13.03.2018, 14:16 Uhr

Punitz: Rodete Biobauer ohne Bewilligung?

Auf hunderten Metern Länge wurden Hecken, Gehölze, Baumgruppen und ein Wäldchen umgeschnitten. (Foto: Daniela Hummel)

Nach Kahlschlag droht möglicherweise ein Verwaltungsstrafverfahren

Wo bis vor kurzem Hecken, Baumgruppen und ein Wäldchen standen, herrscht nun gähnende Leere. Am südlichen Ortsrand von Punitz wurden auf mehreren hundert Metern Länge Landschaftselemente umgeschnitten.

Dafür verantwortlich soll ausgerechnet ein Biobauer sein, der laut einer bei der Bezirkshauptmannschaft Güssing eingelangten Anzeige ohne behördliche Bewilligung gerodet habe.

Der Mann sieht sich im Recht: "Es bestand die Gefahr der Verbuschung, in diesem Fall darf man diese Pflanzen im Rahmen der landwirtschaftlichen Bewirtschaftung zurückschneiden oder beseitigen. Die umgeschnittenen Bäume waren kein Wertholz", verteidigt sich der Landwirt gegenüber dem Bezirksblatt. Wenn Wald oder Gestrüpp beseitigt seien, könne man aus den Flächen Wiesen oder Felder machen. Für diese Zwecke habe er die Grundstücke auch gekauft.

Behörde ermittelt

Ob der Biobauer im Recht war, muss nun die Behörde klären. "Das Verfahren läuft, das amtliche Naturschutzorgan hat erste Erhebungen durchgeführt bzw. Ermittlungsschritte gesetzt", berichtet Bezirkshauptfrau Nicole Wild.

Wird nach Abschluss der Erhebungen ein verwaltungsstrafrechtlicher Tatbestand gemäß Naturschutzverordnung und/oder Forstgesetz festgestellt, droht dem Mann ein Verwaltungsstrafverfahren.

Gesetzeslage

Laut burgenländischer Naturschutzverordnung ist das "Beseitigen oder sonstige Zerstören von standortgerechten, einheimischen Buschwerken, Hecken und Feldgehölzen" im Grünland verboten. Das Verfüllen oder sonstige Verändern von natürlichen Gräben oder Hohlwegen ist in der freien Natur und Landschaft bewilligungspflichtig.
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