Hermagor
Das ewige Duell um die Bezirksstadt

Wer führt künftig den Gemeinderat der Stadtgemeinde Hermagor an? Das entscheidet sich in der Bürgermeister-Stichwahl am 14. März.
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  • Wer führt künftig den Gemeinderat der Stadtgemeinde Hermagor an? Das entscheidet sich in der Bürgermeister-Stichwahl am 14. März.
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Innerhalb von zehn Jahren lautet das Duell bei der Bürgermeister-Stichwahl in der Stadtgemeinde Hermagor zum dritten Mal: Siegfried Ronacher (SPÖ) gegen Leopold Astner (ÖVP). Liste Karl Tillian und FPÖ legen sich fest: Sie sprechen keine Wahlempfehlung aus.

HERMAGOR. In der Stadtgemeinde Hermagor kommt es am 14. März erneut zu einer Stichwahl um das Bürgermeister-Amt zwischen Amtsinhaber Siegfried Ronacher (SPÖ) und Vizebürgermeister Leopold Astner (ÖVP). Der Polit-Thriller mit dem Titel „Das ewige Duell“ geht bereits in seine dritte Auflage.

Wechselbad der Gefühle

Bis das Wahlergebnis in den Abendstunden des gestrigen Sonntags endgültig feststand, durchliefen die beiden Spitzenkandidaten ein Wechselbad der Gefühle. Nach der Auszählung ohne Wahlkarten hatte Astner mit 42,4 Prozent der Stimmen die Nase vorne, Ronacher kam auf 38,8 Prozent. Auch bei der Gemeinderatswahl rückten SPÖ (37,7 Prozent) und ÖVP (37,5 Prozent) eng zusammen. Das tatsächliche Endergebnis, also inklusive Wahlkarten, hob die Stimmung bei der SPÖ, die bei der Gemeinderatswahl zulegen konnte und die unangefochtene Nummer eins bleibt. SPÖ-Bürgermeister Ronacher geht auch als „Führender“ (44,23 Prozent) in die Stichwahl (siehe „Zur Sache“ unten).

Bürgermeister Siegfried Ronacher (SPÖ) geht als „Führender“ in die Stichwahl.
  • Bürgermeister Siegfried Ronacher (SPÖ) geht als „Führender“ in die Stichwahl.
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Siegfried Ronacher (SPÖ)

Ronacher macht kein Geheimnis daraus, dass nach der Auszählung der am Sonntag abgegebenen Stimmen (ohne Wahlkarten) die Stimmung zunächst getrübt war. „Die Verständnislosigkeit hat sich am Abend in Freudenstimmung gewandelt“, schildert der Bürgermeister. Seine Partei konnte bei der Gemeinderatswahl ein Plus von vier Prozent erzielen. Ronacher hat eine Erklärung dafür, weshalb das Ergebnis der Wahlkarten jenes der Wahl am Sonntag noch auf den Kopf stellte. „Weil wir in unserem Umfeld dazu geraten haben, in Zeiten von Corona vorab zu wählen.“
Der Stichwahl blickt er optimistisch entgegen, weil er im ersten Wahlgang im Vergleich zum ersten Wahlgang im Jahr 2015 um 4,5 Prozent zulegen konnte. „Dass es bei vier Bürgermeister-Kandidaten zu einer Stichwahl kommt, haben wir geahnt. Deshalb haben wir die Vorbereitungen für die Zeit bis zur Stichwahl bereits im Vorfeld getroffen“, verrät Ronacher.

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Leopold Astner (ÖVP)

Dass mit der Auszählung der Wahlkarten das Endergebnis stark vom Zwischenstand abwich, sorgte in der Bevölkerung im ersten Moment für Irritationen, gesteht Vizebürgermeister Leopold Astner (ÖVP). Die Ausgangslage vor der Stichwahl habe sich für ihn jedoch nicht geändert: „Es war davon auszugehen, dass der Amtsinhaber von den Wahlkarten profitiert.“ Er gibt sich kämpferisch und zuversichtlich, den Rückstand von 308 Stimmen auf Ronacher aufholen zu können. „Weil ich die Alternative bin, wenn jemand den Amtsinhaber nicht mehr als Bürgermeister haben will“, stellt Astner klar. Er spricht damit vor allem jene Wähler an, die im ersten Wahlgang Christian Ball von der FPÖ (310 Stimmen) und Karl Tillian von der gleichnamigen Liste (531 Stimmen) gewählt hatten. Um deren Gunst möchte er in den verbleibenden Tagen bis zur Stichwahl buhlen. Denn: „Ich bin das politische Angebot für Veränderung in Hermagor.“

Ein Rückblick

Ein Rückblick ins Jahr 2011: Nach 28 Jahren im Amt trat Langzeit-Bürgermeister Vinzenz Rauscher (SPÖ) zurück. Damals lautete das Duell in der Stichwahl erstmals Siegfried Ronacher gegen Leopold Astner. Ronacher hatte schließlich mit 2.579 Stimmen die Nase vorne, Astner kam auf 2.266 Stimmen (Differenz: 313 Stimmen). Noch knapper ging es bei der Stichwahl im Jahr 2015 zu: Bürgermeister Ronacher (2.410 Stimmen) setzte sich mit nur sieben Stimmen Vorsprung auf Vizebürgermeister Astner (2.403 Stimmen) durch.

Gemeinderat Karl Tillian (Liste Tillian) zieht nun in den Stadtrat ein.
  • Gemeinderat Karl Tillian (Liste Tillian) zieht nun in den Stadtrat ein.
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Karl Tillian (Bürgerbewegung)

Die Bürgerbewegung des Gemeinderats Karl Tillian ist ein Gewinner der Wahl: Sie eroberte drei Mandate im Gemeinderat und zieht zudem mit einem Sitz in den Stadtrat ein. Tillian selbst wird das Stadtratsmandat annehmen. „Der einzige Wermutstropfen ist, dass SPÖ und FPÖ weiterhin die Mehrheit im Gemeinderat haben. Es besteht die Gefahr, dass die alte Leier weitergeht“, befürchtet Tillian. Außer, so der Listengründer, Vizebürgermeister Leopold Astner (ÖVP) setzt sich in der Stichwahl gegen Bürgermeister Siegfried Ronacher (SPÖ) durch. Tillian spricht keine Wahlempfehlung aus: „Weil ich unsere Wähler nicht bevormunden werde.“ Nachsatz: „Unsere Wähler wollen aber scheinbar einen politischen Wechsel in Hermagor.“ Im Stadtrat ist die Liste Tillian künftig das Zünglein an der Waage: drei Mandate SPÖ, drei Mandate ÖVP und ein Mandat Liste Tillian.
Tillian verfügt bereits über langjährige Erfahrung im Stadtrat, war von 2011 bis 2015 erster Vizebürgermeister, ehe er sich mit der Partei zerwarf, nach dreißig Jahren aus der SPÖ austrat und eine eigene Liste gründete.

Christina Ball und die FPÖ verlieren den Sitz im Stadtrat.
  • Christina Ball und die FPÖ verlieren den Sitz im Stadtrat.
  • Foto: Oskar Pollak
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Christina Ball (FPÖ)

Von einer Wahlempfehlung nimmt auch die FPÖ Abstand. „Weil wir allen Fraktionen für eine Zusammenarbeit im Gemeinderat zur Verfügung stehen“, begründet Noch-Stadträtin Christina Ball (FPÖ). Das Ergebnis der Wahl ist eine herbe Niederlage für die Freiheitlichen: Sie verlieren ihren Sitz im Stadtrat und ein Mandat im Gemeinderat. Die Weichen für die Zukunft stellt die Partei in einer Fraktionssitzung in diesen Tagen. Ball beteuert jedoch: „Wir sind als Team angetreten und werden auch als Team weiterarbeiten.“
Der Wahlkampf und die Verluste bei der Wahl hinterließen jedoch Spuren. „Scheinbar reicht es aus, dass eine Bürgerliste Versprechungen macht, obwohl sie diese womöglich nicht einhalten kann“, stellt Ball frustriert fest. Die FPÖ habe, betont Ball, einen sauberen und fairen Wahlkampf geführt. Umso bestürzter war sie, als ihre Wahlplakate sogar beschmiert und ihr Gesicht darauf entstellt worden war.

ZUR SACHE
Gemeinderatswahl Hermagor

SPÖ: 43,63 Prozent (+ 4,05 Prozent)
ÖVP: 33,43 Prozent (+ 2,7 Prozent)
FPÖ: 10,09 Prozent (- 4,43 Prozent)
Liste Karl Tillian: 12,85 Prozent (+ 2,96 Prozent)

Bürgermeister-Wahl
Siegfried Ronacher (SPÖ):
44,23 Prozent
Leopold Astner (ÖVP): 37,57 Prozent
Christina Ball (FPÖ): 6,71 Prozent
Karl Tillian (Liste): 11,49 Prozent

Alle Wahl-Ergebnisse und der Wahl-Ticker von gestrigem Sonntag zum Nachlesen!

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