Filmwelt steht auf Kulissenstadt Freistadt

Szene aus dem Jahr 1978: Die damals 29-jährige Meryl Streep beim Dreh für die US-Serie „Holocaust“ am Freistädter Hauptplatz.
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  • Szene aus dem Jahr 1978: Die damals 29-jährige Meryl Streep beim Dreh für die US-Serie „Holocaust“ am Freistädter Hauptplatz.
  • Foto: NBC
  • hochgeladen von Roland Wolf

FREISTADT (rw). „Wen die Götter lieben“ (Karl Hartl, 1942), „Die Rückkehr des alten Herrn“ (Vojtech Jasny, 1972) „Freistadt“ (Fritz Lehner, 1976) oder „Holocaust“ (Marvin J. Chomsky, 1978): Freistadt hat die Filmwelt seit jeher magisch angezogen – und tut es nach wie vor. „Die Regisseure, die im Rahmen des Heimatfilmfestivals zu uns kommen, sind jedes Mal begeistert von der Altstadt“, sagt Kinobetreiber Wolfgang Steininger. Eine derart großartige mittelalterliche Kulisse gibt es eben selten. Und warum drehen sie nicht gleich einen Film? Es geht ums liebe Geld! „Gäbe es in Oberösterreich eine ähnlich gute Filmförderung wie etwa in Tirol, dann hätten wir jedes Jahr mindestens zwei internationale Filmteams bei uns“, behauptet Steininger. So wie im Jahr 1978, als Hollywood Freistadt als Filmkulisse auserkor. „Holocaust – die Geschichte der Familie Weiss“ ist eine vierteilige US-amerikanische Serie, die 1979 im deutschsprachigen Raum ausgestrahlt wurde. Sie erzählt die fiktive Geschichte der jüdischen Arztfamilie Weiss, die in Berlin zur Zeit des Nationalsozialismus lebt.

50 Schilling für eine Glatze
Freistadt wurde vor fast 40 Jahren zur SS-Standortkommandantur und zum Ghetto Theresienstadt umfunktioniert. Fritz Fellner, der Kustos des Mühlviertler Schlossmuseums, erinnert sich: „Die Filmleute waren damals natürlich auf der Suche nach Statisten. Wer dünn war und sich eine Glatze schneiden ließ, erhielt 50 Schilling.“ Und so nebenbei durfte man im selben Film mitwirken wie Meryl Streep die damals zarte 29 Jahre alt war. Später machte sie eine Weltkarriere. Sie spielte unter anderem in „Mamma Mia“, „Das Geisterhaus“, „Am wilden Fluss“ oder zuletzt in „Florence Foster Jenkins“ mit. Bekannt ist sie auch als eine große Donald-Trump-Kritikerin.

Missverständnis wegen SS-Uniformen
Dass nur knapp 30 Jahre nach dem Krieg schon wieder Nazis durch die Straßen liefen, führte vielerorts zu Missverständnissen. „Ein paar Amerikaner bauten auf dem Weg nach St. Oswald einen kleinen Unfall“, erzählt Fellner. „Und wie es der Teufel will, kommt die Polizei dazu. Die wollte die Schauspieler, die SS-Uniformen trugen, gleich wegen Wiederbetätigung festnehmen.“ Nach einigem Hin und Her durften die Amerikaner ihre Fahrt schließlich fortsetzen.

Dreh während des Zweiten Weltkrieges

FREISTADT. Einer der ersten Filme, der in Freistadt gedreht wurde, war „Wen die Götter lieben“ aus dem Jahr 1942. Im Lexikon des Internationalen Films heißt es: „Biografischer Film über Leben und Werk Mozarts. Stellenweise übertrieben gefühlsbetont, durch die Musik – vor allem aus Opern – aber immer noch unterhaltsam. Gepflegt inszeniert.“ Regie führte Karl Hartl, als Schauspieler waren unter anderem Hans Holt, Paul Hörbiger und Curd Jürgens im Einsatz.

Fotohinweise:
Meryl Streep (NBC)
Holocaust (1978, Franz Broucek)
Wen die Götter lieben (1942, Mühlviertler Schlossmuseum Freistadt)

Meryl Streep (Wikipedia)

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