GEDENKEN
Sozialistenmorde nahe der Jaunitz vor 75 Jahren
- Von links: Christian Gratzl, Michael Lindner, Alexandra Röhrenbacher und Hans Affenzeller.
- Foto: SPÖ
- hochgeladen von Roland Wolf
FREISTADT. Am 24. April 1945 – also vor genau 75 Jahren – wurden nahe der Jaunitz die fünf Sozialisten Alois Miesenböck, Richard Gold, Jakob Smal, Johann Zeilinger und Stefan Modelsky auf grausame Art und Weise hingerichtet. Am Ende eines schrecklichen Krieges, am Ende eines faschistischen Systems, das Millionen von Opfern zu verantworten hat. Die Stadt- und Bezirksorganisation der SPÖ gedachten – coronabedingt in kleinem Rahmen – dieser Tat.
Für Michael Lindner, den Bezirksvorsitzenden der SPÖ Freistadt, ist klar: „Gerade meine Generation kennt die Geschehnisse nur mehr aus dem Geschichtsunterricht, viele Junge haben keine Großeltern mehr, die ihnen selbst die Erlebnisse schildern können. Erinnern heißt handeln – aus der Geschichte lernen heißt für mich, die Demokratie mit jeder Faser zu verteidigen, sich bewusst sein, dass es keine Zeit gibt, in der solche grausamen und autoritären Systeme nicht wieder möglich wären." Demokratie falle nicht vom Himmel, sondern müsse ständig gelebt und verteidigt werden. "Gerade in den aktuellen Krisenzeiten ist es wichtig, so viel Freiheit wie nur möglich zu gewähren und wachsam zu sein, dass Demokratie nicht aufgeweicht wird."
Auch für Freistadts Vizebürgermeister Christian Gratzl und die Stadtparteivorsitzende Alexandra Röhrenbacher sind solche Erinnerungen wichtiger denn je, zeigen sie doch, dass während dieser grauenvollen Zeit nicht alle hinter diesem menschenverachtenden System gestanden sind: „Viele haben sich bis zu ihrem Tode dagegen zur Wehr gesetzt, sich aufrecht gegen dieses System gestellt. Sie haben es mit ihrem Tod bezahlt! Wir haben großen Respekt vor diesen Menschen und sind sehr froh, dass wir mit diesem Gedenkstein in Freistadt diesen Menschen unseren Respekt zollen“, sprechen die beiden Politiker mit einer Stimme.
Der Bezirksvorsitzende des Pensionistenverbandes, Hans Affenzeller, versprach, auch in Zukunft die schrecklichen Geschehnisse dieser Zeit der heutigen Generation näherbringen zu wollen.
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