Menschen und Social Media
Social Media zwischen Reizüberflutung und Schweigen
- Mal wieder offline gehen und durchatmen.
- Foto: Symbolbild Pixabay
- hochgeladen von Sabrina Moriggl
Ich stelle mir diese Frage in letzter Zeit immer öfter. Nicht aus Frust, sondern aus ehrlicher Beobachtung.
Vielleicht hat sich unser Nutzungsverhalten verändert. Social Media ist für viele kein Ort der aktiven Begegnung mehr, sondern ein Raum zur schnellen Reizaufnahme. Wir scrollen. Wir konsumieren. Wir lassen uns berieseln. Ein kurzer Dopaminimpuls hier, ein nettes Video dort. Weiter. Nächstes. Weiter.
Ein Like ist längst nicht mehr nur ein Klick.
Ein Like ist Sichtbarkeit.
Ein kleines öffentliches Statement.
Ein digitales Dafür stehe ich.
Und vielleicht genau deshalb bleiben viele still.
Neutralität fühlt sich sicher an. Keine Position beziehen. Keine Angriffsfläche bieten. Keine Daten preisgeben, die zeigen, wofür man sich interessiert. In einer Zeit, in der alles ausgewertet, gespeichert und zugeordnet wird, wird selbst ein Herz zu einer bewussten Entscheidung.
Gleichzeitig steigen die Erwartungen der Plattformen immer weiter.
300 Interaktionen pro Woche.
7 Beiträge.
96 Stories.
5 Reels.
Das bedeutet produzieren, posten, reagieren, wiederholen. Und das konstant.
Aber wer verarbeitet diese Menge überhaupt noch bewusst? Wer bleibt wirklich hängen?
Unser Gehirn ist nicht dafür gemacht, hunderte Inhalte pro Tag tief zu verarbeiten. Es schützt sich durch Oberflächlichkeit. Schnelles Bewerten. Schnelles Weiterziehen. Keine Bindung. Kein echtes Engagement.
Vielleicht liegt genau hier das Paradoxon.
Noch nie war es so einfach zu senden.
Und noch nie war es so schwer, wirklich anzukommen.
Vielleicht brauchen wir nicht mehr Content.
Vielleicht brauchen wir wieder mehr Bedeutung.
Mehr Echtheit.
Mehr Substanz.
Weniger Lautstärke.
Mich interessiert ehrlich.
Wie nutzt ihr Social Media? Aktiv und bewusst? Oder eher als kurzer mentaler Ausstieg aus dem Alltag?
Ich freue mich auf einen echten Austausch.
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