Buslinie 8570
Von drohendem Aus zum Stundentakt – Bad Bleiberg feiert Erfolg

Die Linie 8570 verkehrt zwischen Nötsch im Gailtal und dem Bahnhof Villach. Zwischenstopp: Bad Bleiberg. | Foto: Busfotos Austria
  • Die Linie 8570 verkehrt zwischen Nötsch im Gailtal und dem Bahnhof Villach. Zwischenstopp: Bad Bleiberg.
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  • hochgeladen von Dominik Lach

Vor zehn Jahren stand die Buslinie 8570 vor dem Aus. Heute fährt sie wieder regelmäßig im Stundentakt und verbindet das Hochtal verlässlich mit Villach. Was damals als Verlust befürchtet wurde, ist heute ein Beispiel für gelungene regionale Nahverkehrsentwicklung.

BAD BLEIBERG. Als im Dezember vor rund zehn Jahren angekündigt wurde, dass die Linie 8570 wegen geringer Fahrgastzahlen am Wochenende eingestellt werden soll, war die Sorge im Hochtal groß. Die damaligen Fahrgastzählungen zeigten nur drei Personen pro Fahrt, das Land Kärnten sprach von einem nicht mehr tragbaren Defizit. Stimmen wie jene von Bürgermeister Christian Hecher und Gemeinderat Sepp Götz warnten damals vor einem weiteren Ausbluten der ländlichen Regionen und dem Verlust wichtiger Mobilität.

Zehn Jahre später

Zehn Jahre später zeigt sich ein völlig anderes Bild. Die Linie 8570 ist längst wieder zurück und fährt heute, Montags bis Freitag stündlich zwischen 7 Uhr und 19.55 Uhr von Nötsch über Bad Bleiberg bis nach Villach Hauptbahnhof. Wochenendes im Zweistundentakt. Damit ist aus einer einstigen Problemverbindung ein stabiler Bestandteil des regionalen Öffentlichen Verkehrs geworden.

Erfolg der Zusammenarbeit

Bürgermeister Christian Hecher sieht die Entwicklung als Erfolg konsequenter Zusammenarbeit: „Ich war immer im engen Austausch mit Verkehrsverbund, der Stadt Villach und Landesrat Mag. Schuschnig, um den öffentlichen Nahverkehr auszubauen. Umso mehr freut es mich, dass unserem Anliegen Gehör geschenkt wurde.“

Klimawandel, Preise und Kosten

Auch die Rahmenbedingungen haben sich verändert. Steigende Energiepreise, höhere Lebenshaltungskosten und der Klimawandel sorgen dafür, dass der Öffentliche Verkehr im Hochtal wieder mehr genutzt wird. „Der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs bedeutet vor allem für Familien eine leistbare Alternative zum privaten PKW“, sagt Hecher.

Zusammenspiel mit GOMobil

Im Zusammenspiel mit dem Go Mobil, das seit über 20 Jahren im Tal verankert ist, ergibt sich heute eine Mobilitätsstruktur, die vor zehn Jahren kaum vorstellbar war. „Wir bieten unserer Bevölkerung und unseren Gästen einen einzigartigen öffentlichen Verkehr im Speckgürtel von Villach“, so Hecher.

Beispiel für Mobilität

Die Linie 8570 ist damit ein Beispiel dafür, wie sich Mobilität am Land innerhalb eines Jahrzehnts grundlegend verändern kann, von der drohenden Stilllegung hin zu einem modernen Angebot, das wieder angenommen und gebraucht wird.

Artikel von vor 10 Jahren

von Iris Zirknitzeram 25.11.2015
BAD BLEIBERG. Mit 13. Dezember soll in Bad Bleiberg der Nahverkehr an den Samstagen eingestellt werden. Konkret handelt es sich um die Linie 8570. Derzeit führt das Reiseunternehmen Wiegele zusammen mit der Firma Ebner unter dem Dachverband der Kärntner Linien den Linienverkehr von Bleiberg nach Villach durch.

Zu wenig Frequenz
BAD BLEIBERG. Mit 13. Dezember soll in Bad Bleiberg der Nahverkehr an den Samstagen eingestellt werden. Konkret handelt es sich um die Linie 8570. Derzeit führt das Reiseunternehmen Wiegele zusammen mit der Firma Ebner unter dem Dachverband der Kärntner Linien den Linienverkehr von Bleiberg nach Villach durch.

Defizit der Linie
Die mangelnde Frequenz an Fahrgästen und das damit einhergehende Defizit der Linie führe zu diesem Entschluss. Die Aufrechterhaltung sei vom Land Kärnten nicht mehr tragbar. Kärntens Verkehrsreferent, Landesrat Rolf Holub, sagt: „Die geplante Schließung muss ich leider bestätigen. Wir sind aufgrund der finanziellen Situation des Landes Kärnten gezwungen, die am wenigsten genutzten Verkehrslinien nicht mehr weiter zu betreiben.“ Das wäre für das Land eine Kostenersparnis von 10.000 bis 10.500 Euro pro Jahr.

Kaum genutzte Verbindung
Holub: „Die Fahrgastzählungen haben ergeben, dass an Samstagen der Busverkehr von der Bevölkerung im Hochtal kaum genutzt wird und die Busse im Schnitt mit drei Fahrgästen besetzt sind. Dies bedeutet einen immensen finanziellen Aufwand für die Verkehrsverbundgesellschaft und das Land Kärnten. Ich hoffe, dass die Gemeinde eine akzeptable Alternative finden wird.“

Hecher: Höhere Frequenz geschätzt
Bleibergs Bürgermeister Christian Hecher geht von einer höheren Frequenz aus: „Aus beruflichen Gründen sind es sicher mehr als drei Personen, aber sicher nicht über zehn. Was aber dazukommt: Wir haben ein Kurzentrum, sind ein touristischer Ort, das heißt, es fahren auch Personen vom Kurzentrum am Samstag nach Villach. Auch ältere Personen zum Einkaufen.“

Erhalt der Linie
Gemeinderat Sepp Götz spricht sich vehement für die Erhaltung der Linie aus: „Hier ist das Land gefordert, um einem Ausbluten der Landgemeinden entgegenzuwirken. Abwanderung und Entvölkerung von Landflucht sind Themen unserer Gesellschaft, so wie auch des Bleiberger Tales. Nun soll auch noch der Nahverkehr von Bleiberg nach Villach eingestellt werden. Damit züchtet man 'von oben' wirklich Geisterdörfer.“

Unglücklich über Einstellung
Hecher ist mit der geplanten Einstellung der Linie nicht glücklich, verweist aber gleichzeitig auf die begrenzten finanziellen Möglichkeiten der Gemeinde: „Mir ist die finanzielle Situation auf Bundes- und Landesebene bewusst und daher ist es für mich verständlich, dass Einsparungen durchgeführt werden müssen und nicht mehr sämtliche Mehrkosten seitens des Landes ausgeglichen werden können. Aber auch wir müssen die Sparmaßnahmen mittragen. Daher ist es für uns nicht möglich, die Defizite zu übernehmen, die der Samstagsverkehr verursacht. Es ist notwendig, eine Lösung zu finden, die sowohl eine Aufrechterhaltung des Samstagsverkehrs als auch eine Kostenreduktion beinhaltet.“

Alternativen im Auge
Bleibergs Gemeindechef fasst Alternativen ins Auge: „Eine Möglichkeit wäre, GoMobil für notwendige Fahrten nach Villach einzubinden. Dies ist jedoch nicht kurzfristig umzusetzen. Daher bin ich bereits seit einiger Zeit in Kontakt mit dem Verkehrsbund und mit den Mitarbeitern von Landesrat Holub im Zuge des Mobilitäts Masterplan Kärnten, um eine Lösung zu finden.“ Sollte sich nicht kurzfristig eine solche ergeben oder eine Finanzierungsmöglichkeit finden, schaut es für den samstäglichen Linienverkehr düster aus.

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