12.06.2017, 10:41 Uhr

Hundekot kann für Rinder zur Gefahr werden

(Foto: panthermedia.net - pixelworkerin)
BEZIRK. Landwirtschaftlich genutzte Wiesen und Futterflächen neben stark frequentierten Spazierwegen sind oft stark mit Hundekot belastet. Für die Experten ist Hundekot nicht nur unhygienisch, sondern kann im schlimmsten Fall Auslöser für schwere Erkrankungen bei Nutztieren sein.


Tierarzt klärt auf

Der Pregartner Tierarzt Benedikt Muxeneder dazu: „Hierbei spielt der Erreger 'Neospora-Caninum´eine Rolle. Es handelt sich dabei um einen Parasiten, der weltweit als häufigste infektiöse Abortursache, also als Grund für Fehlgeburten, bei Rindern gilt. Hunde können den Erreger in sich tragen, ohne dass der Besitzer etwas davon merkt. Von infizierten Hunden wird 'Neospora-Caninum' massenhaft mit dem Kot ausgeschieden. Auf Weiden können diese sogar bis zu zwei Jahre lang überdauern und infektiös bleiben."
Nimmt eine Kuh solch ein verunreinigtes Futter auf, kann sie sich infizieren. Dadurch kann es dann zu Fehlgeburten, Missbildungen bei Kälbern oder der Geburt von lebensschwachen Kälbern kommen.
„Hunde infizieren sich hauptsächlich durch die Aufnahme von rohem und mit dem Erreger belastetem Fleisch“, erklärt der Tierarzt. „Ist der Erreger also erst einmal am Bauernhof angekommen, spielt der eigene Hofhund eine wichtige Rolle. Es besteht nämlich die Gefahr, dass der Hofhund Abortmaterial frisst und so wiederum den Parasit ausscheidet. Ein Kreislauf entsteht." Für den Hund selbst ist eine Infektion meist nicht gefährlich. „Da derzeit keine Therapie für Neosporose beim Rind zur Verfügung steht, ist Vorbeugung am wichtigsten“, erklärt der Tierarzt. "Nicht nur der Landwirt selbst, auch alle anderen Hundebesitzer sind gefordert, die Hinterlassenschaften des Hundes zu beseitigen oder den vierbeinigen Freund nicht erst auf Weiden und Futterwiesen sein Geschäft verrichten zu lassen."


Futter sauber halten!

Hochwertige Lebensmittel lassen sich nur durch saubere Futtermittel produzieren. Auch bei der Bezirksbauernkammer ist man natürlich mit dieser Problematik konfrontiert. "Es ist wirklich nicht appetitlich, wenn die Kühe den Kot mitschlucken müssen. Manchmal kommt dann das Argument, dass die Landwirte ja auch Gülle auf den Wiesen ausbringen. Allerdings wird dieser flüssige Dünger in einer sehr dünnen Schicht ausgebracht, sodass dieser beim Ernteprozess nicht mehr durch die Maschinen erfasst wird", so BBK-Leiter Johannes Gahleitner.
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