25.10.2016, 10:00 Uhr

Nationalsozialismus: Ein Ort schaut hin

René Kuel: "Ich wollte Klarheit schaffen." (Foto: Foto: Franz Neumayr)
Rene Kuel war die treibende Kraft bei der Aufarbeitung der Vergangenheit in Mattsee. Herr Bürgermeister, wie es es jetzt zum Auftrag an die Historiker gekommen?
KUEL: Alle fünf Jahre ist eine ungarische Abordnung nach Mattsee gekommen, weil ihr Nationalheiligtum, die Stephanskrone, in den Kriegswirren bei uns verschollen und wiedergefunden worden ist. Darüber wussten wir zu wenig. Durch die Recherchen sind viele Details der braunen Vergangenheit des Ortes herausgekommen, die uns zum Teil schon sehr überrascht haben.

Komm das alles nicht viel zu spät?
Natürlich wäre eine geschichtliche Aufarbeitung vor einigen Jahrzehnten besser, ehrlicher und leichter gewesen. Aber besser spärt als gar nicht, man kann sagen, wir haben die letzte Chance einer zeitgeschichtlichen Vergangenheitsbewältigung jetzt ergriffen.

Gab es auch Stimmen, die sagten, lasst doch die Vergangenheit endlich ruhen?
Ja, die gab es, da müssen wir ehrlich sein. Aber wir konnten deutlich machen, dass es nicht um richten und urteilen, sondern um hinschauen und bewusst machen geht.
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