Neuer Stern am Rallycross-Himmel
Lokalmatadoren aus dem Waldviertel
- Lokalheld Norman Ganser flog beim Heimrennen auf Platz 4.
- Foto: Harald Lindtner
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Das Ferienrennen im Hochsommer der Rallycross-Staatsmeisterschaft hielt, was im Vorfeld prognostiziert wurde.
WALDVIERTEL. Spannende Rennen und ein richtiges Länderspiel zwischen den Österreicher, Tschechen und Ungarn. Das mit einem Premierensieg für einen jungen Österreicher endete. Istvan Antal triumphiert bei den Supercars, Lukas Wilhelm siegt bei seinem ersten Antreten und Oliver Dariz krönt sich zum ersten Titelträger.
Die Meisterschaft spitzt sicher weiter zu. In nahezu allen Klassen ging es in der MJP-Arena zur Sache. Bei den Supercars erlebte Lokalmatador Norman Ganser aus Göpfritz an der Wildein schwieriges Wochenende – während sich Oliver Dariz im Peugeot-206-Markenpokal vor vielen Zuschauern den ersten Meistertitel der laufenden Saison sicherte.
- War in der Qualifikation noch weit vorne - Lokalheld Daniel Pfeiffer.
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Die Supercars
Istvan Antal (HUN) war in der Königsklasse der 600-PS-starken Supercars der Mann des Wochenendes. Der Tabellenführer der ungarischen Staatsmeisterschaft ließ im Waldviertel nichts anbrennen. Der Audi-A1-Pilot wäre nur im ersten Vorlauf angreifbar gewesen, da verpasste allerdings sein Herausforderer Ales Fucik im VW Polo rechtzeitig auf die Jokerlap seines Rivalen zu reagieren – so sicherte sich Antal den Sieg im Waldviertel mit einer weißen Weste. Hinter den beiden WM-Autos entwickelte sich ein spannender Zweikampf zwischen den beiden Ford Fiesta von Alois Höller und Werner Gurschler (ITA). Norman Ganser (Ford Fiesta) aus Göpfritz konnte bei seinem Heimspiel zu Beginn nicht ganz vorne mitmischen und hatte zudem im vierten Vorlauf eine Karambolage. Im Finale hatte Höller vom dritten Platz aus einen schlechten Start und musste das Feld von hinten aufmischen – so war es abermals Werner Gurschler der vor Ganser den letzten Stockerlplatz eroberte und sich feiern ließ. „Ich bin sehr zufrieden, nach vorne wäre nicht mehr möglich gewesen. In der Meisterschaft ist alles noch offen“, kalkulierte der Sympathieträger aus Südtirol.
- Harte Bandagen auch bei den Tourenwagen bis 2 Liter Hubraum.
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Super 1600
Lukas Wilhelm gab nach einem Ausflug in die Rallyestaatsmeisterschaft sein Comeback im Rallycross. Der 20-jährige Guntramsdorfer setzte sich im letzten Jahr den Titel in der National 1600 auf und fuhr in Fuglau zum ersten Mal einen Skoda Fabia von EM-Starter Dominik Senegacnik mit rund 240 PS und war damit der Mann des Wochenendes. Wilhelm dominierte in den Vorläufen, musste sich im Finale aber kurz hinter Jan Dvorak (Audi A1) einreihen. Dank einer perfekten Jokerlap und schnellen Runden konnte Wilhelm Dvorak noch abfangen und gleich seine Premiere in der Klasse gewinnen. „Ich habe mich sofort wohlgefühlt und es ging immer besser – nur bei den Starts muss ich noch üben“, zwinkerte Wilhelm. Der nun als neue österreichische Rallycross-Hoffnung gilt.
- Lukas Wilhelm konnte sich gegen Jan Dvorak und Lukas Pech aus Tschechien durchsetzen.
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Super Touring Cars über 2.000 ccm
Wie schon im Juni war es ein Vierkampf bei den großen Tourenwagen. Lokalmatador Daniel Pfeiffer zeigte sich im Skoda Fabia bestens aufgelegt. Der Rennfahrer aus Reingers gewann den ersten und den dritten Vorlauf, schied aber im zweiten mit einer gebrochenen Antriebswelle aus. „Die Freude über die Vorlaufsiege überwiegen dem Ausfall eindeutig. Es ist unglaublich, wie es im Moment läuft“, strahlte Pfeiffer. Nach der Qualifikation war Karl Schadenhofer in Front – der VW-Polo-Pilot bestach das ganze Wochenende mit Konstanz und holte sich so die Poleposition für das Finale. Dort münzte Schadenhofer seinen Startvorteil in einen Sieg um. Jan Ratajski (CZE, VW Polo) wurde knapp dahinter Zweiter. „Es ist mein erster richtiger Sieg mit diesem Auto, das fühlt sich sehr gut an. Die Abstimmung wird immer besser und der Kampf mit Ratjski war äußerst fair“, zeigte sich Karl Schadenhofer erleichtert. Der dritte Titelanwärter Patrick Eigenbauer hatte mit seinem heckgetriebenen VW-Polo Probleme mit der Servolenkung. Erst im Finale konnte der Böheimkirchner die Probleme einigermaßen lösen und wurde noch Dritter. Lokalheld Daniel Pfeiffer aus Reingers musste nach einer Startkollision mit dem vierten Platz vorliebnehmen. „Wenn dir im Finale einer ins Auto fährt, der das ganze Wochenende nur Eierschwammerl sucht, ist das sehr ärgerlich“, war Pfeiffer nach dem Rennen frustriert. Sein Unfallgegner wurde für die Aktion disqualifiziert.
- Hase gewinnt vor Spitaler und Kaineder in der National 1600.
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Super Touring Cars bis 2.000 ccm
Schon am Samstag fand das immer heiße Duell Josef Strebinger (VW Polo) gegen Roman Castoral (CZE, Opel Astra) seine Fortsetzung. Strebinger haderte bei beiden Vorläufen mit dem Start – Castoral war in seiner Paradedisziplin wie immer souverän. Im zweiten Vorlauf spitzte sich der Zweikampf dramatisch zu – mit dem besseren Ende für den Tschechen, der Strebinger auf der Ziellinie um 52 Tausendstel besiegen konnte. Am Sonntag war zunächst abermals Castoral in Front, ehe Strebinger im Finale die Hackordnung geraderücken konnte. Melvin Alic hatte an diesem Wochenende zu kämpfen. Der 19-jährige Tabellenführer im Honda Civic büßte mit Platz drei einen Teil seines Vorsprunges ein – in der Meisterschaft entwickelt sich so ein Dreikampf um den Titel.
- Oliver Dariz - links musste für seinen zweiten Titel hart kämpfen.
- Foto: Harald Lindtner
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Super Touring Cars bis 1.600 ccm
Bei den kleinen Tourenwagen war für die Österreicher wenig zu holen. Zu stark waren vor allem Tamas Vegh (HUN, VW Polo) und Valclav Veverka (CZE, Peugeot 208). Die beiden internationalen Stars dominierten die Klasse – wobei Vegh stets das bessere Ende für sich hatte. Als bester Österreicher fuhr Tobias Kerschbaummayr ins Ziel. Der junge Niederösterreicher hatte im Finale aber ebenfalls Kontakt mit einem Kontrahenten und brachte den beschädigten VW Polo als Fünfter ins Ziel.
- Tür an Tür - bei den Supercars wurde sich im Waldviertel nichts geschenkt.
- Foto: Harald Lindtner
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National 1600
Marcel Strobl (Citroën Saxo) aus St. Leonhard am Forst gewann alle Vorläufe und galt als Topfavorit auf den Tagessieg. Im Semifinale konnte sich allerdings Silvio Hase an Strobl „vorbei-jokern“ und sich so einen Platz in der ersten Startreihe sichern. Nina Spitaler stand im Finale auf der Poleposition, konnte den besten Startplatz aber nicht in ihren Premierensieg ummünzen. Für die Tullnerin war der zweite Platz dennoch das beste Ergebnis im Rallycross. Gegen den Tiroler Silvio Hase war wie schon im Juni kein Kraut mehr gewachsen. Der Imster überholte Spitaler über die Jokerlap und gewann zum zweiten Mal. Mit Reini Kaineder standen ausschließlich Suzuki-Swift-Fahrer auf dem Stockerl. „Es war extrem schwierig, eigentlich wäre ich mit einem Stockerl schon zufrieden gewesen – der Sieg hat sich kurzfristig ergeben“, zwinkerte Hase.
Peugeot 206 RX-Cup
Ganz starke Nerven bewies Oliver Dariz. Er war das ganze Wochenende nie der schnellste Mann auf der Rennstrecke, seine Kontrahenten schafften es aber nicht, ihn in einen Fehler zu hetzen. Auch im Finale um den Tagessieg bissen sich Alexander Strobl und Michael Zwanowetz die Zähne aus. Mit dem vierten Sieg machte Dariz zudem in der Meisterschaft schon vorzeitig alles klar. „Es war ein richtig hartes Wochenende, es war immer ein harter Kampf – das Finale war das beste Beispiel dafür – die ersten drei sind innerhalb von einer halben Sekunde durchs Ziel gefahren“, war Dariz aus dem Häuschen. Für den jungen Landfriedstettner war es nach 2024 schon der zweite Titel im Markenpokal – er wird im kommenden Jahr in die National 1600 aufsteigen.
RWD-Cup und Histo-RX
Wie schon beim Rennen im Juni war Lukas Woldrich im RWD-Cup bis 2000 ccm nicht zu besiegen, Michael Stoklassa war in der Klasse über 2000 ccm erneut am schnellsten. Bei den historischen Rallycross-Autos holte Brigitte Schmalzl mit dem Mercedes C190 den Sieg in der großen Klasse, Erich Hösl gewann die Klasse über 1600 ccm, Stefan Reininger (Honda CRX) die Klasse bis 1600 ccm.
Historische Rahmenserien
Der Sieger bei den tschechischen historischen Rennwagen bis 1,6 Liter Hubraum war Jaroslav Fikota vor der Hollabrunnerin Birgit Kuttner (beide auf Honda Civic). Die tschechische National 1600 gewann Petr Bilek (Renault Twingo). Den ungarischen Magyar Kupa bis 1400 ccm gewann „Kisharsanyi“ in einem Suzuki Swift, den bis 1600 ccm Oliver Matary in einem VW Polo. Richard Turoczy war der einzige Starter im Lada Kupa – zeigte dort eine grandiose Drift-Show. Im ungarischen Mazda MX5 und Opel Astra Markenpokal war Norbert Kaldenekker und Feco Gaal die Sieger. Im Junior Kupa Akos Zsigmond. Hier fahren junge Rennfahrer schon ab 10 Jahren in baugleichen Suzukis Swifts um die Wette.
Alle Resultate vom zweiten MTL-Rallycross von Fuglau findet man unter: https://chronomoto.hu/livetiming/pdf/?eventid=20260808_09_rc_fuglau
Schon in zwei Wochen findet die österreichische Staatsmeisterschaft im steirischen Greinbach ihre Fortsetzung. Der vorletzte Meisterschaftslauf findet am 22. & 23. August statt.
Über Rallycross
Im Unterschied zum Rallyesport fährt man beim Rallycross Auto gegen Auto und mit einem Teil seiner Gegner gleichzeitig auf derselben Bahn – Kontakt ist dabei nicht unüblich. Die Strecken sind kurz, übersichtlich und daher besonders publikumsfreundlich, da sowohl das Fahrerlager und alle gekennzeichneten Stellen an der Rennstrecke für die Besucher mit gültigem Ticket frei zugänglich sind. In die Finalläufe kommen nur die bestplatzierten Fahrer, dort kommt es zum Showdown um den Tagessieg. Die einzelnen Rennen dauern selten länger als fünf Minuten, Aufwärmrunde gibt es keine – wenn die grünen Lichter angehen, geht’s los.
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