Experten warnen vor illegalem Feuerwerk

BEZIRKE. Vor verbotenen Feuerwerkskörpern aus dem Ausland warnt auch heuer die Wirtschaftskammer (WKO). Deshalb werden seit einigen Jahren vor Silvester Polizeikontrollen an der Grenze durchgeführt. Dabei beschlagnahmt die Exekutive immer wieder illegale und gefährliche Raketen. Dass oftmals keine Qualitätskontrollen durchgeführt werden, macht diese Produkte so gefährlich. Ebenfalls verboten: Viele Feuerwerksartikel weisen keine CE-Kennzeichnung sowie keine deutschsprachige Gebrauchsanweisung auf. Die Kontrollen gehen in den Bezirken weiter. Dort überprüfen Bezirkshauptmannschaft und Polizei Verkaufsstände. Josef Weidenholzer von der BH Grieskirchen berichtet: „Im Bezirk Grieskirchen sind in den letzten Jahren so gut wie keine illegalen Knaller aufgetaucht.“ Das bestätigt Alfred Bachinger, stellvertretender Polizeikommandant von Grieskirchen: „Vor einiger Zeit wurden zwar verbotene Feuerwerkskörper gefunden. In den letzten zwei Jahren gab es keine Vorfälle.“

Illegales speziell in Eferding

Anders sieht es da schon im Bezirk Eferding aus. Man erinnere sich an die 1,5 Tonnen an rechtswidrigen Feuerwerksartikeln, die im Dezember 2014 ein Mann in einem Puppinger Bauernhof hortete. „An den letzten fünf Silvestern wurden 14 Anzeigen aufgenommen“, erläutert Egon Ellrichshausen von der BH Eferding. „Zu diesen kam es vor allem, da an Verkaufsständen illegales Feuerwerk aus dem Ausland gefunden wurde.“ Zum Vergleich: Im Bezirk Grieskirchen kam es in den letzten Jahren zu fünf Anzeigen. Die Gründe lagen dabei aber nicht an verbotenem Feuerwerk. Angezeigt wurden Personen, die im Ortsgebiet ohne Genehmigung schossen sowie Jugendliche, die altersbedingt bestimmte Artikel nicht erwerben durften. Weidenholzer klärt auf: „Die meisten illegalen Knaller werden bereits an der Grenze beschlagnahmt. Auf Bezirksebene ist die Überprüfung schon schwieriger. Wenn nicht zufällig durch Polizeikontrolle, erwischt es so gut wie niemanden. Man kann sagen: Solange keine Unfälle passieren, kann man auch nicht sagen, ob legale oder illegale Silvesterraketen abgeschossen wurden.“ Von Feuerwerksunfällen zu Silvester blieben unsere beiden Bezirke verschont, bestätigen die Bezirksfeuerwehrkommandos (BFK) in Grieskirchen und Eferding. „Mir sind keine Feuerwerksunfälle in den letzten Jahren bekannt. Andererseits wird bei uns zu Silvester auch nicht mehr so viel geschossen. Das mag wohl an den höheren Preisen der Artikel sowie an den stärkeren Grenzkontrollen liegen“, so Josef Murauer, Bezirkskommandant in Grieskirchen. „Ich denke, die Vernunft ist bei den Menschen mittlerweile so groß, dass sie nicht mehr zu Knallern mit großer Sprengkraft greifen.“ WKO und Experten empfehlen, nur geprüfte, heimische Feuerwerksartikel mit CE-Kennzeichen zu verwenden.

Zur Sache

- Bei Feuerwerksartikeln müssen Bezeichnung und Bedienungsanleitung in deutscher Sprache angegeben sein. Darunter fallen: Klasse oder Kategorie, Bezeichnung, Name, Typ, Altersbeschränkung und Gebrauchsanweisung.
Feuerwerk darf im Ortsgebiet nur mit Genehmigung abgeschossen werden.
- Verboten ist das Schießen in unmittelbarer Nähe von: Kirchen, Gotteshäusern, Krankenanstalten, Kinder-, Alten- und Erholungsheimen sowie Tierheimen und Tiergärten, in geschlossenen Räumen und in der Nähe von leicht entzündlichen oder explosionsgefährdeten Gegenständen, Anlagen und Orten, wie insbesondere Tankstellen.
- Unerlaubte Knallerei kann Strafen von bis zu 4300 Euro nach sich ziehen.

Kommentar: Ein genauer Blick lohnt sich

Feuerwerk gehört zu Silvester wie der Christbaum zum Heiligabend. Aber man kann es auch übertreiben. So verlockend günstige Feuerwerkskörper sind, so riskant kann der Umgang mit ihnen sein. Silvesterraketen aus dem Ausland wurden oft keinen Qualitätskontrollen unterzogen. Experten zufolge haben sie zudem eine höhere Sprengkraft und sind gerade deshalb so gefährlich. Qualität sollte daher unbedingt vor Quantität stehen. Ein genauer Blick lohnt sich: Auf Knallkörpern für den Jahreswechsel muss stets Bezeichnung und Gebrauchsanweisung in deutscher Sprache angegeben sein. Beim Raketenschießen kommt es ebenso auf den richtigen Umgang an: Nicht alkoholisiert sowie nicht im Ortsgebiet schießen! Denn: Oft führt die Kombination aus falscher Handhabung und bedenklichen Feuerwerkskörpern leider zu abgerissenen Fingern, Gehörsturz etc.

Autor:

Julia Mittermayr aus Grieskirchen & Eferding

following

Du möchtest diesem Profil folgen?

Verpasse nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melde Dich an, um neuen Inhalten von Profilen und Bezirken in Deinem persönlichen Feed zu folgen.

3 folgen diesem Profil

Regionaut werden!

Du willst eigene Beiträge veröffentlichen?
Werde Regionaut!

Regionaut werden!



Kommentare

online discussion

Du möchtest kommentieren?

Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung einbetten

Abbrechen
add_content

Du möchtest selbst beitragen?

Melde Dich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.