihr Vorgehen zu informieren.
- "Wir fragen um einen Ausweis. Dann lassen wir die Person ihren Müll wieder aufklauben und sie bekommt eine Strafe in Höhe von 70 Euro", erklärt eine Waste Watcherin.
- Foto: Andreas Pölzl/MeinBezirk
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"Am wichtigsten sind die Wienerinnen und Wiener. Die Stadt Wien braucht ihre Mithilfe, dass die Stadt sauber bleibt. Wenn sich die Menschen der Stadt mal nicht daran halten, sind die Waste Watchers mit empfindlichen Strafen zur Stelle. Aus meiner Sicht gibt es hier keine Toleranz", so Czernohorszky.
"Räumt euren Dreck weg"
Gerade in Favoriten ist der Ruf nach mehr Kontrollen laut. MeinBezirk hat kürzlich berichtet, mehr dazu liest du unten. "Wir haben am Reumannplatz genug Müllgefäße aufgestellt, aber trotzdem bleibt halt Müll liegen", so Bezirksvorsteher Franz.
Über die Arbeit der Waste Watcher ist der Bezirkschef dankbar, seiner Meinung nach könnte Favoriten noch mehr Präsenz vertragen: "Hier sind immer viele Menschen unterwegs. Es bräuchte mehr Regelmäßigkeit, um den Leuten nachhaltig klarzumachen: Bitte räumt euren Dreck weg."
Zur falschen Zeit am falschen Ort
Hat die Stadt Wien vor, das Waste Watcher-Programm weiter auszubauen? "Wir haben als Stadt ein klares Bekenntnis abgelegt mit der Aufstockung der Waste Watcher vor rund eineinhalb Jahren", betont der Umweltstadtrat. "Unsere Nachricht: Es geht uns allen besser, wenn es sauber ist. Und da schaut wer drauf, wenn sich einmal wer nicht daran hält."
Man könnte meinen, wenn zehn Waste Watcher gemeinsam patrouillieren, passen die Menschen auf. Doch just versammelte sich die Truppe in der Nähe des "Tichy", da fiel ihnen ein Herr auf, der seine Zigarette zu Boden warf. Wenige Minuten später, und die Person zog weiter, mit ihrem Zigarettenstummel in der Hand – im Briefkasten erwartet sie bald ein Strafzettel.
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