15.03.2017, 15:00 Uhr

Trinkwasser ist die Quelle des Lebens

Franz Gruber, Geschäftsführer des Wasserverbands Peuerbach und Umgebung ist von der guten Qualität des Trinkwassers überzeugt.

Der Verbrauch an Trinkwasser steigt jährlich – neue Quellen und Techniken sichern den Bedarf.

BEZIRKE (raa). In den Bezirken Grieskirchen und Eferding gibt es sehr unterschiedliche Bodenbeschaffenheiten, die sich auch auf das Wasser auswirken. Im Eferdinger Becken sorgen die Nähe der Donau und der schotterhaltige Boden für eine sehr gute Wasserqualität. Dafür müssen die Brunnen nicht einmal sonderlich tief sein: "Bei uns reichen oft schon 20 Meter", weiß Gerald Kepplinger vom Wasserverband Eferding und Umgebung. Im Raum Peuerbach und Grieskirchen können es hingegen 70 bis 100 Meter werden, um ans begehrte Nass zu kommen. Einen wesentlichen Einfluss auf die Qualität des Trinkwassers hat die Landwirtschaft. Rund um Brunnen und Quellen gibt es aus diesem Grund auch Schutzzonen, in denen die Bauern auf bestimmte Düngemittel verzichten müssen. Dafür erhalten die Bauern vom Land eine Entschädigung.
Der Wasserverband Eferding liefert 45 Liter Wasser pro Sekunde. "So wie es aus dem Boden kommt, bekommt es auch der Endkunde", weiß Geschäftsführer Alfred Holzinger. Getestet wird das Lebensmittel Wasser regelmäßig. "Heute kann man die kleinsten Mengen nachweisen, seien es Hormone, Medikamente, Pestizide und Nitrate," betont Kepplinger. Die Belastungen sind dadurch äußerst gering. "Grundsätzlich haben wir im Vergleich zu anderen Ländern eine sensationelle Qualität", weiß Wolfgang Aichlseder vom Amt der Landesregierung für Umwelt und Wasserwirtschaft.
Stolz ist man beim Wasserverband in Peuerbach über das eisen- und manganfreie Wasser. "Wir reichern das Wasser mit Sauerstoff an, sodass Eisen und Mangan bereits im Boden ausfällt", erklärt Geschäftsführer Franz Gruber. Engpässe bei der Wasserversorgung gibt es vielerorts Ende April, Anfang Mai. "Wenn die Freibäder und Pools geflutet werden, ist es schon vorgekommen, dass wir nicht nachgekommen sind", weiß Holzinger. In Peuerbach wird auch für solche Situationen ein neuer Hochbehälter 2017 fertiggestellt. Probleme gab es ebenfalls beim großen Hochwasser 2002, erinnert sich August Wiesinger vom Wasserverband Grieskirchen. "Damals war die Belastung durch Bakterien hoch. Das umgehen wir heute, indem wir das Wasser vor der Auslieferung mit UV-Licht bestrahlen." Alle werden regelmäßig gewartet. "Technisch können wir sehr vieles via iPad von unterwegs aus checken", so Wassermeister Franz Gruber.

Der Wasserverband Eferding und Umgebung stellt jährlich 720.000 Kubikmeter Trinkwasser zur Verfügung. In Peuerbach und Umgebung sind es rund 250.000 Kubikmeter. In Grieskirchen pumpt der Verband für die Gemeinden Grieskirchen, St. Georgen und Tollet etwa 440.000 Kubikmeter Trinkwasser in das gut 90 Kilometer lange Leitungsnetz. Die Rohrleitungen spielen für die Qualität des Wassers eine große Rolle: In ihnen bildet sich ein Biofilm, der verhindert, dass sich Keime im Wasser ansiedeln können. Versorger sind auch viele Gemeinden, die das Wasser selbst zur Verfügung stellen sowie zahlreiche Genossenschaften, die kleinere Gebiete abdecken. Im ländlichen Raum befinden sich noch viele Hausbrunnen. Auch manche Großbetriebe in den Bezirken sowie die Brauerei Grieskirchen bedienen sich eigener Quellen oder Brunnen.

Kommantar zum Thema:

Sauberes Wasser ist nicht gang und gäbe

Man dreht den Hahn auf, und es kommt: sauberes Wasser, so viel man will. Und wir alle wollen viel vom erfrischenden Nass. Im Schnitt verbraucht jeder Oberösterreicher 125 Liter Wasser am Tag – eine schier unvorstellbare Menge. Wir gehen verschwenderisch mit einem unserer wertvollsten Lebensmittel um. Es scheint so selbstverständlich wie der Strom aus der Steckdose. Gejammert wird nur, wenn kurzfristig die Versorgung ausfällt oder das Wasser für Kalk in der Kaffeemaschine sorgt. Gespart wird beim Wasser eher passiv. Die moderne Technik bei Waschmaschine und Co. sorgt für eine Stagnation des regionalen Wasserverbrauchs. Obwohl einige Quellen schon seit rund 100 Jahren Wasser liefern, hofft man im Raum Grieskirchen auf zukünftige Trinkwassergebiete, die in einer Trinkwasserpotenzialanalyse gefunden werden sollen.
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