Nach Großbrand im Lesachtal
Keine Entschädigung für Waldbesitzer ohne Versicherung
- Der Waldbrand im Lesachtal beschäftigte hunderte Einsatzkräfte seit Ende April.
- Foto: LPD Kärnten/FEST Klagenfurt
- hochgeladen von Evelyn Wanz
Nach dem verheerenden Waldbrand im Lesachtal bleiben viele Waldbesitzer auf ihren Schäden sitzen: Wie Bürgermeister Bernhard Knotz im Gespräch mit MeinBezirk erklärt, werden zwar die Kosten für die Brandbekämpfung vom Bund übernommen – für die entstandenen Waldschäden wird es wohl keine Entschädigung aus dem Katastrophenfonds geben.
LESACHTAL. Der jüngste Waldbrand im Lesachtal hat nicht nur Spuren in der Landschaft hinterlassen, sondern stelle auch zahlreiche Waldbesitzer vor große finanzielle Herausforderungen. "Die Kosten für die Brandbekämpfung werden vom Bund übernommen. Aber für den Waldschaden, der durch den Brand entstanden ist, gibt es keine Entschädigung", stellt Bürgermeister Bernhard Knotz klar. Diese Regelung sei im Katastrophenschutzrecht festgelegt: Schäden an Gütern, die grundsätzlich versicherbar sind, fallen in die Eigenverantwortung der Eigentümer.
Stimmung ist angespannt
Viele Land- und Forstwirte hätten jedoch nicht gewusst, dass sie im Ernstfall ohne Versicherung leer ausgehen. Entsprechend angespannt sei die Stimmung in der Gemeinde. "Es ist eine gewisse Ernüchterung und auch Unverständnis da", so Knotz. In früheren Schadensfällen, etwa nach Stürmen, habe es teilweise noch Unterstützungen aus dem Katastrophenfonds gegeben. Dieses Mal jedoch "schauen viele durch die Finger".
Um Lösungen bemüht
Die Gemeinde bemühe sich nun um Lösungen. Im Fokus stehen Fördermöglichkeiten für die Wiederaufforstung sowie die Aufarbeitung des beschädigten Holzes. Diese könnten im Rahmen bestehender Programme, etwa über die Wildbach- und Lawinenverbauung, abgewickelt werden. Konkrete Zusagen gibt es jedoch noch nicht: "Das ist alles noch in Ausarbeitung", betont Knotz.
Dritte Katastrophe
Besonders belastend ist die Situation vor dem Hintergrund wiederholter Naturereignisse in den vergangenen Jahren. Nach einem schweren Sturm im Jahr 2018, darauffolgenden Borkenkäferschäden und mühsamer Wiederaufforstung bedeutet der Brand nun einen weiteren Rückschlag. "Jetzt fängt das Ganze eigentlich zum dritten Mal von vorne an", schildert der Bürgermeister die Lage.
Schadenssumme wird ermittelt
Eine genaue Schadenssumme könne derzeit noch nicht beziffert werden. Die Erhebungen laufen, eine seriöse Einschätzung werde laut Knotz jedoch noch Zeit in Anspruch nehmen. Parallel dazu wird geprüft, ob möglicherweise Verantwortliche für den Brandausbruch haftbar gemacht werden können.
Feuerwehr kontrolliert noch
Unterdessen bleibt die Lage vor Ort unter Kontrolle. Zwar treten vereinzelt noch Glutnester auf, die Feuerwehren führen jedoch regelmäßige Kontrollfahrten durch. Die Hoffnung liegt nun auf anhaltendem Regen, der letzte Brandherde endgültig löschen könnte.
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